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Brütet bisher noch namenlos: die Amsel am Dachauer Bahnhof.

Kuriose Entdeckung bei Säuberungsaktion der Stadt

Die Radl-Amsel vom Dachauer Bahnhof

„Brutplätze von Amseln liegen typischerweise in Nadelbäumen sowie dicht belaubten Laubbäumen oder Sträuchern“, erfährt der Interessierte im Internet. Die Arbeiter des Stadtbauhofs könnten diesem Eintrag eine Ausnahme hinzufügen: Sie entdeckten bei der Säuberung der Fahrradstellplätze am Bahnhof auf einem verwaisten Gepäckträger eine brütende Amsel.

Dachau  - Einmal im Jahr inspizieren Polizei und Bauhof zusammen die Radlabstellplätze am Bahnhof. „Dieses Jahr waren es 82 Fahrräder, die wir aussortiert haben“, erklärt Josef Kobschütz vom Bauhof. Er und seine Kollegen entfernten gestern nicht nur die „Dauerparker“, sondern verpassten dem Gelände auch eine Intensivreinigung. Die kaputten Räder werden jetzt eingestampft und „der Metallverwertung zugeführt“.

Da bekommt der Begriff Drahtesel eine völlig neue Bedeutung: Stadtbauhofmitarbeiter Josef Kobschütz mit dem Ergebnis seiner Arbeit.

Angst, dass man morgens sein sich in schlechtem Zustand befindliches Radl abstellt und es abends nicht mehr wiederfindet, muss aber niemand haben: Nur Fahrräder, die „absolut fahruntüchtig sind“, werden entsorgt, erklärt Kobschütz weiter. Dabei finden sich teilweise kuriose Konstruktionen. Einem Rad ist anzusehen, dass es zuvor bereits im Wasser lag, weil sich Seepflanzen in den Speichen finden. Weiter gibt es völlig ausgeschlachtete Modelle, an denen kein Rad und kein Lenker, sondern nur noch Rahmen und ein säuberlich angebrachtes Schloss (!) zu finden ist. Bei einem anderen Exemplar wurde das metallene Schutzblech, fast schon kunstvoll, um die Queerstange gewickelt. „Da fragt man sich schon, wer dafür die Energie aufwendet“, wundert sich wohl nicht nur Josef Kobschütz.

So oder so, um den Bruterfolg der Radl-Amsel nicht zu gefährden, sollten Radler am Dachauer Bahnhof die nächsten beiden Wochen ihren Stellplatz besonders sorgfältig auswählen. So lange dauert nämlich in etwa die Brutzeit des Vogels. Die Bauhofarbeiter gingen gestern gleich mit gutem Beispiel voran und machten einen Bogen um die Amsel mit der kreativen Schlafplatzwahl. „Das Rad wäre eigentlich entsorgungswürdig, aber da machen wir natürlich eine Ausnahme“, erzählt Kobschütz.

Noch brütet das Tierchen übrigens namenlos, Vorschläge nehmen wir gerne entgegen. 

(ahu)

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