Warb kraftvoll um Wählerstimmen: „Wir“-OB-Kandidat Wolfgang Moll bei der Präsentation seines Wahlprogramms. 
+
Warb kraftvoll um Wählerstimmen: „Wir“-OB-Kandidat Wolfgang Moll bei der Präsentation seines Wahlprogramms. 

Kommunalwahl 2020

Neue politische Gruppierung in Dachau: „Wir“ will fünf Sitze im Stadtrat

  • Stefanie Zipfer
    vonStefanie Zipfer
    schließen

In Dachau hat sich eine politische Gruppierung um Wolfgang Moll gebildet. „Wir“ hat sich das große Ziel gesetzt mit fünf Sitzen in den Stadtrat einzuziehen. 

  • Zur Kommunalwahl 2020 hat sich in Dachau eine neue politische Gruppierung gebildet.
  • Wolfgang Moll ist der Vorsitzende von „Wir“.
  • Die Gruppierung möchte mit der Wahl mit fünf Sitzen in den Stadtrat einziehen. 

Dachau – „Wir haben uns nach oben gearbeitet, wir nähern uns dem Rathaus“, fand „Wir“-Vorsitzender Wolfgang Moll zu Beginn seiner Wahlkampfveranstaltung am Montag beim Kochwirt in der Altstadt. Tatsächlich hatte sich die jüngste politische Gruppierung Dachaus vor einem Jahr noch ein paar Meter weiter unten, im Thomahaus, gegründet. Und mit dem Erreichen der Mindestanzahl an Unterstützerunterschriften ist die Teilnahme an der Stadtratswahl ebenfalls gesichert; das langfristige Ziel, nämlich der Einzug ins Rathaus mit Moll als Oberbürgermeister und „fünf ,Wir’-Stadträten plus x“, sei damit ein Stück näher gerückt.

Das Programm, mit dem dieses Ziel erreicht werden soll, stellten Moll und seine „Wir“-Kollegen nun vor. Die Ideen seien „losgelöst von Parteidenken“ und mit „gesundem Menschenverstand“ entwickelt. „Wir“ sei eine „Bewegung der Vernunft“ und mache „Politik für die Breite“. Diese Politik sei „wertkonservativ“ und frei von Ideologien. Denn, so Moll: „Man kann doch auch ökologisch sein und sich trotzdem um seine Heimat bemühen!“

In Sachen Ökologie unterscheidet sich „Wir“ dabei in einem Punkt deutlich von der anderen wertkonservativen Partei im Stadtrat. Den Bau einer Nordost- beziehungsweise Ostumfahrung will „Wir“ nämlich wegen „nachgewiesener fehlender Effizienz“ explizit nicht unterstützen.

Was die Finanzen der Großen Kreisstadt angeht, findet Moll, dass derzeit „mit Vollgas gegen die Wand gefahren“ werde. „Es kann nicht sein“, schimpfte Moll, dass „wir in einer prosperierenden Gegend um München Probleme mit unserem Haushalt haben“! Zum Bau des Hallenbads stehe „Wir“ jedoch: „Wir waren nie gegen das Hallenbad“, so Moll, „aber wir sind gegen ein Spaßbad.“ Der Zeitverlust und die Kostenexplosion beim Bau des Bads zeuge seiner Meinung nach aber von „Hilflosigkeit und Kontrollverlust“.

Selbiges, so betonte dann Stadtrats-Kandidat Gerd Häcker, gelte übrigens auch für die Bebauung des früheren MD-Geländes. Die 1000 Wohnungen, die dort entstünden, seien Teil eines 650-Millionen-Euro-Investments der Isaria Wohnbau AG. Der Immobilienentwickler, der Tochtergesellschaft eines texanischen Private-Equity-Fonds ist, habe dafür einen „maximalen Kredit“ aufgenommen – für Häcker ist daher klar, dass die Wohnungen nicht langsam einzeln, sondern schnell „wieder an andere Fonds weiterverkauft werden“. Und was die Optik des künftigen neuen Stadtteils angehe, glaube er „nicht, dass uns das gefallen wird, was da auf uns zukommt“. Er, Häcker, würde sich daher „eine Mannschaft kaufen“, die das Projekt anstelle des Stadtbauamts „durchzieht“.

Auch was die Wirtschaftsförderung der Stadt betrifft, glauben die Mannen von „Wir“, es besser zu wissen. Laut Gerhard Schlabschi hätten die Verantwortlichen im Rathaus, was die Ansiedlung von Gewerbe betrifft, nämlich „nicht mal die Basics von Kommunalpolitik“ verstanden: Da werde eine „Politik betrieben, die doppelt so alt ist wie unser Oberbürgermeister“. Statt um Gewerbegebiete solle man sich um Gewerbesteuer bemühen – und dabei dem Beispiel Bergkirchen folgen. Schlabschi, Mitglied der „Bürgerinitiative Anwohnerfreundliche Entwicklung Dachau-Ost“, verbiss sich in seinem Vortrag vor allem im Gewerbegebiet am Seeber-Gelände, das er für völlig falsch geplant hält, das den Verkehr in Dachau-Ost zum Erliegen bringen und für eine weitere Verschlechterung der Luftqualität in Dachau sorgen werde.

Dass manches klarer wird in Dachau, dafür will sich „Wir“-Kandidat Robert Wanninger stark machen. Beispielsweise sollen mittels Live-Streams künftig Stadtrats- und Ausschusssitzungen sowie Bürgerversammlungen ins Internet übertragen und in einer Mediathek abrufbar gemacht werden. Nur mithilfe dieser größeren Transparenz, glaubt OB-Kandidat Moll, könne man das „Vertrauen der Bürger in die Politik zurückgewinnen“.

Kommunalwahl 2020 in Bayern: Welche Aufgaben haben Stadtrat und Gemeinderat?

Service

Die Bürgermeisterkandidaten aller Gemeinden aus dem Landkreis Dachau, haben wir für Sie in unserem Überblicksartikel zu den Kommunalwahlen 2020 aufgelistet. Zudem können Sie sich in unserem Artikel zu den Landratswahlen über die dort antretenden Kandidaten informieren. Alle weiteren Hintergrundberichte finden sie auch auf unserer Themenseite zu den Kommunalwahlen 2020 im Landkreis Dachau.


zip

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Nach Anwohnerklage: Gericht stoppt Dachauer „Nu Park“ – ein bisschen
Das Gewerbegebiet „Südlich des Schleißheimer Kanals“ hat einen Bebauungsplan, einen schicken neuen Namen und einen motivierten Investor. Der Verwaltungsgerichtshof hat …
Nach Anwohnerklage: Gericht stoppt Dachauer „Nu Park“ – ein bisschen
Pfarrer Josef Mayer sieht seine Aufgabe darin, zu helfen
Eigentlich kann Pfarrer Josef Mayer doppelt feiern: Seit 20 Jahren ist er geistlicher Direktor des Petersbergs, und am heutigen Montag wird er 60 Jahre alt. Die große …
Pfarrer Josef Mayer sieht seine Aufgabe darin, zu helfen
Messer-Überfall auf 14-Jährige
Eine 14-jährige Jugendliche aus dem Landkreis Dachau ist am frühen Sonntagabend am S-Bahnhof Heimstetten Opfer einer Messer-Überfalls geworden.
Messer-Überfall auf 14-Jährige
„Downburst“ fegte über Dachau - Superzelle entlud sich mit ganzer Wucht 
Eine Superzelle mit Downburst, wie Wetterexperten sagen, hat Mittwochabend über dem Dachauer Land ihr Unwesen getrieben. Das Unwetter hinterließ Spuren der Verwüstung.
„Downburst“ fegte über Dachau - Superzelle entlud sich mit ganzer Wucht 

Kommentare