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Alternative zum Auto: die Verlängerung der S-Bahn vom Münchner Ostbahnhof durchs Dachauer Land nach Dasing. 

Kreisrat Zauscher fordert Machbarkeitsstudie über S-Bahn-Verlängerung

Guter Ansatz, falsches Mittel

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Grünen-Kreisrat Dr. Roderich Zauscher fordert eine Machbarkeitsstudie über die Verlängerung der S-Bahn von München durch den Landkreis Dachau bis nach Dasing. Die Ausweitung der Trasse sei eine gute Idee, so die Verwaltung, eine Machbarkeitsstudie dazu sei völlig unnötig.

Dachau Grünen-Kreisrat Roderich Zauscher fordert eine Machbarkeitsstudie über eine Verlängerung der S-Bahn vom Münchner Ostbahnhof über den Nordring bis zur Eschenrieder Spange und von dort weiter entlang der Autobahn 8 bis nach Dasing. Dazu hat der Odelzhauser Tierarzt und Kreisvorsitzende des Bund Naturschutz einen entsprechenden Antrag an den Kreistag gestellt, den er überdies als Presseerklärung veröffentlichte. S-Bahn-Haltestellen etwa für Sulzemoos oder Odelzhausen seien ein schöner Gedanke, heißt es aus dem Landratsamt Dachau, bezüglich der Größenordnung des Projekts schon jetzt eine Machbarkeitsstudie für teuer Geld in Auftrag zu geben, sei nicht zielführend.

Die Idee der S-Bahn-Verlängerung ist nicht neu. Acht Landräte aus den Verbundlandkreisen im Münchner Verkehrsverbund (MVV), darunter der Dachauer Kreischef Stefan Löwl, hatten bereits vor geraumer Zeit ein entsprechendes Positionspapier verfasst, in dem auch die S-Bahn-Verlängerung bis Dasing ein Thema ist. Zudem hatte die CSU-Kreistagsfraktion 2015 um eine entsprechende Untersuchung gebeten. Weil für eine Verlängerung der MVV federführend sei sowie neben dem Landkreis Dachau auch die Stadt München, die Anliegergemeinden oder das bayerische Innenministerium gewichtige Wörtchen mitzureden haben, würden die Ergebnisse dieser Untersuchung während des laufenden Jahres bekannt gegeben, sagt Albert Herbst, Sachgebietsleiter für den öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) im Dachauer Landratsamt.

Herbst spricht von einem „Jahrhundertprojekt“. Die acht Landräte schrieben in ihrer Expertise etwas konkreter von der Vision „S-Bahn München 2050“. Laut Herbst stehe man noch ganz am Anfang der Gespräche, so kann man sich ausmalen, dass viele, viele Jahre ins Land gehen, bis das Projekt sämtliche Behörden und Institutionen durchlaufen hat.

Was die Überprüfung der Umsetzung der S-Bahn-Verlängerung überdies infrage stellt, sind die horrenden Kosten. Herbst spricht von einem sechsstelligen Betrag, der verschlungen würde. Alles in allem: Bereits heute eine Machbarkeitsstudie in Auftrag zu geben, sei „aus fachlicher Sicht nicht empfehlenswert“, sagt Verkehrsexperte Herbst, der zu bedenken gibt, dass es entlang der Autobahn 8 noch nicht einmal Gleise gibt.

Kommentar

Zauscher stiehlt Kreistag die Zeit

Roderich Zauscher weiß um die Größenordnung einer S-Bahn-Verlängerung und der hohen Kosten, die die von ihm geforderte Machbarkeitsstudie verschlingen würde. Dazu ist der Kreisrat zu lange im Geschäft. In erster Linie geht es ihm um mediale Aufmerksamkeit. In zweiter Linie möchte er Druck auf die Entscheidungsträger ausüben. Und dann kommt noch etwas hinzu: Zauscher wohnt in Odelzhausen. Von dort kann er beinahe täglich Staus auf der A 8 beobachten. Eine S-Bahnstrecke daneben wäre sicher hilfreich, um dem horrenden Autoverkehr zu begegnen. Das alles aber rechtfertigt es keineswegs, dem Kreistag, der bei dem Projekt sicher keine Hauptrolle spielt, mit einem wenig Sinn machenden Antrag die Zeit zu stehlen. Und: Für das Geld einer Machbarkeitsstudie könnte man jede Menge Bäume pflanzen, die der BN-Kreischef Zauscher an jeder Ecke fordert.

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