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Kandidiert für das Amt des Landrats: Jonathan Westermeier. 

JKommunalwahl

„Ein linker Landrat – das wär’ absolut cool!“

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Landrat Stefan Löwl hat bei der Kommunalwahl am 15. März sechs Herausforderer. Zuletzt wurde Jonathan Westermeier nominiert, von Die Linke und Die Partei. Alle sieben Kandidaten treten auf der Podiumsdiskussion, gemeinsam veranstaltet von der Katholischen Landvolkshochschule und den Dachauer Nachrichten, gegeneinander an.

Dachau/Karlsfeld – Jonathan Westermeier geht es nicht ums Gewinnen. Ihm geht es um die Themen, die ihm am Herzen liegen. Erstmal den Klimaschutz in Ordnung bringen, solche Dinge eben. Deshalb kandidiert er bei der Kommunalwahl für das Amt des Landrats.

Amtsinhaber Stefan Löwl (CSU) will erneut antreten und seine Position gegen die Herausforderer behaupten. Das sind: Hubert Böck (SPD), Achim Liebl (Die Grünen), Dagmar Wagner (Freie Wähler), Hauke Stöwsand (ÖDP), und zuletzt kamen Sebastian Leiß (Freie Wähler Dachau) und nun Jonathan Westermeier (Die Linke/Die Partei) hinzu.

„Ich hab’ natürlich keine Chance, die Wahl zu gewinnen“, sagt Westermeier, aber er hat, dank der Wahl, die Chance, dass ihm „viele Menschen zuhören und so manche Themen immer mehr an Gewicht bekommen. So ändert sich vielleicht zumindest in kleinen Teilen etwas, wenn die Amtierenden einige Anregungen aufgreifen.“

Jonathan Westermeier ist 27 Jahre alt und arbeitet als IT-Ingenieur und nebenberuflich als Hochschuldozent für IT. Der Karlsfelder engagiert sich im Kreisverband Amper der Linken und kandidierte bereits 2018 für den Landtag.

Themen setzten, das ist es, was Westermeier derzeit antreibt. „Umweltthemen präsenter machen, da wollte ich ein bisschen dazu beitragen.“ Westermeiers Landratskandidatur ist eine Kooperation zwischen Die Linke und der Satirepartei Die Partei. In Westermeiers Augen passt das gut. „Die Partei hat auch eine ganz junge Liste. Die Leute sind progressiv eingestellt – so wie ich.“ Zudem vertrete man ähnliche Ansichten trotz unterschiedlicher Parteien. Parteien sind Westermeier ohnehin „nicht so wichtig, mir geht es nur darum, dass die richtigen Sachen passieren“, betont er und schiebt nach: „Leider geht es in der Politik zu selten um Fakten.“ Es werde viel gesagt „ohne dass etwas passiert“.

So zum Beispiel im Bereich bezahlbarer Wohnraum im Landkreis. „Mieten und Wohnungspreise sind ein riesen Problem, und dieses Thema spricht jeder gerne an. Damit sich „endlich etwas ändert, muss man aber neue Wege gehen!“ Westermeier schlägt – vereinfacht gesagt – vor, mit nachwachsenden Ressourcen zu bauen und vor allem: in die Höhe.

Vor allem im Bereich erneuerbare Energien sei im Landkreis noch viel zu tun. Westermeier engagiert sich auch als Delegierter bei den Fridays for Future Dachau, demonstriert immer wieder für einen Wandel in der Klimapolitik. Er betont: Natürlich sei Klima- und Umweltschutz auch im kleinen, für den Einzelnen sehr wichtig – „keiner darf sich wegducken“, aber das, „was die Politik machen kann, ist einfach viel, viel effektiver“. Deswegen sei es für ihn auch sehr alarmierend und erschütternd, dass selbst ein Jahr nach den Protesten der Fridays-for-Future-Bewegnung „so gut wie gar nichts passiert ist“. Das Klima zu retten, „ist nicht die Verantwortung der Schüler, sondern der gewählten Vertreter“.

Auch in puncto öffentlicher Nahverkehr sieht Jonathan Westermeier großen Nachholbedarf im Landkreis. Verbotspolitik steht er dennoch sehr differenziert gegenüber. „Ich kann Menschen nicht stigmatisieren, die noch Auto fahren, wenn ich keine gute Alternative biete.“ Es sei dringend nötig, den ÖPNV entsprechend attraktiver und finanzierbarer zu gestalten.

Umgestaltung hätten auch die politischen Gremien nötig. Den 27-Jährigen stört es, dass so wenige junge Menschen in Stadt- und Gemeinderäten sitzen. Grundsätzlich ist es Westermeier wichtig, dass auch Jüngere kandidieren – doch das reiche nicht. „Es ist wichtig, dass die Jungen auch Mandate bekommen“! Das demografische Ungleichgewicht in den Parlamenten sei besorgniserregend. Ungeachtet seiner Erfolgsaussichten, ein Wahlsieg würde Westermeier gefallen. „Ein linker Landrat in Bayern – das wäre absolut cool!“

Die Podiumsdiskussion der Landratskandidaten findet am Donnerstag, 13. Februar, ab 19 Uhr im unteren Haus der KLVHS Petersberg, Bischof-Neuhäusler-Str. 85 253 Erdweg, satt (weitere Beiträge zur Kommunalwahl im Landkreis Dachau finden Sie hier).

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