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Das Wachstum in den Gemeinden auf einen Blick: Ganz oben steht Schwabhausen mit einem Wachstum von 46,5 Prozent seit 1990, gefolgt von Vierkirchen.

Starkes Bevölkerungswachstum

Magnet Landkreis Dachau

Der Landkreis Dachau wächst und wächst. Seit 1990 gibt es rund 30 Prozent mehr Bewohner. Doch welche Gemeinde ist am stärksten gewachsen? An erster Stelle liegt Schwabhausen, gefolgt von Vierkirchen. Die Bürgermeister meinen zu wissen, warum.

LandkreisVor 25 Jahren haben im Landkreis Dachau 112 000 Menschen gelebt, 2015 waren es napp 150 000 Einwohner – Tendenz steigend. Dachau wird das stärkste prozentuale Bevölkerungswachstum der benachbarten Landkreise bis 2034 prognostiziert – inklusive München.

Die Gemeinde Schwabhausen hat laut den Daten des bayerischen statistischen Landesamts in den vergangenen 25 Jahren am meisten zugelegt – mit einem Plus von 46,5 Prozent. Bürgermeister Josef Baumgartner (Freie Wähler im Landkreis Dachau) sieht als Ursache vor allem die gute Kinderbetreuung. „Wir haben immer darauf geachtet, gute Angebote zu haben, wie zum Beispiel eine Ganztagesschule.“ Zudem sei die Infrastruktur mit vielen Sport- und Einkaufsmöglichkeiten für viele ein Anreiz, nach Schwabhausen zu ziehen. Die Gemeinde habe sich immer kleinflächig entwickelt, ohne große Neubaugebiete. So soll es bleiben: „Der Gemeinderat ist der Meinung, dass wir die weitere Entwicklung moderat angehen wollen, auch wegen der Folgekosten, die durch viele Neubauten entstehen. Zum Beispiel die Kinderbetreuung.“ Dennoch soll noch in diesem Jahr der Flächennutzungsplan überarbeitet werden, um neue Bauplätze zu ermöglichen. „Der Gemeinderat wird aber darauf achten, dass sich das Wachstum in Grenzen hält.“ Nach einer Erhebung der Verwaltung gibt es in der Gemeinde derzeit etwa 130 Baugrundstücke innerorts, die baureif wären. „Die Eigentümer wollen sie aber weder verkaufen noch bebauen“, berichtet Baumgartner. Weiteres Potential ist also vorhanden.

Auf Platz zwei liegt die Gemeinde Vierkirchen. Hier beträgt das Wachstum 46,1 Prozent. Bürgermeister Harald Dirlenbach (SPD) erklärt sich das mit den günstigen Standortfaktoren. „Wir sind eine S-Bahngemeinde, haben immer die Infrastruktur ausgebaut, liegen an drei Autobahnen und in Flughafennähe.“ So seien Bevölkerung und Gewerbe gewachsen. Das letzte Neubaugebiet wurde 2015 mit 35 Bauplätzen in Giebing freigegeben. Das habe der Gemeinde 42 neue Bürger beschert. Aktuell befindet sich ein weiteres Baugebiet in Planung: Pasenbach Nord 3. „Das wird aber noch vier bis sieben Jahre dauern“, so Dirlenbach. 800 bis 1000 Menschen sollen hier eine Heimat finden. Auch der soziale Wohnungsbau sei hier möglich. Allerdings müssen noch Gutachten erstellt werden und vor allem Grundstückseigentümer ihre Flächen verkaufen.

Am wenigsten gewachsen ist Röhrmoos. Lediglich um 14,5 Prozent stieg die Einwohnerzahl seit 1990. Nach Angaben von Erwin Zelenka, Geschäftsleiter der Gemeinde, ist das auf zwei Faktoren zurückzuführen: Die Gemeinde will aus eigener Kraft wachsen. Infrastruktur soll vorhanden und ausreichend sein. Deswegen wird in kleinen Schritten gebaut. Der zweite Faktor ist das Franziskuswerk Schönbrunn. „Hier gab es eine strukturelle Veränderung. Die Bewohnerzahl wurde reduziert, Wohngruppen wurden ausgelagert“, so Zelenka. Da die Bewohner auch Bürger von Röhrmoos sind, hat sich das in der Einwohnerzahl bemerkbar gemacht.

Conny Kirmaier

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