Kreisausschuss stimmt für Integrationsbeirat

Ein Gremium mitsamt Migranten

Der Landkreis Dachau soll einen Integrationsbeirat bekommen. Das hat der Kreisausschuss nun auf einen Antrag von Grünen, SPD und ÖDP hin beschlossen. Ein Beirat mit Behörden und Politikern – und Vertretern der Migranten.

Dachau– Die Integration von Migranten, Ausländern und Asylbewerbern – das soll das Ziel des Beirats sein. Die Idee des Antrags von Grünen, SPD und ÖDP war eine Plattform zu schaffen, in der Landkreis, Kommunen, Ehrenamtliche und Bildungsträger ihre Arbeit besser verzahnen, Konzepte entwickeln und Forderungen diskutieren können. Das Gremium sollte laut Antrag nichtöffentlich tagen, es sollte Probleme beschreiben, Lösungen finden und bei Konflikten vermitteln.

Nun ist der Antrag im Kreisausschuss beraten worden. Die Verwaltung betonte zwar, dass aus ihrer Sicht „keine zwingende Notwendigkeit“ bestehe, einen solchen Beirat einzurichten, weil „die Interessen von Migranten bereits durch die Tätigkeit verschiedener Stellen im Landratsamt berücksichtigt werden“. Doch sie hat den Antrag trotzdem durchforstet, und ist, zusammen mit den Antragstellern, auf Weiterentwicklungen gekommen: Statt, wie vorgeschlagen, nur acht Politikern und vier Vertretern der Bildungsträger sollen nun auch Vertreter der Migranten in dem Beirat sitzen. Und zwar gehe es bei dem Thema ja nicht nur um Asylbewerber, betonte Landrat Stefan Löwl in der Sitzung, sondern auch um viele andere Migranten. Also kommen in den Rat: Sieben Migranten, sieben Vertreter von Fachstellen und sieben Politiker (siehe Kasten). 23 050 Ausländer leben derzeit im Landkreis, die größten Gruppen sind Italiener, Türken und Polen. Das Landratsamt will also diese Gruppen anschreiben, damit sie selbst Vertreter benennen können. Zudem soll ein Integrationspreis ausgelobt werden, dotiert mit 500 Euro.

Die Frage blieb dann noch: Was soll der Beirat tun? Wolfgang Offenbeck (CSU) betonte: „Die Themensetzung sollte klar sein.“ Es sollten dort keine politischen Fragen diskutiert werden, sondern eher „Best-Practice-Fälle“ gelobt werden. Deshalb auch sollte der Integrationspreis seiner Meinung nach höher dotiert werden: „Das Positive muss man unterstützen, über gute Beispiele wird man voran kommen.“ Löwl erklärte, dass wohl die Kommunikation am wichtigsten sei: „Wenn man Maßnahmen erläutert, erntet man Verständnis.“ Und ansonsten bestehe die Gefahr, dass „wir gar nichts mehr von den Problemen erfahren“. Insofern sei das Wichtigste „der Austausch, und zwar in beide Richtungen“. Der Beirat könne ein „Medium“, aber auch eine „Frühwarnstufe“ sein. Das Preisgeld hält er für hoch genug, „das ist ein Anfang“.

Der Antrag wurde so mit den Erweiterungen beschlossen – ohne Gegenstimme. Nina Praun

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