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Dem Landkreis Dachau gehen die Lehrer aus

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Dachau - Die mobile Reserve ist aufgebraucht, erkrankte Lehrer werden nicht mehr ersetzt, reihenweise fallen Stunden aus. Der Lehrerverband schlägt für die Grund- und Mittelschulen im Landkreis Dachau Alarm.

Sämtliche Pädagogen, die an der jüngsten Kreisausschusssitzung des BLLV (Bayerischer Lehrerverband) teilnahmen, haben die Engpässe kritisiert. Deshalb fordert der BLLV vom Kultusministerium, nächstes Schuljahr die mobile Reserve deutlich zu erhöhen. „An zahlreichen Schulen“, berichtet die Kreisvorsitzende Jutta Gerstl, „kommt es zu Engpässen in der Versorgung, die für die Schüler eine Benachteiligung bedeutet, und für die Kollegen eine zusätzliche Belastung.“ Um längerfristig erkrankte oder in Mutterschutz gehende Lehrkräfte zu ersetzen, gibt es eine Mobile Reserve. Diese sei aber so gut wie aufgebraucht.

„Das ist schon eine enorme zusätzliche Belastung für die Lehrer“, bestätigt Gabriele Dörfler, Rektorin der Grundschule in Dachau-Ost. „Denn die Kollegen müssen dann Zusatzstunden geben.“ Und Schüler würden auf andere Klassen aufgeteilt – angesichts der dann großen Klassenstärken kein Spaß für die Lehrer. An Förderunterricht ist gar nicht mehr zu denken. Der BLLV-Kreisvorstand kritisiert diesen Zustand scharf. Einerseits sei es eine Benachteiligung von Schülern. Andererseits habe „die zusätzliche Belastung an vielen Schulen das erträgliche Maß überschritten“, sagt Jutta Gerstl. Das sei im Übrigen keine Kritik am Schulamt. „Das Schulamt verwaltet die Mängel ebenso wie die Kollegen vor Ort. Am Schluss wird es wieder heißen, dass es die Schulen doch wieder irgendwie wieder hinbekommen haben“, sagt der stellvertretende Kreischef des BLLV, Stefan Wohletz. „Es ist doch den Eltern und Lehrern nicht einsichtig zu machen, dass es auf der einen Seite ein Heer von arbeitslosen Junglehrerinnen gibt und auf der anderen Seite Unterricht ausfällt oder vertreten werden muss.“ In der Grundschule in Dachau-Ost will sich die Rektorin nicht beklagen. Schon gar nicht über ihre Lehrer: im Gegenteil. „Die Kollegen kommen nur dann nicht, wenn sie schon den Kopf unterm Arm tragen. Denn sie wissen ja, dass sonst ein ganzer Vormittag ausfällt. So manchen müsste ich aber eigentlich heimschicken.“ Die mobile Reserve sei definitiv unterbesetzt, bestätigt sie. Man habe nicht aus den Erfahrungen der Vergangenheit gelernt. Schließlich sei bekannt, wie viele Lehrer durchschnittlich krank werden. „Momentan kann ich nicht klagen“, sagt Dörfler. „Aber in einer Woche im Dezember sind einmal 90 Schulstunden einfach ausgefallen.“

(tor)

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