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Tempo 30 vor dem Kindergarten in G roßinzemoos: Die Kinder und Erzieherinnen weisen auf die neue Geschwindigkeitsbeschränkung hin. 

Landratsamt darf bei Kreisstraßen selbst entscheiden

Endlich Herr übers Tempolimit

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Endlich gilt Tempo 30 vor dem Kindergarten in Großinzemoos. Denn dank einer Änderung der Straßenverkehrsordnung wurde es dem Landratsamt nun erleichtert, Geschwindigkeitsbeschränkungen an Kreisstraßen zu erlassen. Der Kindergarten ist erst der Anfang: Es folgen acht weitere Stellen im Landkreis.

Dachau – Schrecksekunde für den Ort Großinzemoos: Im vergangenen Juni hatte sich auf der Ortsdurchfahrt der Anhänger von der Anhängerkupplung eines Autos gelöst. Er durchbrach den Zaun des direkt an der Hauptstraße gelegenen Kinderhauses und richtete am Eingangsbereich des Gebäudes größeren Schaden an. Es war Glück im Unglück, dass sich der Unfall an einem Freitagabend ereignet hatte und deswegen keine Kinder unterwegs waren.

Besonders ärgerlich: Seit Jahren hatte sich der Röhrmooser Gemeinderat für eine Temporeduzierung auf dieser Kreisstraße eingesetzt. Jetzt endlich ist es soweit: Aufgrund einer Änderung der Straßenverkehrsordnung kann die Straßenverkehrsbehörde am Landratsamt nun Geschwindigkeitsbegrenzungen an Kreisstraßen vor Kindergärten und Altenheimen erlassen. Das hat das Landratsamt nun zu allererst in Großinzemoos getan: Die Mitarbeiter des Kreisbauhofs brachten vor dem Kindergarten die neuen 30 km/h-Schilder zusammen mit Bürgermeister Dieter Kugler und Landrat Stefan Löwl an. Auf einer Länge von etwa 400 Metern darf dort nun von Montag bis Freitag zwischen 7 und 17 Uhr nur mit Tempo 30 am Kindergarten vorbeigefahren werden. In den kommenden Tagen sollen an acht weiteren, vergleichbaren Stellen im Landkreis Geschwindigkeitsbeschränkungen angebracht werden – teilweise ebenfalls zeitlich beschränkt auf Montag bis Freitag von 7 bis 17 Uhr (siehe Kasten).

Unter den genannten Straßen ist auch die Freisinger Straße (DAH 3) in Markt Indersdorf. Hier hatte sich erst vor kurzem ein Verkehrsunfall mit einem älteren Herren des Betreuten Wohnens ereignet, der beim Überqueren der Straße von einem Auto angefahren worden war (wir berichteten). Bereits mehrfach hatte Gertrud Schuster, die Verwalterin der Einrichtung, in der 90 Senioren betreut werden, Anträge gestellt, um die gefährliche Verkehrssituation vor Ort zu entschärfen. Mit der neuen Straßenverkehrsordnung kann nun endlich auch hier das Tempo reduziert werden.

„Das ist eine supergute Nachricht“, freute sich Gertrud Schuster. „Ich hoffe, dass Tempo 30 was bringt – obwohl das für die Situation vor Ort immer noch schnell ist. Noch besser wäre natürlich eine kleine Verkehrsinsel oder ein Zebrastreifen.“

In den kommenden Wochen soll zudem eine Überprüfung der Staatsstraßen im Landkreis unternommen werden. Abhängig von den Situationen vor Ort muss entschieden werden, ob eine Geschwindigkeitsbeschränkung sinnvoll und rechtlich zulässig ist, teilte das Dachauer Landratsamt mit.

Der verletzte Senior ist übrigens inzwischen wieder aus dem Krankenhaus entlassen worden, benötigt aber unter Umständen ein neues Kniegelenk. Hoffentlich bleibt er das einzige und letzte Unfallopfer an dem nun bald entschärften Straßenabschnitt.

Weitere acht Stellen: 

An diesen acht Straßen sollen Tempo-30-Schilder angebracht werden:

-DAH 8, St 2337 Hilgertshausen, Kindergarten, Kreuzung mit Staatsstraße

-DAH 3 Markt Indersdorf, Realschule, Krankenhaus, Senterra Pflegezentrum

-DAH 17 Markt Indersdorf, Betreutes Wohnen

-DAH 5 Bergkirchen, Schule, Hort, Kinderhaus

-DAH 2 Altomünster, Pflegeheim/Altenheim

-DAH 18 Wollomoos, Pflegeheim

-DAH 1 Petershausen, Schule

-DAH 1 Petershausen, Pflegeheim Danuvius.

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