Ein Mensch steht vor einem Plakat mit der Aufschrift „Onlineshop für dich geöffnet“
+
Digitales Angebot: Nun dürfen die Menschen im Freistaat Ware online oder telefonisch ordern und in den Läden abholen. (Symbolbild)

Kleiner Lichtblick

Neuer Service im Corona-Lockdown: Click & Collect schafft Erleichterung beim Dachauer Einzelhandel

  • Thomas Zimmerly
    vonThomas Zimmerly
    schließen

Der Onlinehandel gilt als einzige Initiative für Bayerns Einzelhändler im Lockdown. Doch ab heute (11.1.) dürfen die Läden einen Click & Collect-Service anbieten.

Dachau – Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger hatte es in einer Kabinettssitzung am Mittwoch als „vielleicht letzten Strohhalm“ für den kleineren Einzelhandel bezeichnet: das Bestellen von Waren via Internet oder Telefon sowie anschließendem Abholen an der Ladentür („Click & Collect“). Dieser Service war bislang in einigen Bundesländern erlaubt. Erst ab dem heutigen Montag, 11. Januar, wird er auch im Freistaat möglich sein. Bei Dachauer Händlern kommt die Nachricht sehr gut an.

Beim Modehaus Rübsamen in der Altstadt beispielsweise gab es am Freitag eine interne Besprechung. Gegenüber der Heimatzeitung meinte Geschäftsführer Marcus Vorwohlt: „Wir versuchen den Service zukünftig anzubieten.“ Gibt es seitens der Geschäftsleitung grünes Licht, dann können sich Kunden auf der Homepage von Rübsamen, auf Facebook oder via Instagram informieren und dann online, aber eben auch per Telefon oder E-Mail bestellen. „Wir bringen die Ware dann zur Ladentür, wo der Kunde kontaktlos per EC-Karte zahlen und sie mitnehmen kann“, so Vorwohlt. Einen Bringservice wird es hingegen nicht geben. „Das schaffen wir nicht“, so der Geschäftsführer.

Kunden können über Webseite oder telefonisch bestellen und Ware anschließend abholen

Auch beim Obi-Baumarkt an der Fraunhofer Straße in Dachau-Ost ist „man natürlich froh“ über die Verkaufs-Alternative, so Geschäftsführer Franz Romig. Über die Webseite können sich die Kunden über die Produkte und deren Verfügbarkeit informieren und zukünftig nicht nur online bestellen, sondern auch telefonisch ordern und die Ware anschließend abholen. Überdies gibt es einen Lieferservice – gegen Gebühr.

Auch bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) ist man froh über den Sinneswandel der bayerischen Staatsregierung. „Ich begrüße ausdrücklich die neue Möglichkeit des Click & Collect-Einkaufs im stationären Einzelhandel“, teilt Peter Fink, Vorsitzender des Industrie- und Handelskammer (IHK)-Regionalausschusses Dachau, mit. „Diese Abholmöglichkeit für Kunden im lokalen Einzelhandel ist ein kleiner Lichtblick für viele bislang stark durch Corona gebeutelte Geschäfte in unserem Landkreis und daher eine überfällige Maßnahme.“   

Mit FFP2- Maske sind Kunden und Personal ausreichend geschützt

Die bayerischen IHKs hätten sich laut Fink gemeinsam mit dem Handelsverband Bayern im Vorfeld für diese Lösung stark gemacht, die bereits in 13 anderen Bundesländern genutzt werde. Peter Fink: „Mit Hygienekonzepten wird auch der Infektionsschutz eingehalten. Mit dem Tragen einer FFP2-Maske bei der Abholung schützen sich sowohl Kunden als auch das Personal. Wir appellieren dringend an alle, die Click & Collect nutzen werden, sich an die vom Einzelhändler mitgeteilten Abholzeiten sowie die Maskenpflicht zu halten. Das ist aus Sicht der Wirtschaft im Dachauer Land eine sehr gute Gelegenheit, in der kommenden Zeit die lokalen Händler vor Ort zu unterstützen und regional einzukaufen.“

Hauptgrund für das bayerische Verbot bisher war die Angst vor Kundenansammlungen vor den Geschäften. Diese ist laut Obi-Chef Romig unbegründet. Der Markt durfte in der Vergangenheit trotz Corona-Einschränkungen immer schon gewerbliche Kunden bedienen, und das Abholen der Waren „stellt dabei kein Problem dar“, so der Romig. Auch bei Privatkunden werde dies so sein, denn „einen sehr großen Ansturm befürchte ich nicht“.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare