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51-Jähriger vor dem Landgericht

Prozess gegen Dachauer Familienvater: Kriegswaffen auf Dachboden

  • Angela Walser
    vonAngela Walser
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Ein ungewöhnliches Verfahren beschäftigt das Landgericht München II. Es geht um Waffen und den Verstoß gegen das Kriegswaffengesetz. Dabei wird einem Familienvater (51) aus Dachau vorgeworfen, Handgranaten, eine Kalaschnikow, über 5000 Schuss Munition und anderes bei sich daheim in der Dorfstraße gelagert zu haben.

Dachau/München – Zu Prozessauftakt räumte der Mann die Vorwürfe der Anklage ein. Doch die Herkunft der Waffen ist ungewiss oder wurde verschleiert. Laut Verteidiger lagen sie in einer Kiste auf dem Dachboden, und es war dem Angeklagten nicht möglich, sie zu entsorgen. Die Polizei war ihm jedoch aufgrund eines anderen Verfahrens auf die Schliche kommen. Das wurde in Schleswig-Holstein geführt, die Beamten waren eigens zur Hausdurchsuchung nach Dachau gekommen. Um was für eine Art von Verfahren es sich handelte, wurde nicht preisgegeben. Nur, dass der 51-Jährige als Zeuge durchsucht werden sollte.

Laut Verteidiger wurde der Mann 1969 im Kosovo geboren. Er wollte Tiermedizin studieren, kam dann aber nach dem Militär 1992 nach Deutschland. Er habe am Bau gearbeitet, erlitt einen schweren Berufsunfall und wechselte zu einer Sicherheitsfirma, wo er seine Frau kennenlernte. Mit ihr und dem Stiefsohn ging er wieder zurück in die Heimat, doch weil der Bursche keinen Tritt fassen konnte, wechselte die Familie zurück nach Dachau. Hier arbeitete der Angeklagte in einer Auto-Waschanlage, bis er im Juni 2019 verhaftet wurde.

Dass er die Waffen auf dem Dachboden bis dato nicht entsorgt hatte, lag auch an den Einnahmen aus der Waschstraße, die der 51-Jährige oft über Nacht daheim aufbewahrte. Er wollte sich gegen Kriminelle wehren können, aber er befürchtete auch Racheakte als Folge des Kosovo-Kriegs. Da die Verteidiger keine Fragen zuließen, mussten diese Aussagen hingenommen werden. Doch aufgrund des immensen Aktenstapels auf dem Richtertisch gab es vermutlich noch einen anderen Grund für das Geständnis.

Ein Polizeibeamter berichtete später als Zeuge, wie die Hausdurchsuchung abgelaufen war. Dass offenbar eine scharfe Schusswaffe im ersten Stock des Hauses lag, beim Entsichern fiel eine Patrone aufs Bett. Auf Nachfragen gab der Angeklagte die Kiste im Dachboden preis. Sie war verschlossen, der Schlüssel fehlte, daraufhin wurde ein Sonderkommando zum Öffnen herbeigerufen. Der Prozess dauert an.

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