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Sicherheit geht vor: Stefan Januschkowetz (Stadt), Beate Rexhäuser (Schulamt), Adrian Wiedenmann (Stv. Kreisvorsitzender Kreisverkehrswacht), Arthur Fischer (Schatzmeister Kreisverkehrswacht) und Richard Wacht (Polizei, v.l.).

Zum Schulanfang im Landkreis Dachau

Gebt auf die Schulkinder acht!

Eltern, Autofahrer, Schulweghelfer – sie alle können mithelfen, den Schulweg sicherer zu machen, der ab Dienstagauch im Landkreis Dachau für viele Abc-Schützen Neuland ist.

Dachau – Der erste Schultag ist für die meisten Kinder noch ein schönes Ereignis. Die ungeteilte Aufmerksamkeit der Eltern, prall gefüllte Schultüten, spielerisches Lernen – Negatives in Verbindung mit der Schule kommt bei den meisten erst später oder auch nie.

Damit der noch ungewohnte Weg zur Schule auch unfallfrei verläuft, hat die Verkehrswacht gemeinsam mit der Stadt, Polizei und dem Schulamt wieder an die Umsichtigkeit der Verkehrsteilnehmer appelliert: In den Gemeinden hängen die großen gelben Banner, die an den Schulanfang erinnern.

Die Erinnerung ist durchaus nötig, denn ab morgen teilen sich die Pendler die Straßen mit hunderten Erstklässern, die es erst noch lernen müssen, sich im Straßenverkehr zu bewegen. Zwar ist die Unfallstatistik mit sieben Schulwegunfällen 2016 im Vergleich zum Vorjahr um einen Vorfall gesunken, doch „das sind immer noch sieben verletzte Kinder zu viel“, wie der Verkehrsfachmann der Polizei Dachau, Richard Wacht, betont.

Besonders wichtig sei deshalb die Wachsamkeit der Verkehrsteilnehmer, denn Kinder haben ein eingeschränktes Sichtfeld, können Geschwindigkeiten und Entfernungen nicht richtig einschätzen und haben, nicht zu vergessen, einen unbekümmerten Spieltrieb.

Ganz ausdrücklich nimmt Adrian Wiedenmann von der Verkehrswacht auch die Eltern in die Pflicht: Sie sollten genug Zeit für den Schulweg einplanen und die Kinder nicht unter Druck setzen. Polizist Richard Wacht berichtet von der Auffälligkeit, dass mehr gefährliche Gurtvergehen zu beobachten seien, je knapper vor dem Schulgong die Kinder zur Schule gefahren werden.

„Wenn die Zeit knapp ist, gleicht das Ganze fast schon einem Boxenstopp“, meint Beate Rexhäuser vom Schulamt. Die Nachlässigkeit kann empfindliche Strafen nach sich ziehen – und vor allem lebensgefährliche Folgen haben. Wer ohne Kindersitz oder gar nicht angeschnallt fährt, bekommt einen Punkt in Flensburg und 60 Euro Bußgeld. Wacht kündigte für die ersten Schulwochen bereits verstärkte Geschwindigkeits- und Gurtkontrollen rund um Schulen an.

Beate Rexhäuser, beim Schulamt zuständig für Verkehrserziehung und Unfallverhütung, berichtet zudem von Eltern, die ihre Kinder „am liebsten bis ins Klassenzimmer“ bringen würden und mit ihren Autos für ein „selbstgeschaffenes Verkehrsproblem“ vor den Schulen sorgen (Wacht). Deshalb gilt für ihn: Der beste Weg zur Schule ist immer noch der zu Fuß, mit dem Rad oder mit dem Bus. Mit dem Rad allerdings erst ab der 3. oder 4. Klasse, denn erst dann absolvieren die Kinder die Jugendverkehrsschule.

Andere Verkehrsprobleme lassen sich leichter entschärfen – dank einer Reform der Straßenverkehrsordnung. Stefan Januschkowetz, bei der Stadt mit dem Thema Verkehr betraut, lobt, dass künftig auch Hauptstraßen an Schulen zu 30er Zonen gemacht werden können. Geplant ist zudem ein Zebrastreifen in der inneren Schleißheimer Straße sowie eine „Bring- und Holzone“ an der Klosterschule. Über die Änderungen im Detail muss aber zunächst noch der Umwelt- und Verkehrsausschuss entscheiden.

Eine Maßnahme wurde schon umgesetzt: Auf den städtischen Displays an den Ortseingängen werden nicht mehr die Volksfestbesucher gegrüßt, sondern es wird bereits auf den Schulanfang aufmerksam gemacht.

Um die Kinder vorzubereiten, fangen die Schulungen teilweise schon im Kindergarten an und werden in den Grundschulen weitergeführt. Dabei ist manchmal ein Wechsel der Perspektive nötig. Denn was Erwachsenen überhaupt nicht auffällt, kann für Kinder eine echte Herausforderung sein – wie zum Beispiel das Erklimmen der riesig erscheinenden Stufen im Bus. Beate Rexhäuser empfiehlt für die erste Schulwoche, die Kinder zur Schule zu begleiten. Kooperationen in der Nachbarschaft wären hier hilfreich.

ahu

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