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Surreale Kindermenschen, phantastische Bilderwelten: Der Berliner Maler Bodo Rott zeigt in der KVD -Galerie in der Altstadt gerade seine Ausstellung „Kontinent Sieben“.

Ausstellung in der KVD-Galerie

Wenn in Bildern Räume entstehen

„Ich male keine Räume, ich erschaffe neue Räume“, sagt Bodo Rott über seine Kunst. Eine Auswahl davon hängt unter dem Titel „Kontinent Sieben“ nun seit einigen Tagen in der Galerie der KVD.

Dachau – In der Tat scheinen seine eigentlich eindimensionalen, meist bunten Bilder eine Tiefe zu haben, sodass sie auf den ersten Blick mehr wie Collagen als Gemälde wirken. Die vermeintlichen Schnipsel von gezeichneten Alltagsgegenständen, Blumen oder Tieren in verschiedenen Formen ordnet Rott dicht gedrängt sowie überlappend an und fügt Schattierungen hinzu, sodass der Eindruck übereinander geklebter Papierstücke entsteht. Diese lineare Malart der Gegenstände und Blumen erinnert fast an Holzschnitte.

Zudem malt Bodo Rott nie in Zentralperspektive, sondern gibt die Motive stark verkrümmt wieder, oft von schräg oben. Das alles verstärkt den Collagen-Look und führt dazu, dass der Betrachter sich oft erst im Bild zurecht finden muss.

Anstatt Papier und Kleber benutzt Rott ausschließlich den Pinsel. „Ich grundiere mein Bild mit einer Farbe, beispielsweise grau“, erklärt er auf der Vernissage vor seinem Bild „Atelier“, in dem sich unter einem Fenster der Müll zu stapeln scheint. „Danach setze ich weiße Kacheln und male darin den Gegenstand“, erklärt er weiter und blickt auf die zerknüllte Dose und die Streichholzschachtel, die sich in einer Ecke neben vielen anderen Gegenstände zusammendrängen. „Das passiert aber immer abwechselnd“, sagt er. So entstehe eine neue Form und das Werk beim Machen.

Vorskizzen gebe es nie, weshalb er auch erst am Ende wisse, wie das Bild aussieht. „So bin ich der erste, der sich an das Bild gewöhnen muss“, sagt er, wohl in dem Wissen, dass seine meist großformatigen Bilder anfänglich schwindelig machen.

„Mich hat der Raum an sich schon immer fasziniert, doch ich suchte eine andere Formulierung von Raum und entscheide mich bewusst gegen die Zentralperspektive“, erklärt er zu den Gegenständen, die in ihrer Perspektive stark verkrümmt dargestellt sind.

Anders als in seinem Werk „Atelier“ kommen in manch seinen Bildern auch Menschen in Kindergestalt vor. „Diese Figuren nenne ich Nicht-Kinder-Kinder, weil sie der Statur nach wie Kinder erscheinen, doch aufgrund ihrer Handlungsweise oder des Gesichtsausdrucks die Anmutung des Kindes in eine andere Anmutung verschieben“, führt der Berliner aus. Sie würden eine archaische Haltung repräsentieren, weil sie Fantasie und Wirklichkeit miteinander vermischen.

Für ihn sind sie Forscher und Eroberer in diesem Fantasiereich. „Das ist der Siebte Kontinent“, sagt er auch in einem Vorstellungsvideo, das auf der Internetseite der KVD sowie in der Galerie zu sehen ist.

Zusätzlich zu seinen Gemälden gibt es auch Tuschezeichnungen. „Sie sind keine Vorarbeiten oder Nachbereitungen, sie sind eine eigene Gruppe, wo ich mich auf Themen einstimme“, erzählt er hierzu. Auch bei diesen Bildern arbeitet er in Schichten. Seine Tuschezeichnungen übermalt er teilweise mit weißer Acrylfarbe und zeichnet dann wieder mit schwarzer Tusche darüber.

Die Ausstellung „Kontinent Sieben“ in der Galerie der KVD in Dachau ist bis Montag, 2. August, zu folgenden Öffnungszeiten zu besichtigen: Donnerstag bis Samstag von 16 bis 19 Uhr sowie Sonntag von 12 bis 18 Uhr. Es gilt Mund-Nasen-Schutz-Pflicht. Es dürfen sich höchstens zwölf Besucher in der Galerie aufhalten.

mik

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