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Glückwünsche und Blumen nach der Kandidaten-Kür: Peter Gampenrieder mit Gattin Daniela Drexl-Schegg und dem ÜB-Vorsitzenden Helmut Schleich (links) sowie Renate Rösch (rechts).

ÜB Dachau nominiert Kandidat für die OB-Wahl

„Der Gampenrieder macht’s“

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Die Dachauer ÜB hat Peter Gampenrieder ins Rennen um das Oberbürgermeisteramt geschickt. Der 47-Jährige präsentierte bei seiner Nominierungsversammlung feste Überzeugungen.

Wann wird gewählt? Wie sieht der Stimmzettel aus? Wir haben bereits alle Informationen zur Komunalwahl 2020 in Bayern zusammengestellt.

Dachau – Ob es an den Dachauer Nachrichten gelegen hat, dass Peter Gampenrieder am Montagabend im Zieglerbräu einstimmig zum ÜB-Kandidaten für die Dachauer Oberbürgermeisterwahl im kommenden März bestimmt wurde, lässt sich heute nicht mehr mit Gewissheit sagen. Fest steht, dass der 47-jährige Stadtrat die Heimatzeitung bemühte, um die anwesenden ÜB-Mitglieder von sich und seiner Bewerbung zu überzeugen.

Vor ziemlich genau 60 Jahren hatten die Dachauer Nachrichten nämlich geschrieben, dass sich die Dachauer Bürger zur Schaffung einer „dritten Kraft im Rathaus“ entschlossen hätten und dass diese „Überparteiliche Bürgergemeinschaft“, kurz ÜB, durch Geschlossenheit, Stärke und Unabhängigkeit von jeder Parteipolitik „allein im Interesse des Mittelstandes im weitesten Sinne des Begriffs alle Einwohner der Stadt vertreten sollte“. Diese Worte aus der ÜB-Gründerzeit, so Gampenrieder, mögen sich „heute vielleicht etwas ungewohnt anhören“. Vom Inhalt her aber seien die ÜB-Gründer „in einigen Punkten ihrer Zeit voraus“ gewesen.

Tatsächlich umfasst das Wahlprogramm Gampenrieders beziehungsweise der ÜB ziemlich genau das, was damals in dem Zeitungsartikel zusammengefasst wurde: „In der Kommunalpolitik geht es gerade nicht um die Durchsetzung von Parteiinteressen“, sondern vor allem um „fundierte und sinnvolle Lösungsansätze für bestehende Herausforderungen“, formulierte Gampenrieder.

Dass er es mit den fundierten Lösungsansätzen tatsächlich wörtlich nimmt, beweisen Gampenrieder und seine Fraktion seit Jahren mit ihren zahlreichen Anfragen und Anträgen im Stadtrat: „Ich mache mir die Mühe, so lange zu fragen, bis ich ein gutes Gefühl habe zu entscheiden.“

Auch dem Bürger gegenüber möchte er diese Transparenz, die er selbst von der Stadtverwaltung einfordert, an den Tag legen: „Man kann nicht genug erklären“, findet er, weshalb ein wichtiger Punkt in seinem Programm auch die Modernisierung des Bürgerservices ist.

Dass er den Bürgern jeden Wunsch erfüllen wird, schließt er aber von vornherein aus. Dazu, das gibt er zu, gehöre zwar eine „feste Haltung“. Wichtiger als „kreditfinanzierte Wohltaten“ sei es angesichts knapper Haushaltsmittel jedoch, transparente und mit Augenmaß getroffene Prioritäten zu setzen. Apropos Haushaltslage: Die will der promovierte Betriebswirt, der seit Jahren in leitender Position bei einem weltweit tätigen Versicherungsunternehmen arbeitet, durch eine effizientere städtische Wirtschaftsförderung verbessern. Dass eine „Kommune in bester Lage wie Dachau dauerhaft und maßgeblich auf Schlüsselzuweisungen angewiesen ist“, das könne in seinen Augen schlicht „nicht sein“.

Als Motto über seinem Wahlprogramm, das seit einigen Wochen bereits ausführlich auf der ÜB-Internetseite steht und von dem „in der nächsten Zeit vermutlich einiges abgeschrieben wird“, prangt für Gampenrieder ohnehin: Dachau zuerst! Aus diesem Grund will er bei der Kommunalwahl am 15. März 2020 auch nicht für den Kreistag antreten: Er wolle „nur für Dachau arbeiten“. Als Oberbürgermeister hielte er es für seine „Pflicht, fair und auf Augenhöhe“ mit dem Landkreis zu verhandeln. Dass dies auch ohne Kreistagsmandat gehe, sehe er täglich in seinem Job: „Wenn ich ein ernsthaftes, gut begründetes Anliegen habe, muss ich nicht in einem Gremium sitzen“, um mit den entsprechenden Entscheidern reden zu können.   

Die Frage, was ihn von seinen Mitbewerbern im Rennen um das Amt des Dachauer Oberbürgermeisters unterscheidet, mochte der zweifache Familienvater am Montagabend nicht beantworten: Das müsse jeder für sich entscheiden, ihm gehe es nur darum, „so viele Stimmen wie möglich“ zu sammeln und „zu überzeugen“. Die Bürger sollten denjenigen wählen, „dem sie in den nächsten sechs Jahren ihre Stadt anvertrauen wollen“.

Zumindest kulinarisch lässt sich immerhin zum Konkurrenten von der CSU ein Unterschied ausmachen. Hatte Peter Strauch bei seiner Nominierung noch Brezen in „P“- und „S“-Form gereicht, gab es bei Gampenrieder süße Amerikaner. „Der Gampenrieder macht’s“, war darauf zu lesen. Angesichts der „großartigen Unterstützung“, die er zuletzt erhalten habe, handele es sich dabei aber weniger um einen bloßen „Papier- respektive Teigtiger, sondern um ein ambitioniertes, aber erreichbares Ziel“.

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