Familienfoto mit Ministerin: Auf dem Öko-Betrieb Amorth in Obermarbach steht die ganze Familie – Andreas Amorth, Maria Huber, Bettina Amorth, Valentina, Ferdinand Huber und Vitus (von rechts) hinter dem Anbau von Lein, Hanf und Soja, um mit der eigenen Ölmühle daraus wertvolles Öl zu gewinnen. Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber machte sich vor Ort ein Bild.
+
Familienfoto mit Ministerin: Auf dem Öko-Betrieb Amorth in Obermarbach steht die ganze Familie – Andreas Amorth, Maria Huber, Bettina Amorth, Valentina, Ferdinand Huber und Vitus (von rechts) hinter dem Anbau von Lein, Hanf und Soja, um mit der eigenen Ölmühle daraus wertvolles Öl zu gewinnen. Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber machte sich vor Ort ein Bild.

Landwirte hoffen auf überdurchschnittliche Erträge beim Getreide – und auf faire Preise

Bauern im Landkreis Dachau erwarten gute Ernte

Die Ernte beginnt – und die könnte überdurchschnittlich gut ausfallen. Bei der Erntepressefahrt des Landwirtschaftsministeriums und des Bayerischen Bauernverbandes (BBV) machten sich Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber und der Präsident des BBV, Walter Heidl, auf den Feldern von Josef Kari in Piflitz und von Andreas Amorth in Obermarbach ein Bild von den Früchten auf den Feldern.

Dachau - Die Getreideernte steht in den nächsten Wochen vor der Tür, jetzt muss nur noch das Wetter mitspielen. „Trotz der regional teilweise heftigen Wetterereignisse und des wechselhaften Frühjahrs können die bayerischen Landwirte heuer insgesamt mit einer guten Ernte rechnen“, sagte Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber auf den Feldern von Josef Kari. Nach dem frostigen April, dem kältesten seit 83 Jahren, wie die Ministerin sagte, hat der Mai rechtzeitig so viele Niederschläge gebracht, dass das Getreide gut gewachsen ist. Damit erwarten die Experten heuer einen Ertrag, der insgesamt über dem Durchschnitt liegt.

Wie bereits in den vergangenen Jahren haben allerdings Unwetter mit Starkregen und Hagel für regional eng begrenzte Ernteausfälle auf Feldern und Wiesen gesorgt. Wieder einmal bestätigen sich damit nach den Worten der Ministerin die Prognosen der Klimaforscher, es gebe in unseren Breiten immer mehr häufige Extremwetterlagen, die sich auf das Pflanzenwachstum und die Arbeit der Landwirte auswirken. Hatte man in den letzten Jahren mit vielen Trockengebieten zu kämpfen, sei es umso erfreulicher, dass sich heuer auch beim Grünland gute Erträge und Qualitäten abzeichnen.

Jetzt kommt es auf die Witterung der nächsten Wochen an: Sie werde den Ertrag bei diesen Feldfrüchten bestimmen. Wünschenswert wären „zwei Wochen Sommer“, so Hermann Greif, Getreidepräsident des Bayerischen Bauernverbandes.

Der Weizen steht prächtig da

Auf den Feldern von Josef Kari sowie Andreas Amorth gab es eine breite Anbaupalette zu besichtigen. Der Weizenbestand von Josef Kari steht prächtig da und kann in zwei bis drei Wochen einen guten Ernteertrag liefern. Der konventionell wirtschaftende Milchviehbetrieb mit 110 Milchkühen und 50 Bullen baut weiterhin Mais, Kleegras, Ackergras und Dauergrünland an, auch hier gibt es heuer einen guten Ertrag –was für die Viehhaltung auch notwendig ist. Der Betrieb wird im Haupterwerb mit einer Betriebsgröße von 90 Hektar geführt.

Der ökologische Betrieb von Andras Amorth in Obermarbach – rund 30 Hektar groß – wird im Nebenerwerb als Ackerbaubetrieb bewirtschaftet, angebaut wird hauptsächlich Dinkel und Hafer, weitere Kulturen sind Soja, Lein, Hanf und Kleegras, Ackergras und Dauergrünland. Eine betriebliche Besonderheit des Naturlandbetriebes ist der Vertragsanbau mit der Marktgesellschaft. Desweiteren hat der Betrieb eine eigene Ölmühle, mit der Soja, Hanf- und Leinöl hergestellt werden.

Landwirtschaftsministerin Kaniber betonte beim Feldrundgang das hohe Gut der Ernährungssicherheit durch die heimische Landwirtschaft. Die Bayerische Landwirtschaft sei ein starkes Pfund, „viele Menschen haben diesen Schatz in der Coronakrise neu entdeckt“, so Kaniber. „Die Direktvermarktung boomt.“

Bauernpräsident Walter Heidl gab die Unwetterschäden durch Starkregen und Hagel auf mehr als 120 000 Hektar an. Neben der Situation auf den Feldern sprach Heidl die angespannte Stimmung bei den Bauern an, die Sorge um die Zukunft der Landwirtschaft in Bayern sei groß. Was die Bauern brauchen, seien faire Preise, Planungssicherheit und Vertrauen in die Landwirtschaft. „Nur so können wir unsere Stärken ausspielen: kurze Wege durch Regionalität, Teil der Lösung beim Klimaschutz und Erhalt der Bayerischen Kulturlandschaft“, so Heidl. Die Landwirtschaft sei ein echtes Multitalent – und das wolle man auch zeigen.

fh

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare