Zwei Buben in der Schule
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Der Landkreis Dachau investiert in den kommenden zehn Jahren rund 300 MIllionenEuro in Schulen.

Ausgaben bis 2030

Landkreis Dachau investiert fast 300 Millionen Euro in Schulen

  • Stefanie Zipfer
    vonStefanie Zipfer
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Der Kreis Dachau ist beim Zuzug bundesweit spitze. Das wirkt sich auf die Schulpolitik aus: Allein die Baumaßnahmen machen bis 2030 fast 300 Millionen Euro aus.

Dachau – Der Landkreis wächst und wächst und wächst. Laut Landratsamts-Kämmerer Michael Mair ist Dachau mit seinem Einwohneranstieg mittlerweile nicht nur Spitze in Bayern, sondern in ganz Deutschland. Die Folge: Mehr Einwohner bedeuten auch mehr Kinder. Und die müssen beschult werden.

Wie schon die Stadt Dachau bei der Präsentation ihrer Haushaltszahlen (wir berichteten), stimmte gestern daher auch die Landkreisverwaltung im Schulausschuss des Kreistags ein Klagelied an. Demnach erwarten die Verantwortlichen für Baumaßnahmen im Bereich weiterführender Schulen – für Grund- und Mittelschulen sind die Kommunen selbst zuständig – in den kommenden zehn Jahren Investitionen in Höhe von 282 Millionen Euro.

Zwei neue Gymnasien werden gebaut

Die dicksten Brocken dabei sind, klar, die beiden Gymnasien. Für das Karlsfelder Gymnasium, dessen Bau planmäßig Mitte 2022 beginnen soll, werden Kosten von 75 bis 85 Millionen Euro prognostiziert; für das Röhrmooser Gymnasium, das ab Frühjahr 2023 in die Bauphase gehen soll, wird mit Kosten von 55 bis 65 Millionen Euro gerechnet. Immerhin: Für beide Maßnahmen gibt es bis zu 30 Prozent Fördermittel, an den Kosten für das Karlsfelder Gymnasium wird sich auch die Stadt München beteiligen.

Landrat Stefan Löwl gab zu, dass angesichts dieser beiden Großbaustellen vergleichsweise kleinere Maßnahmen – etwa ein Ersatzbau für die Fördereinrichtung Greta-Fischer-Schule – erst in den Jahren ab 2026 möglich seien. Nach den beiden neuen Gymnasien, so Löwl, „müssen wir Luft holen, planen und können dann neue Projekte angehen“.

Indersdorf soll FOS bekommen

Zu diesen neuen Projekten zählt dann die Angliederung einer FOS an die Realschule Indersdorf sowie der Bau weiterer Turnhallen. Weil dem Landkreis hierfür jedoch die Grundstücke fehlen, streben die Verantwortlichen Kooperationen mit Sportvereinen an. Diese nämlich, so Kämmerer Mair, „haben am Vormittag Kapazitäten frei“.

Apropos Kapazitäten: Weil der Bau zweier Gymnasien die personellen Kapazitäten im Landratsamt überfordern würde, hatte sich der Kreistag im Sommer mit großer Mehrheit dafür entschieden, den Bau des fünften Landkreis-Gymnasiums in Röhrmoos in einem sogenannten ÖPP-Modell zu errichten. ÖPP steht für öffentlich-private Partnerschaft; ein Privatunternehmen soll dabei den Bau übernehmen und nach einer verhandelten Laufzeit das Schulgebäude an den Landkreis zurückgeben. Wichtig dabei, so Landrat Stefan Löwl: Der Vertrag werde inklusive Hausinstandsetzung unterschrieben; private Unternehmen würden nämlich dazu neigen, genau so zu bauen, dass fällige Reparaturen erst nach Übergabe der Immobilie anfallen.

Marianne Klaffki (SPD) ist schon heute gespannt, „welche Erfahrungen wir mit diesem ÖPP machen werden“. Landrat Löwl jedenfalls glaubt zu wissen: „Geld sparen wir uns damit nicht, aber massiv Zeit und Personal.“

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