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Ohne Gegenstimme wurde Martin Güll (2.v.l.) für eine dritte Periode im Landtag nominiert. Martina Tschirge aus Indersdorf (2.v.r.) wurde zur Bezirkstagskandidatin gewählt. Zur Nominierung gratulierten die Mandatsträger der SPD im Landkreis, der neue Bundestagsabgeordnete Michael Schrodi (l.), stellvertretende Landrätin Marianne Klaffki und Dachaus Oberbürgermeister Florian Hartmann.  

Landkreis-SPD nominiert Kandidaten

Am liebsten Schulminister

Ohne Gegenstimme hat die Landkreis-SPD Martin Güll für eine dritte Periode im Bayerischen Landtag nominiert. Angesichts der prognostizierten neuen Kräfteverhältnisse hofft der 64-Jährige, künftig die Bildungspolitik mitgestalten zu dürfen. Der Posten eines „Schulministers“ reizt ihn. Martina Tschirge wurde derweil zur Bezirkstagskandidatin der Genossen gewählt.

Von Franz Hofner

Dachau/Erdweg – Bei der Landkreisdelegiertenversammlung der SPD am Mittwochabend im Wirtshaus am Erdweg wurde der Landtagsabgeordnete und Bildungsexperte Martin Güll aus Hilgertshausen von den 42 anwesenden Kreisdelegierten der SPD bei einer Stimmenthaltung für seine dritte Periode im Landtag nominiert.

Als Vorsitzender des Bildungsausschusses des Landtages ist Güll Gegenpart des Kultusministers. Er sieht im Bereich der Bildung noch große Aufgaben kommen und wäre ein besserer Schulminister, wie er bei seiner Nominierungsrede betonte. Als gutes Omen bezeichnete er den am Tag der Nominierung bekanntgegebenen Bayerntrend, wonach die CSU die absolute Mehrheit verlieren und auf einen Koalitionspartner angewiesen werden sein könnte.

Als Kandidatin für den Bezirkstag stellten die Genossen die stellvertretende Landkreisvorsitzende Martina Tschirge aus Markt Indersdorf auf. Die 50-jährige Gemeinderätin arbeitet im Landratsamt in der Koordinierungsstelle für Ehrenamt, Integration, Bildung und Demographie managen. Als Bezirksrätin will sie sich für eine Verbesserung der Pflegesituation einsetzen. Die Sozialpolitik liege ihr sehr am Herzen, ebenso das Interesse für Kultur. 37 von 42 Delegierten nominierten sie als Kandidatin.  

Martin Güll hatte die Mandatsträger der SPD im Landkreis, darunter den neu gewählten Bundestagsabgeordneten Michael Schrodi, Landratstellvertreterin Marianne Klaffki und Oberbürgermeister Florian Hartmann begrüßt. Schrodi berichtet von seiner bisherigen Arbeit in Berlin. In der nächsten Woche werde der Bundestag die Ausschüsse einsetzen, sodass die Arbeit richtig beginnen kann. Was die Bildung der neuen Regierung anbelangt, werde es sich die Partei nicht leicht machen. Im Falle einer GroKo müsste Vertrauen neu gebildet und die Themen Solidarität und Gerechtigkeit herausgestellt werden. Sollte es zu einer Großen Koalition kommen, werde er auf einem Sonderparteitag im Wahlkreis über die ausgehandelten Ergebnisse informieren, sagte der Abgeordnete zu.

Landtagsabgeordneter Martin Güll zeigte sich für seine erneute Kandidatur hochmotiviert. Seit 2008 ist der 64-Jährige Mitglied des Landtages und stellt sich damit zum dritten Mal zur Wahl. Eine weitere Legislaturperiode verspricht angesichts der aktuellen Zahlen spannend zu werden. Die politischen Verhältnisse würden sich deutlich verändern, ist er überzeugt. Für die Menschen in Bayern sei es wichtig, sozialdemokratische Politik zu bekommen. Im Übrigen sei er noch nicht fertig mit dem „Bohren dicker Bretter“ in der Bildungspolitik, betont der bildungspolitische Sprecher der SPD-Fraktion und Vorsitzender des Ausschusses für Bildung und Kultus. Dazu war er gerade bei Bildungskonferenzen in ganz Bayern unterwegs und habe dabei erschreckende Zustände vorgefunden.

Herausforderungen seien auch im Bereich der Wohnungsbaupolitik zu meistern. Schon für eine Normalverdienerfamilie werde es im Ballungsraum München immer schwieriger, bezahlbare Mietwohnungen zu finden, und angesichts der explodierenden Bodenpreise rücke der Erwerb einer Eigentumswohnung oder eines kleinen Hauses in unerreichbare Dimensionen. Selbst eine Stadt wie Dachau, die große Leistungen im sozialen Wohnungsbau erbracht habe, stehe vor schwer lösbaren Problemen, wenn sie keinen Grund und Boden mehr erwerben könne.

Notwendig sei auch eine deutliche Verbesserung des ÖPNV. Hinsichtlich des Ausbaus des Flughafens München wählte der Abgeordnete klare Worte: Er sei ein großer Befürworter des Flughafens, aber ein klarer Gegner der dritten Startbahn. Man müsse erst einmal für eine bessere Anbindung des Flughafens ans Schienennetz sorgen.

Auch kostenfreie Kindergärten und ein Rechtsanspruch auf Ganztagesbetreuung in der Grundschule stehen auf der Agenda von Martin Güll.

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