13 Personen mit Zetteln in der Hand
+
Beim Ehrenamtsempfang würdigte Landrat Stefan Löwl (h.l.) von links, vordere Reihe: Madeleine Denet-Wienforth, Katharina Johanna Probst, Brigitte Hinterscheid und Maria Kaltner. Mittlere Reihe: Josef Mittl, Karl Dietrich, Christine Unzeitig, leicht dahinter Helmut Pfeil, Feldgeschworener Franz Niedermeier (wurde gesondert geehrt) und Klaus Thalhofer sowie in der hintersten Reihe neben Stefan Löwl Alwin Brenner und Ludwig Gasteiger.  

Sie engagieren sich für die Kultur, für die Vielfalt und helfen ihren Mitmenschen

Landkreis Dachau zeichnet Ehrenamtliche aus

Sie haben sich um das Wohl der Allgemeinheit verdient gemacht - und wurden deshalb von Landrat Löwl geehrt. Einer lehnte die Ehrung diesmal ab - aus Protest.

Dachau – Zu „einem wichtigen Abend, bei dem es um Anerkennung geht“, hatte Landrat Stefan Löwl zum Ehrenamtsempfang des Landkreises geladen. Fünf Damen und sieben Herren waren der Einladung gefolgt, geladen waren noch mehr. Einer lehnte seine Ehrung im Vorfeld aus Protest ab: Peter Barth, Asylhelfer aus Hebertshausen, sollte für sein Engagement geehrt werden, doch nur einen Tag vorher war ein gut integrierter Geflüchteter, den er betreute, im Landratsamt in Handschellen abgeführt und anschließend abgeschoben worden (wir berichteten). Barth wertete dies so: „Das ist gegenüber seinen Betreuern, Arbeitgeber und Helferkreis ein feindlicher Akt.“

Für die anderen Geehrten gab es Landkreismedaillen und Ehrenurkunden.

KLAUS THALHOFER

Seit 1. Januar 1984 ist Klaus Thalhofer bei der Feuerwehr Altomünster und seit 1992 Gerätewart. Er beschafft für die acht Feuerwehren im Gemeindegebiet das nötige Material. Aber auch auf Kreisebene unterstützt er die Ausbildung von Schaumtrainern, Gerätewarten und Maschinisten. Im Juni fand mit seiner Hilfe sein 28. Maschinistenkurs mit bis dahin rund 650 Maschinisten statt.

EDITH DASCHNER

Es fehlte Edith Daschner, von Mai 2002 bis April 2020 Gemeinderätin in Bergkirchen. Die „Madam Kultur“ war von 2008 bis 2020 zweite Bürgermeisterin von Bergkirchen. Durch die Hauptinitiatorin des Arbeitskreises Kultur und Begegnung gilt Bergkirchen als Kulturgemeinde. Daschner organisiert den Adventsmarkt, hob die Nachbarschaftshilfe aus der Taufe und leitet sie bis heute ehrenamtlich. Sie initiierte das Schulweghelferprojekt, war Gründungsmitglied beim Kinderpark Bergkirchen sowie von 2001 bis 2018 in der Kirchenverwaltung der Pfarrei Bergkirchen und von 2008 bis 2018 Kirchenpflegerin. 2020 wurde sie „Kulturbeauftragte“ und hob den Freundeskreis des Hoftheaters Bergkirchen aus der Taufe, in dessen Vorstand sie sitzt.

BRIGITTE HINTERSCHEID

Die Grundschullehrerin Brigitte Hinterscheid aus Dachau engagiert sich immer schon ehrenamtlich, seit ihrer Pensionierung (2015) sogar noch mehr, wie Löwl sagte. Seit 30 Jahren war sie aktiv in mehreren Vorstandsämtern des SPD-Ortsvereins. Über 50 Jahre sang Hinterscheid bei der Liedertafel Dachau, deren Vorsitzende sie von 1996 bis 2011 war. Seit 2013 ist sie Ehrenvorsitzende. Von Anfang an ist sie Mitglied der Stadtkapelle Dachau und seit 2006 bei den Ampertalern Dachau. Seit Februar 2016 engagiert sie im Ladendienst des Fair Weltladens Dachau und seit 2018 im Team der Ladenleitung für die Bildungsarbeit. Auf ihre Initiative hin bewarb Dachau sich um den Titel einer Fair Trade Town.

MARIA KALTNER

Die Heilpraktikerin Maria Kaltner ist Aufsichtsratsvorsitzende der „Gesundheitsregion Plus“, der Genossenschaft zur Stärkung der gesundheitlichen Versorgung im Landkreis Dachau. Darüber hinaus ist sie Beirätin des Frauenhilfe-Frauennotrufs Dachau e. V. Seit mehr als 20 Jahren engagiert Kaltner sich in der Kommunalpolitik, von 2008 bis 2011 als erste Vorsitzende der Überparteilichen Bürgergemeinschaft Dachau.

CHRISTINE UNZEITIG

Die ehemalige ÜB- und CSU-Stadträtin Christine Unzeitig trat 2003 dem Verein Behinderte und Freunde der Stadt und des Landkreises Dachau bei und engagierte sich bei der Sponsorensuche. 2011 wurde sie Schatzmeisterin und nach dem Tod von Anneliese Lassok 2012 Vereinsvorsitzende. Mit dem Projekt „Kunst und Begegnung“ will sie die künstlerischen Begabungen der Vereinsmitglieder der Öffentlichkeit präsentieren. Außerdem wirkt Unzeitig beim Regionalausschuss Dachau der Industrie- und Handelskammer für München und Oberbayern, in der Volksbank-Vertreterversammlung, im Mint-Campus Dachau, im Berufsschulbeirat sowie im Arbeitskreis Schule und Wirtschaft mit.

LUDWIG GASTEIGER

Bis 2019 war Ludwig Gasteiger Schützenmeister des Schützenvereins Alt-Dachau. Außerdem setzt er sich als Vorsitzender des Dachauer Soldaten- und Reservistenkameradschaft für Frieden ein. In dieser Eigenschaft pflegt er Kontakte mit dem Klagenfurter Soldaten- und Kriegerverein sowie mehreren Vereinen in den Niederlanden und Österreich. Für seinen „internationalen Einsatz für den Frieden“ wurde er 2018 mit der österreichischen „Flamme des Friedens“ ausgezeichnet, die zuvor unter anderem bereits Prinz Albert von Monaco und Prinz Laurent von Belgien erhalten hatten. 2015 verlieh der Stadtrat Gasteiger die Dachauer Bürgermedaille.

JOSEF MITTL

Landrat Löwl würdigte Josef Mittl aus Petershausen als Helfer in der Corona-Not fürs Gesundheitsamt Dachau, wo er sich besonders der EDV-Probleme annimmt. Doch hauptsächlich geehrt wurde Mittl für seine weithin bekannte Tätigkeit als „Mister DB-Bahn“, offiziell Stationspate der Deutsche Bahn Station und Service. Mittl war von 2013 bis 2019 Petershauser Gemeinderat, bis 2017 Vorsitzender der Freien Wähler Petershausen und bekleidet das Amt des Vorsitzenden des Krieger- und Soldatenvereins Kollbach.

JOHANN BAPTIST FENK

Ebenfalls entschuldigt fehlte Johann Baptist Fenk, Seelsorger aus Pfaffenhofen. Er war von 1988 bis 2018 Mit-Organisator der Jugendarbeit der Bibelgemeinde Glonntal. Seit 2000 übt er das Amt als ältester Hauptverantwortlicher der Bibelgemeinde aus und leitet den Bibelkreis für alle. 2013 übernahm er den Vorstand des Helferkreises Asyl in Pfaffenhofen. Besondere Herzensangelegenheiten sind Fenk seit 2010 zwei Projekte in Südafrika und Lesoto für Babys sowie AIDS-Waisen oder -Halbwaisen.

MADELEINE DENET-WIENFORTH

Als Au-Pair-Mädchen kam einst Madeleine Denet-Wienforth nach Deutschland, wo sie 1986 ihr Herz an einen Biberbacher verschenkte. Die Französin und gelernte Grundschullehrerin beteiligte sich am Aufbau der Partnerschaft der Gemeinde Röhrmoos mit Taradeau. Sie vermittelte ihre Muttersprache in den Volkshochschulen von Dachau und Röhrmoos, war von 1992 bis 2007 stellvertretende Vorsitzende der Vhs Röhrmoos und hilft seit 2014 Asylbewerbern bei Deutsch und Mathematik.

HELMUT PFEIL

Mit Helmut Pfeil aus Schwabhausen ehrte Löwl den Gemeinderat (1996 bis 2015), Jugendreferenten (von 1996 bis 2002) und Vorsitzenden des TSV Schwabhausen 1929 (1989 bis 2015). Seit 2016 ist Pfeil TSV-Ehrenvorsitzender. Tischtennis-Abteilungsleiter war er von 2002 bis 2018. Dank ihm ist der TSV auf Kreis-, Bezirks- und Verbandsebene Stützpunkt für besonders talentierte Jugend-Tischtennis-Spieler. Die Damenmannschaft spielt auch dank ihm stets in der ersten oder zweiten Tischtennis-Bundesliga.

KATHARINA JOHANNA PROBST

Seit 1995 ist die selbst ernannte „Pfarrheimhexe“ Katharina Johanna Probst Verwalterin und Hausmeisterin des Pfarrheims Einsbach. Seit 1994 ist sie Köchin beim jährlichen Weltgebetstag der Frauen, der überörtliche Bedeutung hat. Von 1990 bis 2006 bekleidete sie verschiedene Ämter im Pfarrgemeinderat Einsbach. Von 1986 bis 2019 organisierte sie den Weiberfasching, und seit 2006 gehört sie zum Vorstand des Vereins Nachbarschaftshilfe in Gemeinde Sulzemoos, dessen stellvertretende Vorsitzende sie ist. Unermüdlich ist sie für die Caritas tätig und seit Kurzem wieder als Schöffin.

KARL DIETRICH

Jahrelang ehrenamtlich setzte sich Karl Dietrich aus Weichs für seinen SV Weichs ein, dessen Fußball-Abteilungs-Leiter er war und 1990 die Bandenwerbung einführte. 2008 wurde er Vorsitzender des Gesamtvereins. In dieser Eigenschaft initiierte er die Renovierung des Sanitärbereichs des alten Sportheims und schuf so ein modernes Sport- und Bürgerhaus. Unter seiner Leitung wurde das Sportgelände mit einem Jugendfußballplatz mit Umkleiden und sanitären Anlagen erweitert.

Von R.-Dietmar Sponder

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare