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Was wollen’s wissen, Herr Kommissar? Die Kioskverkäuferin (Michaela Felber) unterhält sich vor dem Dachauer Joker´s Pub in einer Filmszene mit Kommissar Josef Bayer (Christian Past). Hinter der Kamera steht Günter A. Zigawe, und die Filmklappe hält Roland Schubert, der im Film als Leichengräber zu sehen sein wird.

Eine Bayerische Komödie

Kommissar Bayer und der Tote in der Brauerei

In Dachau und Landshut wurden alle Szenen gedreht: Eine kleine Filmcrew hat eine bayerische Krimonalkomödie gedreht.

Dachau – Sie haben alles selbst gemacht: Vom Verfassen des zehnseitigen Drehbuchs bis hin zum Filmen, Schauspielern, Regieführen und Schneiden. Im Oktober dieses Jahres wollen Christian Past (48) und Günter A. Zigawe (57), die Köpfe des 17 Mann starken Hobbyfilmteams, ihre bayerische Komödie der Öffentlichkeit präsentieren.

Das wird ein kniffliger Fall für Kommissar Josef Bayer und seinen Kollegen Jansen. Denn: Sie finden einen Bierfahrer tot in einer Brauerei auf. Doch wie ist der Vater von sieben unehelichen Kindern gestorben? Im Nu sind sich die Kommissare einig: Das muss ein Unfall gewesen sein. Als dann aber ein Gerichtsmediziner auf den Plan tritt, steht schnell fest: Schuld am Tod des Opfers war keineswegs ein Unfall, sondern vielmehr ein dumpfer Schlag auf dessen Hinterkopf.

„Und so beginnt die spannende Suche nach dem oder den Tätern“, erklärt Christian Past. Die Idee, eine selbst ausgedachte bayerische Komödie zu verfilmen, hatte der Dachauer Anfang April. Unterstützung bekam er dabei von seinem Freund Günter A. Zigawe aus Neufahrn. „Wir saßen in meinem Wintergarten, und als Christian die Idee hatte, einen Kurzfilm über einen Kriminalfall zu drehen, habe ich spontan gesagt: Gut, dann machen wir das“, sagt der 57-Jährige.

Bereits knappe vier Wochen nach der ersten Idee hatte Christian Past das zehnseitige Drehbuch fertig gestellt. Sogleich ging es an die Auswahl der Schauspieler. Diese fanden die beiden hauptsächlich in ihrem Freundeskreis: „Wir haben – wenn man Günter und mich mit einrechnet – insgesamt 17 Schauspieler für den 20-minütigen Film engagiert“, berichtet Christian Past. „Von den Darstellern ist zwar keiner ein echter Profi, aber auch niemand ein richtiger Laie, denn die meisten sind Kleindarsteller“, fügt sein Kollege hinzu.

Im Juni stand nun der Dreh in Dachau und Landshut an: „Wir haben an zwei Wochenenden je zwei Tage lang für zehn Stunden gedreht“, erklärt Günter A. Zigawe. „Insgesamt sind dabei 22 Szenen zusammengekommen.“ Eine solche Szene dauert durchschnittlich etwa eine Minute. „Der gesamte Film hat folglich eine Länge von etwas mehr als 20 Minuten“, sagt Past.

Zigawe und Past haben das Projekt zusammen finanziert. „Mit allem drum und dran müsste uns das Ganze um die 500 bis 600 Euro gekostet haben“, sagt Past. Davon verschlang alleine das Film-Equipment satte 400 Euro: Kamera, Tonrekorder, Funksender und Co. lieh sich die Crew an beiden Drehwochenenden von einem Kameraverleih aus.

Kennt man das verhältnismäßig niedrige Budget, drängt sich eine Frage natürlich auf: Wie funktioniert das mit der Bezahlung der Schauspieler? „Die Antwort ist simpel“, sagt Christian Past. „Es gibt keine Bezahlung. Jedes Teammitglied hat neben dem Beruf seine Freizeit für uns geopfert.“

Das wissen die beiden zu schätzen: „Wir sind allen sehr dankbar für ihren Einsatz und dafür, dass sie den Dreh mit der notwendigen Ernsthaftigkeit angegangen sind“, erklärt Günter A. Zigawe. „Aber trotzdem wurde am Set auch viel gelacht“, fügt er hinzu und kann sich ein Grinsen nicht verkneifen.

Im Oktober – irgendwann nach Ende der Wiesn – soll der Film das erste Mal gezeigt werden. „Unser Wunsch ist es, die Premiere in einem 700-Mann-Saal im Münchener Werksviertel zu machen“, sagt Zigawe. „Der Eintrittspreis wäre dann nur so hoch, dass wir die Kosten für die Saalmiete decken können.“ Denn es sei nicht ihr Hauptanliegen, etwas zu verdienen, fügt Christian Past hinzu.

Darüber hinaus soll der Film in mehreren Bars und Kneipen – wie beispielsweise im Dachauer Joker’s Pub – gezeigt werden. „Da werden wir zwar ein Schweinderl aufstellen, aber keinen Eintritt verlangen“, erklärt Zigawe.

Auch wenn ein Gewinn nicht ihr Hauptanliegen ist, würden sich beide freuen, wenn sie für die Zukunft einen Sponsor finden würden: „Wir haben nämlich bereits jetzt ein zweites Filmprojekt geplant“, kündigt der 48-jährige Dachauer an. „Für den zweiten Dreh wäre uns mit 1000 bis 1500 Euro bereits gedient.“

Doch wer die beiden leidenschaftlichen Hobby-Produzenten einmal selbst in ihrem Element erlebt hat, weiß: Selbst wenn sich ein solcher Sponsor nicht finden würde, wäre das mit Sicherheit nicht das Aus für den zweiten Dreh.

nn

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