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Dachauer Klinikum-Personal wehrt sich gegen Kritik

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„Wir fühlen uns wertgeschätzt!“ Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Helios Amper-Klinikums betonen, dass sie gerne im Dachauer Krankenhaus arbeiten. „Klar kämpfen wir auch mit dem absoluten Mangel an Pflegekräften. Dennoch bemühen wir uns wirklich Tag für Tag, jedem Patienten gerecht zu werden. Christiane Auerbach, Mitarbeiterin des Helios Amper-Klinikums
„Wir fühlen uns wertgeschätzt!“ Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Helios Amper-Klinikums betonen, dass sie gerne im Dachauer Krankenhaus arbeiten. „Klar kämpfen wir auch mit dem absoluten Mangel an Pflegekräften. Dennoch bemühen wir uns wirklich Tag für Tag, jedem Patienten gerecht zu werden. Christiane Auerbach, Mitarbeiterin des Helios Amper-Klinikums © sim

Anlass zur Kritik gibt es auch im Dachauer Krankenhaus genug. Dennoch wollen viele Mitarbeiter eines betonen: Es läuft vieles sehr gut im Amper-Klinikum.

Dachau – Bisher sind Mitarbeiter des Helios Amper-Klinikums meist zusammengekommen, um auf schlechte Arbeitsbedingungen aufmerksam zu machen und ihren Arbeitgeber zu kritisieren. Am Mittwoch trafen sich rund 30 Mitarbeiter, um zu zeigen, dass es im Klinikum trotz des Pflegenotstands gut läuft – und wie sehr sie sich bemühen, jedem Patienten gerecht zu werden.

In den vergangenen Jahren geriet das Helios Amper-Klinikum immer wieder in die Schlagzeilen: Pflegemissstände, schlechte Arbeitsbedingungen, Mitarbeiter, die Repressalien befürchten, wenn sie sich öffentlich äußern. Doch nun melden sich Mitarbeiter zu Wort, die sich gegen die Kritik wehren. „Wir können die Missstände nicht bestätigen“, so Christiane Auerbacher. Die negativen Schlagzeilen tragen dazu bei, dass immer wieder qualifizierte Pflegekräfte abspringen – und dem möchten die Dachauer Helios-Mitarbeiter entgegensteuern.

Vor einem Jahr, im Juni 2021, hatte beispielsweise Pfleger Matthias Gramlich eine Demonstration am Schrannenplatz mitorganisiert, um auf Missstände im Klinikum Dachau hinzuweisen. Er verlas zwei anonym verfasste Schreiben von Kolleginnen, wie er damals gegenüber den Dachauer Nachrichten sagte.

„Doch das sieht nur eine Minderheit im Klinikum so!“, betont Christiane Auerbacher. Sie und ihre Kolleginnen Anna Konrad, Nadine Calabrese, Hildegard Wolf, Katja Deschenhalm machten sich am Mittwoch vor dem Klinikum für ihren Arbeitgeber stark. Hildegard Wolf zum Beispiel, 59 Jahre alt, arbeitet seit 1995 im Klinikum und will dort auch „bis zur Rente bleiben“. Sie selbst stört sich daran, dass anonym und im Hintergrund immer „gemeckert“ wird. „Man muss einfach den Mund aufmachen, dann wird man auch gehört“, so Wolf.

Das bestätigt auch Anna Konrad, die als Stationsleiterin arbeitet. „Die Chefärzte hören uns zu, das ist ein Miteinander“, so die 25-Jährige. Im Klinikum sei man mittlerweile sehr gut untereinander vernetzt, vor allem dank der neuen Pflegedienstleitung Martin Endres und Alexander Gross. „Die sind immer ansprechbar“, betont die Stationsleiterin, die auf ihrer Station nach eigenen Angaben keinen Personalmangel hat. Im Gegenteil: Dadurch, dass nun Servicekräfte und Bettendienstmitarbeiter den Pflegefachkräften unter die Arme griffen, haben sie und ihr Team genügend Zeit für die Patienten. „Wir haben drei Fachkräfte und drei Helfer pro Schicht“, erzählt sie.

Natürlich gebe es auch Engpässe, das wollen Konrad, Wolf, Calabrese und ihre Kollegen gar nicht verschweigen. Doch es gebe jetzt einen Springerpool, um die Ausfälle zu kompensieren.

Zusätzlich sei derzeit viel Pflegepersonal aus dem Ausland am Klinikum. „Die bekommen zusätzlich Deutschkurse, eine Wohnung, Verpflegung, Prüfungsvorbereitung für die Anerkennung, individuelle Praxisanleitung und vieles mehr“, beschreiben die Krankenschwestern die Situation am Klinikum Dachau. Und auch an Wertschätzung von Seiten der Klinikleitung mangele es den Mitarbeitern nicht, berichten sie. „Wir bekommen Fleecejacken, Socken, Obst, Kopfhörer, machen Ausflüge und Feste.“

Das bestätigt auch Katja Deschenhalm, die erst seit knapp einer Woche in Dachau arbeitet und die es „der Liebe wegen“ nach Oberbayern verschlagen hat. Zuvor war sie in einem großen Klinikum in Baden-Württemberg. „Mit Kind hatte ich dort keine Chance, wieder als Stationsleiterin einzusteigen“, schildert sie ihre Situation als berufstätige Mutter. In Dachau hingegen sei man ihr entgegengekommen.

Statt wie in Baden-Württemberg um 6 kann sie in Dachau erst um 8 Uhr beginnen und so ihre kleine Tochter noch in die Kita bringen. Ihre Dienstpläne kann die Stationsleiterin im Homeoffice erstellen. „Ich fühle mich hier richtig wohl, es ist sehr familiär hier.“ Ihre Kolleginnen und Kollegen erwähnen auch, dass Rücksicht auf Urlaubswünsche genommen werde und dass man bei privaten Notfällen auch immer ein offenes Ohr bei der Klinikleitung finde.

„Klar kämpfen wir auch wie Hunderte andere Kliniken in Deutschland mit dem absoluten Mangel an Pflegekräften“, so Christiane Auerbacher. „Dennoch bemühen wir uns wirklich Tag für Tag, um jedem Patienten gerecht zu werden – aus absoluter Überzeugung und zum Wohl der Patienten.“

Simone Wester

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