Landkreis hat 16 Rehkitzretter gekauft

Den vielfachen grausamen Tod verhindern

Es sind einfache Geräte, aber sie bewahren vor einem grausamen Tod: Rehkitzretter. 16 davon hat der Landkreis Dachau jetzt angeschafft.

Dachau – Jährlich sterben mindestens 100 000 Rehkitze in ganz Deutschland einen grausamen Tod. Beim Mähen der Wiesen werden sie von den landwirtschaftlichen Maschinen erfasst und getötet. Die getöteten Kitze sind meist unter 14 Tage alt, da sie sich nur während der ersten beiden Lebenswochen im Gras ducken. Längst nicht alle Kitze sind allerdings auf der Stelle tot. Manche werden schwer verletzt und müssen dann vom zuständigen Jäger erlöst werden.

„Die Verantwortung, dass kein Wirbeltier beim Mähen verletzt oder getötet wird, liegt bei den Landwirten“, stellt Günter Schön, Jäger in Vierkirchen und ehrenamtlicher Mitarbeiter der Unteren Naturschutzbehörde im Landratsamt, klar. Jäger seien aber gerne bereit zu helfen.

Für mehr Sicherheit sollen 16 Rehkitzretter sorgen, in die der Landkreis Dachau investiert hat. So soll der Tod möglichst vieler Kitze verhindert werden. „Dieses batteriebetriebene Gerät blinkt in der Nacht blau und gibt Signaltöne ab. Davon abgeschreckt, führen die Rehgeißen ihre Kitze aus der Wiese“, erklärt Schön.

Am Samstag, 14. Juli, werden diese Rehkitzretter beim Tag der Offenen Tür im Landratsamt um 13.30 Uhr auf der Bühne feierlich den Vertretern des Jägervereins und dem Maschinenring übergeben.

Interessierte Bauern können die Geräte am Abend vor der Mahd ausleihen und in die Wiesen stecken. Das Gerät stoppt in der Nacht für eine halbe Stunde, die von den Ricken genutzt wird, um die Kitze herauszuführen.

In Vierkirchen werden die lebensrettenden Geräte schon seit drei Jahren eingesetzt. „Seit dem ist kein Rehkitz mehr den Mäh-Tod gestorben“, bestätigt Schön. Die Anzahl der Rehkitzretter reiche jedoch noch nicht für das große Jagdrevier, weshalb von acht vorhandenen auf mindestens 25 Stück aufgestockt werden muss. Ein Gerät reiche für eine circa drei Hektar große Wiese.

Die Bauern werden durch die Zusammenarbeit mit den Jägern sensibilisiert, sind aber letztlich selbst für ihre Flächen und den Schutz der Rehkitze verantwortlich. „Die Anschaffung eines Rehkitzretters kostet um die 100 Euro. Dafür können beispielsweise auch die Einnahmen aus der Jagdpacht verwendet werden“, schlägt Schön vor.

Auch der Bauernverband setzte sich im Frühjahr mit einer Bezuschussungsaktion für die flächendeckende Verwendung der lebensrettenden Geräte ein.

Fast kostenlos sind hingegen Pflöcke, die rund um die Wiese angebracht und mit blauen Mülltüten versehen werden. Die Signalfarbe Blau sowie das Rascheln der Tüten im Wind regt die Rehe ebenfalls an, ihre Jungtiere aus der Wiese zu führen. „Letztendlich zählt jedes Rehkitz, das vom Tod bewahrt wird“, so Schön. 

Eva-Maria Dillitz

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