Menschen sitzen gemeinsam am Tisch und sprechen über Integration
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Gemeinsam reden, gemeinsam lernen: Für das Projekt „Plauderpaten“ werden derzeit Freiwillige gesucht.

Neues Projekts der Integrationsstelle am Landratsamt

Lernen ist Silber, sprechen ist Gold: Ehrenamtliche aus dem Landkreis Dachau für neues Integrationsprojekt „Plauderpaten“ gesucht

  • Stefanie Zipfer
    VonStefanie Zipfer
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Julius Fogelstaller, Integrationslotse im Landkreis Dachau, möchte Asylbewerbern helfen, mehr Deutsch zu sprechen. Für sein Projekt, das er „Plauderpaten“ nennt, sucht er daher Ehrenamtliche, die sich für regelmäßige Spaziergänge, Spielplatzbesuche oder Café-Treffen zur Verfügung stellen.

Dachau ‒ Fogelstaller, der vor zwei Jahren bereits das erfolgreiche Ausbildungspaten-Projekt (wir berichteten) initiiert hatte, ist nämlich der Meinung, dass es eine Sache ist, in einem Sprachkurs Vokabeln und Grammatik zu lernen, aber eine wesentlich andere, das gelernte Sprachwissen auch anzuwenden. Fogelstaller vergleicht die Situation vieler Asylsuchender mit der, die beispielsweise deutsche Spanien-Urlauber erleben: „Der letzte Spanischkurs ist schon eine Weile her. Trotzdem möchte man es im Urlaub versuchen – und stellt spätestens bei der Bestellung im Restaurant fest, wie eingerostet das alles ist.“

Ähnlich wie bei seinen Ausbildungspaten, wo Ehrenamtliche Asylbewerbern beim Lernen des Berufsschulstoffs helfen, soll es auch bei den „Plauderpaten“ feste Tandems geben. Je nach Wohnort, Interessen, Geschlecht oder Alter würde Fogelstaller die Tandems zusammenstellen. Im Vorfeld der ersten Treffen wird er auch eine Schulung anbieten, bei der er die Ehrenamtlichen auf ihre Aufgabe vorbereitet und mit Unterlagen sowie möglichen Themen ausstattet.

Für Julius Fogelstaller sind Deutschkenntnisse der Schlüssel zu gelungener Integration. „Selbst wenn irgendwann die Verständigung beim Einkaufen klappt, braucht es für ein Gespräch mit dem Nachbarn oder mit anderen Eltern in Schule oder Kindergarten mehr. Vor allem viel Übung, aber auch Mut und Überwindung.“

Interessenten sollten zirka eine Stunde wöchentlich für ihre Plauder-Partner einplanen, sie sollten offen sein im Umgang mit fremden Kulturen und geduldig beim Zuhören. Wichtig: Sie sollen eben nicht als Deutschlehrer auftreten, sondern „niederschwellig, auf persönlicher, individueller Ebene die Deutschkompetenz der Menschen mit Fluchtgeschichte unterstützen“, wie der Integrationslotse es nennt. Grundsätzlich sind die Paten über die Sammelhaftpflicht- und Unfallversicherung des Freistaats Bayern versichert. Die ersten Tandems sollten noch in diesem November loslegen.

Wer sich nun als „Plauderpate“ zur Verfügung stellen will oder noch weitere Fragen hat, kann sich jederzeit an Julius Fogelstaller im Landratsamt unter der Telefonnummer 0 81 31/74 18 75 oder E-Mail an integrationslotse@lra-dah.bayern.de wenden.

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