Mehrere Menschen warten vor einem Eingang.
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Wer noch nicht rein konnte, wartete mit Getränken vor den Galerien wie hier vor der KVD.

Besucherandrang

Resümee: Warum die Lange Nacht glücklich macht

Viele Regeln, noch mehr Besucher – die Lange Nacht der Offenen Türen in Dachau zog trotz der Corona-Beschränkungen viele Neugierige an.

Dachau – Die Lange Nacht der offenen Türen in Dachau war heuer anders. Abstände, Desinfektionsmittel, Listen, beschränkte Besucherzahlen und vieles mehr – Corona hat natürlich den Rahmen dieser Nacht geprägt. Trotz alledem kann man von einem Erfolg sprechen. Denn die Kunstfreunde haben die Künstler und Museen nicht im Stich gelassen, viele Teilnehmer sprachen von einem Erfolg. Der Aufwand hat sich gelohnt.

Als es noch hell ist, suchen sich die Besucher vor allem Werkstätten, die im Freien etwas bieten: Keramikobjekte in Claudia Flachs Garten in der Moosschwaige, Claudia Metzgers funkelnde Glaskunst in Dachau-Ost oder die Ergebnisse von Sina Webers Kindermalkursen an der Ruckteschellvilla etwa.

Funkelnde Glaskunst gab es bei Claudia Metzger (rechts) in Dachau-Ost.

Auch der Verein Behinderte und Freunde Stadt und Landkreis Dachau hat bis 22 Uhr geöffnet – für ihn ist die Teilnahme eine Premiere. „Wir hatten eine Vielzahl von Gästen, wir sind mehr als zufrieden. Wir wären gerne beim nächsten Mal wieder dabei“, sagt Vorsitzende Christine Unzeitig.

Zu späterer Stunde zieht es die Lange-Nacht-Besucher vor allem in die Altstadt, wo eine Galerie nach der anderen auf einen Abstecher wartet. Vor der KVD ist stets eine größere Ansammlung von Kunstfans versammelt – natürlich mit Abstand oder Maske. Musikalisch werden sie dabei eher zufällig von einer Band unterhalten, die vor der Schranne spielt.

In der Neuen Galerie gab es Werke von fünf Künstlern zu bestaunen.

Vor vielen Stätten, wie in der Galerie Cara, bilden sich Menschenschlangen. Mit Wein und Bonbons verkürzt man hier die Wartezeit. Dass die Besucher nicht nur die Verpflegung im Sinn haben, erfährt die Künstlerin durch viele Gespräche mit Kaufinteressenten.

Vor allem die Dachauer Galerien und Museen halten sich penibel an die Richtlinien. Mit Legosteinen zählt man beispielsweise in der Gemäldegalerie, wie viele Personen gerade da sind.

Pfeile am Boden geben vor, wie Besucher durch die ganze Galerie ohne Gegenverkehr schlendern können. Elisabeth Boser sorgt hier am Eingang für einen reibungslosen Ablauf. Sie setzt die Legosteine in Körbchen, weist Besucher an, die Formulare mit ihren Kontaktdaten auszufüllen, und desinfiziert regelmäßig Stifte.

Besucher im Rahmen Glück an der Konrad-Adenauer-Straße konnten die unterschiedlichsten Werke betrachten.

Dabei können schon mal längere Warteschlangen entstehen. Doch fast überall wartet man geduldig oder kommt eben zu einem späteren Zeitpunkt wieder vorbei. Sobald sich Leute im Aufzug befinden, weiß sie, sie darf wieder Gäste durch das Absperrband lassen. Boser ist zufrieden, wenn auch erschöpft – mehrere Stunden am Stück Maske tragen, ist sie nicht gewohnt.

Mehr als zufrieden ist man in der Volksbank. Pressesprecher Martin Richter präsentiert bereits um halb zehn die volle Holzschachtel, in der die Kontaktformulare eingeworfen werden. Kuratorin Bärbel Schäfer steht in der Volksbank inmitten der Werke von Klaus Eberlein. Sie strahlt hinter der Maske, in ihren Händen die Liste der Werke. „Die Hälfte ist schon verkauft“, ist sie glücklich.

Glückliche Organisatorin mit langjährigen Teilnehmer der Langen Nacht: Karin-Renate Oschmann mit Künstler Johann Brosch in seiner Galerie am Burggraben.

Organisatorin Karin-Renate Oschmann sitzt um 22 Uhr im Atelier des Künstlers und langjährigen Teilnehmers der Langen Nacht, Johann Brosch, und ist ebenfalls froh. Das Wetter – ihre größte Sorge – habe gepasst, für das sie „zum Himmel gebetet hat“. Nun gibt sie zu: „Ich bin jetzt fertig.“ Immerhin hat ihr die Organisation wieder einiges abverlangt. Die nette Runde im Atelier Brosch im Sitzkreis auf Klappstühlen nennt sie ihren gelungen Abschluss des Abends. Obwohl die Frage im Raum steht, wer 2021 die Lange Nacht organisiert, möchte sie für kommendes Jahr „keine Prognose abgeben“, sagt sie und verabschiedet sich glücklich in die Nacht.

Andere sitzen noch bei einem Becher Wein zusammen und ratschen oder suchen sich in der Altstadt noch ein Plätzchen für einen Spritz.

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