Helios Amper-Kliniken Dachau

Ab sofort gilt ein neuer Tarifvertrag

Lange Zeit haben die Helios Amper-Kliniken Dachau und die Gewerkschaft Verdi mit harten Bandagen darum gekämpft, wie die Krankenhausmitarbeiter zukünftig zu entlohnen sind. Nun ist die Umstellung vom Haustarifvertrag zum Tarifvertrag für den Öffentlichen Dienst für den Bereich Krankenhäuser vollzogen.

Dachau – Die Helios Amper-Kliniken Dachau und Indersdorf sind seit 1. Januar Mitglied im Kommunalen Arbeitgeberverband Bayern (KAV), so Helios in einer Pressemitteilung. Anstelle des bisher geltenden Haustarifvertrags findet nun für die nichtärztlichen Beschäftigten der Tarifvertrag für den Öffentlichen Dienst für den Bereich Krankenhäuser (TVöD-K) Anwendung. Die Einigung über den Tarifvertragswechsel war bereits im Dezember 2017 erfolgt. Was fehlte, war der Beitritt zur KAV.

Verdi hatte seinerzeit den Vertragsschluss als „historischen Erfolg“ gefeiert, so der Verhandlungsführer der Gewerkschaft, Robert Hinke. Die Gewerkschaft sieht als Hauptvorteil die bessere Entlohnung der Beschäftigten. Helios erhofft sich mehr Bewerbungen und weniger Kündigungen, wies damals jedoch gleichzeitig darauf hin, dass die Mitarbeiter beim Haustarifvertrag eine höhere Jahressonderzahlung erhalten hätten.

Die wichtigsten Eckpunkte der Umstellung:

. Einschlägige Vorbeschäftigungszeiten werden anerkannt.

. Urlaubsansprüche, die höher sind als die Regelungen des neuen Tarifwerkes, bleiben erhalten.

.  Jubiläumsansprüche werden noch bis 2020 (bei 15 Jahren Betriebszugehörigkeit) beziehungsweise bis 2022 (bei 30 Jahren Betriebszugehörigkeit) gewährt.

.  Die arbeitgeberfinanzierte Altersversorgung, die sogenannte Zusatzversorgung (ZVK), wird auch über den 31. Dezember 2018 hinaus unverändert weitergeführt.

Die Feststellung der Eingruppierung aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in das neue Tarifwerk ist abgeschlossen.

„Wir freuen uns sehr, dass der Betriebsrat allen Eingruppierungen zugestimmt hat“, sagt Klinikgeschäftsführer Gerd Koslowski. „Die sehr engagierte und konstruktive Zusammenarbeit zwischen Personalabteilung und Betriebsrat hat dies möglich gemacht. Wir freuen uns, unser Haus dann in tariflich ruhigem Fahrwasser gemeinsam mit allen unseren Beschäftigten positiv weiterentwickeln zu können.“

Helios beabsichtigt, die technischen Bereiche in die wirtschaftliche, fachliche und organisatorische Verantwortung von Fresenius Vamed, einer Schwestergesellschaft von Helios, zu übertragen (wir haben berichtet). Laut dem Konzern werden auch die technischen Dienstleistungsbereiche der Amper-Kliniken, wie bereits bei allen anderen Helios Kliniken geschehen, mit den technischen Dienstleistungsbereichen der Vamed unter dem Dach von Fresenius zusammengeführt. „Diese Umstrukturierung bietet für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter künftig Beschäftigungssicherung, den Erhalt der bisherigen Rahmenbedingungen und noch mehr Innovationskraft“, so Helios-Sprecherin Pia Ott.

Für die Amper-Kliniken Dachau und Indersdorf wurde laut Helios die Möglichkeit der Umstrukturierung für die Bereiche Betriebstechnik und Sterilgutaufbereitung auf Umsetzbarkeit überprüft. Der Aufsichtsrat der Amper Kliniken AG hat in seiner Sitzung vom 13. Dezember 2018 beschlossen, dass die Betriebstechnik und Sterilgutaufbereitung zum 1. März 2019 auf Tochtergesellschaften der Vamed-Gruppe übergehen sollen.

Diese Entscheidung betrifft aktuell 28 Beschäftigte, 13 von der Betriebstechnik, 15 von der Sterilgutaufbereitung. Mit den übernehmenden Vamed-Gesellschaften ist vereinbart worden, dass die wechselnden Mitarbeiter den seit 1. Januar gültigen TVöD-K auch ab dem 1. März 2019 weiterhin und mit den künftigen Tariferhöhungen erhalten. Auch die gemäß Tarifvertrag TVöD-K geregelte ZVK bleibt erhalten. Ott: „Eine Standortzusage sichert den Beschäftigten zu, dass Versetzungen an andere Vamed-Standorte nur im Einvernehmen mit dem betreffenden Mitarbeiter möglich sind.“

„Diese positiven Ergebnisse konnten durch den intensiven Austausch, insbesondere mit dem Landrat und dem Betriebsrat, auf dem Verhandlungsweg mit Vamed erreicht werden“, so Koslowski.  dn

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