Flugzeug bei Ravensburg abgestürzt: Drei Tote

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Erwin Hirsch ist im Alter von 80 Jahren gestorben.

Nachruf auf Erwin Hirsch

Familie, Glaube und Beruf waren die Säulen seines Lebens

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Erwin Hirsch ist tot. Der frühere stellvertretende Vorstandsmitglied der Sparkasse Dachau starb am Mittwoch im Alter von 80 Jahren. Er schlief zu Hause im Kreise seiner Familie friedlich ein.

Dachau – „Er hat schon ein paar Tage vorher gemerkt, dass er nun diesen Weg gehen wird“, sagt Seelsorger Albert Wenning. Erwin Hirsch habe kurz vor seinem Tod gesagt, dass er nun bald am Ziel sei. „Es ist schön, wenn sich jemand so einlassen kann auf den Tod“, sagt der Seelsorger. Das liege sicher auch am Glauben, in dem Erwin Hirsch fest verwurzelt war. „Er hat nach dem Glauben gelebt“, berichtet Wenning, der mit dem Verstorbenen verschwägert ist.

In der Pfarrei Mariä Himmelfahrt in Dachau-Süd engagierte sich Erwin Hirsch ehrenamtlich in der Kirchenverwaltung, war Firmhelfer und Kommunionausteiler und kümmerte sich 15 Jahre lang als Kirchenpfleger um die Finanzen der Kirche. „Er war sehr gewissenhaft, korrekt und geradlinig“, so Wenning. „Wenn etwas nicht nach seinem Gewissen war, dann hat er es auch nicht gemacht.“

Das galt auch für seinen Beruf: Erwin Hirsch war bei der Sparkasse Dachau als Leiter der Kreditabteilung und stellvertretendes Vorstandsmitglied tätig. Oftmals war er der kritische Geist in dem Dachauer Geldinstitut. Ende 1999 ging er in den Ruhestand. Johann Zigldrum, ehemaliger Bürgermeister von Hebertshausen, war ein langjähriger Kollege und Weggefährte von Erwin Hirsch. „Als Kollege und Mensch kann man nur das Beste über ihn sagen“, sagt Zigldrum, der damals Leiter der Abteilung Öffentlichkeitsarbeit und Werbung bei der Sparkasse Dachau war.

Hirsch sei uneingeschränkt im ganzen Kollegenkreis sehr beliebt gewesen, „ausgleichend, korrekt und überlegt und von äußerst hoher Fachkompetenz“, so Zigldrum. 35 Jahre lang war Hirsch bei der Sparkasse Dachau.

Als der gebürtige Ergoldsbacher im Jahr 1965 aus Niederbayern nach Dachau kam, hatte ihm sein Arbeitgeber, die Sparkasse, ein Zimmer bei der Familie Wenning vermittelt. „Er war Zimmerherr in meinem Elternhaus in der Wieninger Straße“, erzählt Albert Wenning. Und die Mutter von Wenning organisierte 1966 einen Faschingsball im Haus, zu dem auch ihre Nichten aus der Weilheimer Gegend kamen, darunter Rosa Schaller. Auf diesem Ball lernten sich Erwin Hirsch und Rosa Schaller kennen, verliebten sich – und heirateten zwei Jahre später. „So ist Erwin Hirsch dann in Dachau sesshaft geworden“, berichtet Albert Wenning.

Rosa und Erwin Hirsch haben zwei Söhne, Bernhard, 47 Jahre alt, und Christian, 46. Beide haben jeweils drei Kinder. Zu seinen Enkelkindern Clara, Benedict, Johanna, Sebastian, Lukas und Felix hatte Erwin Hirsch engen Kontakt. Die Familie war eine wichtige Säule in seinem Leben, „er war sehr fürsorglich seiner Familie gegenüber und immer für sie da“, so Wenning.

Bereits vor mehreren Jahren wurde die Parkinsonsche Krankheit bei Erwin Hirsch diagnostiziert. Sie verstärkte sich, bis er immer mehr in seiner Bewegungsfähigkeit eingeschränkt war. „Insbesondere seine Frau Rosa hat sich sehr um ihn gekümmert“, sagt Albert Wenning. Sie habe ihm ermöglicht, seinen Lebensabend zu Hause zu verbringen, wo er sich sehr wohlgefühlt habe. „Und so hat er tatsächlich auch über die Schwelle des Todes zu Hause gehen können.“

Der Gottesdienst findet am Dienstag, 19. September, um 12.30 Uhr in der Kirche Mariä Himmelfahrt statt. Um 14 Uhr ist die Beerdigung.

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