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Freude gestern bei den Grünen: Mit Thomas Kreß (Mitte) an der Spitze holten sie im Landkreis Dachau über 18 Prozent der Zweitstimmen. Auch Kreß’ Ergebnis kann sich sehen lassen: 15,9 Prozent.

Ein „absoluter Erfolg“

Kommunalwahl 2020: Der glückliche Grüne: Thomas Kreß jubelt im Landratsamt

  • Stefanie Zipfer
    VonStefanie Zipfer
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Das glücklichste Gesicht gestern Abend im Landratsamt hatte Thomas Kreß. Der 56-jährige Dachauer gewann zwar nicht das Direktmandat, hatte aber dennoch Grund zum Jubeln.

Dachau – Ein „absoluter Erfolg“ sei das Ergebnis, jubelte er. Während es nämlich früher schon ein Erfolg gewesen wäre, „wenn wir in allen Gemeinden über die fünf Prozent kamen“, lag das Grünen-Ergebnis nun allerorts im zweistelligen Bereich.

Ein Grund hierfür seien, klar, die verstärkte Präsenz seiner Partei im Landkreis: In Altomünster etwa, wo sich vor kurzem ein neuer Ortsverband gegründet hatte, schnellte das Ergebnis von 3,77 Prozent im Jahr 2013 hoch auf 12,22 Prozent. Doch auch die Art und Weise, wie er Politik mache, habe überzeugt, glaubt Kreß: „Die Leute wollen jemand, der geradlinig seinen Weg geht.“ Gerade diese Geradlinigkeit sei in der Landespolitik zuletzt selten geworden.

Ob Kreß es über die Liste in den Landtag schafft, steht noch nicht fest. Sicher ist für den bei BMW beschäftigten Ingenieur und Dachauer Stadtrat jedoch, dass er sich für Bayern eine schwarz-grüne Koalition wünschen würde, denn: „Es wäre schön, wenn man grüne Positionen im Land umsetzen könnte.“

Der Wahlkampf, sagt Kreß, habe ihm Spaß gemacht. Spätestens bei der Bierzeltveranstaltung mit Parteichef Robert Habeck habe er gespürt, dass sich die Stimmung zugunsten der Grünen entwickelt: „Da war uns klar: Die Leute wechseln nicht mehr auf die andere Straßenseite, wenn sie uns sehen.“ Diesen Rückenwind möchte Thomas Kreß nun mitnehmen in die Kommunalwahl und auch dabei klar machen, „dass wir diejenigen sind, die für konstruktive Politik stehen“.

Dieser Satz, darauf legt Kreß wert, darf gern auch als Drohung verstanden werden. Denn wenn, was abzusehen ist, die AfD auch in den Dachauer Stadtrat einzieht, werde er „Taten statt Worte verlangen. Nur so kann man die AfD entlarven“. Mit ihm im Stadtrat zu sitzen, so Kreß, „wird für die Jungs kein Vergnügen werden“. 

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