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gigi ist nach schwerer Krankheit gestorben.

Eine schillernde Künstlerin ist gegangen

Dachau trauert um gigi

Mit gigi verliert die Große Kreisstadt Dachau eine ihrer bekanntesten Künstlerinnen. Nach schwerer Krankheit ist sie nun gestorben. 

Dachau – Sie trug verschiedenfarbige Socken, machte ein Geheimnis aus ihrem Alter und ihrem bürgerlichen Namen und war vielleicht die bekannteste Dachauer Künstlerin: Nach schwerer Krankheit hat gigi am vergangenen Dienstag für immer den Pinsel aus der Hand gelegt. Sie wurde 74 Jahre alt.

Sie liebte Kinder und Hunde – vor allem aber die Kunst, mit der sie sich kritisch auseinandersetzte und mit der sie selbst polarisierte. gigi war keine, die sich das Leben leicht machte, die um Sympathie buhlte. Sie war eine schillernde Künstlerin mit Ecken und Kanten.

Mit großer Betroffenheit hat die Stadt vom Tod der Künstlerin erfahren. OB Florian Hartmann: „gigi hat die Künstlerstadt Dachau über Jahrzehnte bereichert und geprägt. Zahlreiche ihrer Werke befinden sich auch in der städtischen Gemäldesammlung. Mit gigi verliert die Stadt Dachau ein prägendes Gesicht und eine unüberhörbare Stimme ihrer Künstlerszene. Die Stadt Dachau wird die Künstlerin stets in ehrendem Andenken bewahren.“ An gigis Künstlergrab auf dem Stadtfriedhof wird die Stadt eine Bronzeplakette mit Inschrift anbringen lassen.

gigi lebte und arbeitete seit fast 30 Jahren sehr gerne in der Kleinen Moosschwaige in Dachau. Ihre Ausstellungen, die sie auch in die Partnerstädte Klagenfurt und Fondi führten, organisierte sie stets selbst. Sie malte spontan, ihr Pinselstrich war kraftvoll. Sie liebte die Farbigkeit und verarbeitete ihre Empfindungen. Viele ihrer Bilder tragen ein sonniges Gelb, befördern Freundlichkeit und Zuversicht. Doch zum Gelb griff sie auch, wenn sie wütend war, wie sie den Dachauer Nachrichten in einem Gespräch vor einigen Jahren verriet. „Ein Künstler muss zu seinen Gefühlen stehen. Und auch zu seinen Schwächen“, sagte sie damals.

Kindern fühlte sie sich besonders nah. In einem ihrer Bilderzyklen hat sie die Wahrnehmung der Kinder nachempfunden: In ihren Wurzelbildern agierte sie bewusst mit falscher Perspektive und falschen Größenverhältnissen. Sie arbeitete auch gerne mit Kindern. Immer wieder kamen Schulklassen in ihr Atelier, um zu sehen, wo und wie Kunst entsteht. In den meisten Bildern, die „einfach entstehen, einfach so aus mir rauskommen“, stand der Mensch mit seinen Eigenheiten, Beziehungen und Problemen im Mittelpunkt.

gigi liebte Natur und Landschaft, bildete sie aber nicht ab. Sie ließ sich allenfalls inspirieren, lud gerne am Meer ihren Akku auf, mit ihrem Lebenspartner. Dann zog sie auch die zweierlei Socken aus, ließ den warmen Sand über ihre Zehen rieseln.

gigi wird am kommenden Mittwoch, 29. August, im Stadtfriedhof in Dachau beerdigt. Um 11 Uhr beginnt die Trauerfeier in der Aussegnungshalle.

mm

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