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Verseuchte Forellen sorgen in Freising und Dachau derzeit für Wirbel. Das Foto zeigt eine Regenbogenforelle, die aus der Isar gefischt wurde (Symbolfoto).

Speisefische mit Malachitgrün verunreinigt

Fisch-Skandal: Dachauer Züchter erstattet Selbstanzeige

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    Nikola Obermeier
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In Freising sind Speisefische mit Malachitgrün verunreinigt worden. Doch nun weitet sich der Skandal um die verseuchten Fische aus - in den Landkreis Dachau.

Landkreis–  Der Fisch-Skandal, der den Landkreis Freising erschüttert, zieht Kreise: Auch Speisefische in einem Zuchtbetrieb im Landkreis Dachau waren mit dem krebserregenden Malachitgrün belastet. Der Inhaber erstattete Selbstanzeige.

Der Skandal hat im September seinen Anfang genommen. Das Landratsamt Freising sperrte drei Fischzuchtbetriebe im Landkreis Freising. Proben hatten ergeben, dass Fische stark mit Malachitgrün belastet sind, einem Fischarzneimittel, das krebserregend sein könnte und daher bei Speisefischen verboten ist. Den drei Zuchtbetrieben ist es derzeit untersagt, Fische in den Verkehr zu bringen. Einer der Drei hat sich selbst angezeigt: Bernd Kiffner, der neben einem Betrieb im Landkreis Freising einen zweiten im Landkreis Dachau führt.

Fisch-Skandal weitete sich aus: Landratsamt Dachau wurde Ende September informiert

Das Landratsamt Dachau wurde Ende September 2018 Jahres aus Freising über die Ermittlungen informiert, wie Pressesprecher Wolfgang Reichelt auf Anfrage mitteilte. Das Veterinäramt habe daraufhin die Betriebsstätte des Fischzuchtbetriebs im Landkreis Dachau kontrolliert, den Fischverkauf untersagt und Proben genommen. „Kein Fisch war so belastet, dass eine Gesundheitsgefährdung bestanden hätte“, so Reichelt. Zudem habe das Veterinäramt ermittelt, an wen die vor Ende September verkauften Fische kamen, „und diese Käufer wurden sofort informiert“. Die Teiche, die positiv beprobt wurden, seien bis dato gesperrt. Demnächst werden wieder Proben genommen, und wenn diese negativ seien, dürfen Speisefische eingesetzt und verkauft werden. „Während der Sperre durften in unbelastete Teiche Satzfische zum Weiterverkauf eingebracht werden“, so Reichelt.

Kiffner bestätigte gegenüber dem Freisinger Tagblatt die Selbstanzeige. „Es stimmt, dass es bei mir Fische gegeben hat, die mit Malachitgrün belastet waren. Ich habe bei den zuständigen Stellen alles offengelegt. Mehr kann ich dazu im Augenblick nicht sagen.“ Dass er noch belastete Fische verkauft habe, nachdem er sich selbst angezeigt hatte, bestreitet er. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft laufen.  

Der Fisch-Skandal zieht immer weitere Kreise. Jetzt hat das Fernsehen die Behörden ins Visier genommen - und ein absurdes Detail zu Tage gefördert.

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