+
Perfekt verbunden: die Agentur-Besitzer Ralf Weimer (l.) und Philipp Paulus (r.) mit Jürgen Schmidt von Citycom.

Schnelles Internet für ganz Dachau bis 2025

Kleine Citycom wird große Erfolgsgeschichte

  • schließen

Seit fast zehn Jahren gibt es die Dachau Citycom GmbH. Die Stadtwerke-Tochter gilt als Erfolgsgeschichte. Bis 2025 soll die Große Kreisstadt nun flächendeckend mit schnellem Internet versorgt sein.

Dachau – Ralf Weimer von der Kommunikations- und Marketingagentur Weimer & Paulus konnte sein Glück kaum fassen: Er hatte bei der Citycom ein Problem mit seiner Telefonanlage gemeldet, „und da kam ein Mitarbeiter von denen persönlich vorbei. Der Mann war physisch da!“  

Dazu muss man wissen: Weimer war zuvor Kunde bei der Telekom. Kommunikation erfolgte über elend lange Telefonwarteschleifen. Sogenannter technischer Support in Form eines echten Menschen, der pünktlich zum vereinbarten Zeitpunkt in seiner Firma erscheint und das Problem löst – für Weimer war dies ein Ding der Unmöglichkeit.

Doch als seine Agentur von Dachau-Süd in die Altstadt umzog, nutzten Weimer und sein Kompagnon die Chance: Sie wechselten vom Telekom-Riesen zur örtlichen Citycom. Und haben diesen Schritt nie bereut. Die kleine Citycom bastelte Weimer und Paulus eine individuelle, flexible und passgenaue Lösung; da, so Weimer, „wären wir mit der Telekom verzweifelt, um so etwas zu bekommen“.

Tatsächlich sind die Flexibilität, der Service und die Kundennähe das große Plus des kleinen Unternehmens. Im kommenden Jahr bereits zehn Jahre alt, kümmert sich die Stadtwerke-Tochter um die TV- und Radiogrundversorgung der Großen Kreisstadt, verschiedenste Telefondienste sowie den Ausbau ihres Glasfasernetzes.

Der Vorteil der Citycom: Das Unternehmen hängt nicht nur an den Stadtwerken, die vor allem die Infrastruktur, das Marketing- und Vertriebsnetz sowie den Service vor Ort zur Verfügung stellen, sondern – zu weiteren 50 Prozent – an der Rosenheimer Komro GmbH. Die Komro, ebenfalls ein Kommunalunternehmen, kümmert sich vor allem um die technischen Details. Zudem hat die Komro das Wissen um die neuesten Entwicklungen auf diesem technisch hochdiffizilen Gebiet.

Das Zusammenspiel der beiden „Eltern“ hat die Citycom behutsam, aber stetig wachsen lassen. Laut Abteilungsleiter Jürgen Schmidt gewinnt die Citycom „aktuell mehr Neubauten als die Telekom“, die nach wie vor nur Kupferkabel verlege. Die Citycom dagegen verlegt ausschließlich Glasfaserleitungen bis in die Gebäude beziehungsweise Wohnungen und setzt auf neueste Übertragungstechnologie mit fast unbegrenzten Bandbreiten.   

20 Prozent aller Gebäude in Dachau sind aktuell Citycom-Kunden, 40 Prozent, so Schmidt, „könnten es sein“. Das Problem: „Wir würden gern mehr bauen. Allerdings fehlen uns die Tiefbauressourcen, der Markt ist angesichts des Baubooms wie leergefegt“. Dennoch: Schmidt und seine Citycom haben Ziele. Und die besagen, dass die Citycom weiter um 300 Hausanschlüsse pro Jahr wachsen will und der flächendeckende Ausbau mit Glasfaserkabel bis in jedes Gebäude in Dachau 2025 abgeschlossen ist.

Bis dahin hat das Unternehmen noch viel zu tun, gibt Schmidt zu: In Dachau-Süd und Himmelreich etwa „müsste das Netz erst noch gebaut werden“. Auch Webling sei noch ein „weißer Fleck“. Grundsätzlich müssten sich 40 Prozent eines Ausbaubereiches für einen Anschluss bei der Citycom entscheiden, „sonst ist ein Ausbau nicht finanzierbar und nicht wirtschaftlich“.

Dass es in der eigentlich mit Internetanbietern ganz gut versorgten Region überhaupt so weit kam, dass sich ein kleines Unternehmen wie die Citycom nicht nur am Markt halten, sondern auch noch wachsen kann, erklärt Schmidt mit der Trägheit der Telekommunikations-Riesen: „Die Telekom hat vor zehn Jahren gesagt: ,Wir bauen das Netz in Dachau nicht aus!’ In diese Lücke sind wir gestoßen.“ Erst als die kleine Citycom angelaufen sei, habe die Telekom ihre Strategie zwar geändert, aber weiterhin auf der sogenannten letzten Meile – von der Straße ins Gebäude – auf die langsameren Kupferkabel gesetzt.

Klar, große, weltweit operierende Kunden wird die kleine Citycom nie versorgen. Das, so Schmidt, wolle er gar nicht. „Wir haben einen Versorgungsauftrag für die Stadt Dachau und bieten lieber persönlichen Service und Lösungen für unsere Dachauer Privatkunden und Mittelständler wie Ralf Weimer.“

Da bleibt dann sogar die Zeit, einer alten Dame ihren Herzenswunsch zu erfüllen: Auf ihrer TV-Senderliste fehlte ihr Lieblingssender. Schmidt und seine Kollegen kümmerten sich, dass die Rentnerin den Kanal bekam.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Theater ums Theater
Die Theaterbühne Vierkirchen hat sich mal wieder selbst übertroffen. Mit dem Klassiker „Das Lied vom Wildschütz Jennerwein“ feierten die Laienspieler im Sportheim eine …
Theater ums Theater
Gemeinde Sulzemoos muss 2019 einiges investieren
Die Gemeinde Sulzemoos investiert im kommenden Jahr Millionen Euro in die Sanierung von Straßen.
Gemeinde Sulzemoos muss 2019 einiges investieren
Immer mehr Tiere sterben auf der Straße
Die Tierschutzverein-Vorsitzende Silvia Gruber spricht von einer „Verrohung der Gesellschaft“ und „unterlassener Hilfeleistung“. Denn: Immer mehr Katzen und Hunde im …
Immer mehr Tiere sterben auf der Straße
„So was ist total unbegreiflich!“
Nicht der Bürgermeister und der Gemeinderat, sondern die Verantwortlichen der Volksbank-Raiffeisenbank Dachau standen bei der Bürgerversammlung im Sportheim Tandern in …
„So was ist total unbegreiflich!“

Kommentare