Nikola Obermeier
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Kommentar zum Fall Moussa Nomoko

Integrierter Asylbewerber abgeschoben: So kann man mit Menschen nicht umgehen

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    VonNikola Obermeier
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Nach diesem weiteren Fall eines gut integrierten Asylbewerbers, der abgeschoben wurde, wird das Unverständnis für das Vorgehen der Behörden immer größer.

Es müssen Menschen unser Land verlassen, die arbeiten, eine Wohnung haben, für ihren Lebensunterhalt selbst sorgen; hingegen straffällige Asylbewerber und Gewalttäter, die als Flüchtlinge unter „subsidiärem Schutz“ stehen, können bleiben – jüngstes Beispiel sind die beiden Brüder in Karlsfeld, die aufgrund verschiedener Gewaltdelikte im Gefängnis sitzen.

Abschiebung von gut integriertem Asylbewerber: „Leider trifft das Gesetz die Falschen“

Das ist den Bürgern nicht zu erklären. Es zeigt zum einen das Versagen der Justiz. Zum anderen einen Landrat, der sich stur an Gesetz und Paragraphen hält, ohne Menschlichkeit. Das war früher anders.

Landrat Stefan Löwl und seine Behörde mögen völlig im Recht sein. Leider trifft das Gesetz die Falschen. Ein Landrat könnte das erkennen, sich dafür einsetzen, dass der Geflüchtete bleibt, das Gesetz menschenfreundlich auslegen. Zudem würde Löwl den Betrieben einen Gefallen tun: Denn die Asylbewerber sind es, die Bäckereien und Metzgereien oft dringend brauchen, sogar am Leben halten. Stattdessen wird der Asylbewerber ins Landratsamt bestellt und wie ein Krimineller in Handschellen abgeführt. So kann man mit Menschen nicht umgehen!

Kommentar zur Abschiebung von Moussa Nomoko: „So kann man mit Menschen nicht umgehen“

Im Jahr 2015, als zahlreiche Geflüchtete nach Deutschland kamen, rund 2000 im Landkreis, appellierte der Landrat an die Bürger, Verständnis für die Neuankömmlige zu haben, versuchte, Befürchtungen auszuräumen, bei der Integration zu helfen, die Bürger mitzunehmen. 1200 Menschen engagierten sich in Helferkreisen.

Landkreis Dachau: Landrat tritt Engagement nun mit Füßen

Einer von ihnen ist Peter Barth. Löwl hat ihm unermesslich viel zu verdanken. Doch der Landrat tritt dieses Engagement nun mit Füßen – indem er einen Schützling von Peter Barth abschieben lässt, just einen Tag vor dem Ehrenamtsempfang im Landratsamt, auf dem Löwl Barth eine Medaille für dessen Engagement für die Geflüchteten überreichen wollte. Wie absurd, welch Ironie! Dass Peter Barth seine Ehrung ablehnt, ist nur konsequent und absolut verständlich.

Vielleicht kann Landrat Löwl mit diesem harten Kurs beim Innenminister und bei seinen Parteioberen Punkte sammeln – hier im Landkreis bleiben bei den Betroffenen lediglich Unverständnis, Hilflosigkeit und das Gefühl der Ohnmacht zurück.

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