Die Padlet-Pinnwand besteht aus verschiedenen Sparten. 
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Die Padlet-Pinnwand besteht aus verschiedenen Sparten. 

Distanzunterricht in Coronazeiten

Landkreis Dachau: Zuhause lernen mit digitaler Pinnwand

  • vonLeyla Yildiz
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Digital zu Hause unterrichten – das war vor der Coronakrise überhaupt kein Thema. Mit Plattformen wie Padlet können die Lehrer ihre Schüler nun leicht mit Unterrichtsmaterialien versorgen. Wie das geht, erklärt Schulamtsdirektor Albert Sikora.

Dachau – Die jüngsten Corona-Vorschriften zwingen die Schüler erneut in den Heimunterricht. Um ihnen die Lerninhalte zu vermitteln, nutzen die Lehrer an den Schulen im Landkreis Dachau unterschiedliche Plattformen – beispielsweise „Padlet“.

Das Programm ist eine Art digitale Pinnwand. Schulamtsdirektor Albert Sikora erklärt, wie die Lehrer damit den Heimunterricht gestalten können. Als Beispiel hat er die Padlet-Pinnwand einer ersten Klasse der Grundschule Schwabhausen herangezogen, die täglich aktualisiert wird.

Die Pinnwand ist ganz einfach aufgebaut. Die Lehrerin hat dort insgesamt zehn Sparten angelegt – den Tagesplan, Infos, die Fächer Mathe, Deutsch, HSU, Werken und Gestalten sowie Sport und Wochenaufgaben, einen Malwettbewerb und die Rubrik Filme. In jeder Spalte stehen die verschiedenen Aufgaben für die Kinder, und die Lehrerin kann entweder Arbeitsblätter, Lernvideos oder sogar Sprachsequenzen hinterlegen. „Das heißt, dass die Lehrerin selber mit ihrer eigenen Stimme Aufgaben draufgesprochen hat“, sagt Albert Sikora.

Den Vorteil der Plattform sieht er in der einfachen Handhabung und der klaren Struktur. Die Mühe, die sich die Lehrer machen, findet Sikora großartig. Die Lehrer würden sich dem Heimunterricht stellen und sich gegenseitig unterstützen. Das sei gut für Kollegen, die nicht so internetaffin seien. „Heimunterricht mit solchen Plattformen zu erstellen, haben die Lehrer eben nicht in der Ausbildung gelernt“, sagt er.

Zum Start jetzt, das weiß Sikora, waren die Lehrer motiviert. Nur die Lern-Plattformen machten nicht mit (wir berichteten). „Dass alles zusammengebrochen ist, hat die Lehrkräfte traurig gemacht, denn sie haben sich sehr gut auf den Heimunterricht vorbereitet“, sagt der Schulamtsdirektor. Natürlich sei das keine einfache Situation für alle Beteiligten gewesen, aber besonders für die Lehrer sei es eine „psychische Belastung“, sagt er.

„Es bleibt einem nichts anderes übrig, als ruhig zu bleiben“, sagt er. „Außerdem muss man den Eltern sagen, dass sie Verständnis haben sollen.“ Denn die Schulen und Lehrer würden alle ihr Bestes geben.

Neben Padlet nutzen viele Grundschulen das Videokonferenz-System „BigBlueButton“. Der Landkreis Dachau ist dafür zuständig. Doch vor allem diese Plattform stürzte in den vergangenen Tagen immer wieder ab. Der Grund: fehlender Serverplatz. Darum besteht Handlungsbedarf. „Am Mittwoch gab es eine Erweiterung auf fünf Server, und wir hoffen bald auf eine weitere Aufstockung auf acht Server“, sagt Sikora.

Den holprigen Schulstart schreiben viele – wie etwa Katja Caspari, die Mutter zweier schulpflichtiger Kinder – dem bayerischen Kultusminister Michael Piazolo zu. Albert Sikora möchte sich in dem Fall allerdings keine Schuldzuweisung erlauben. „Das ist eine schwierige Situation“, räumt er ein. Dennoch „muss man kritisieren und verbessern und somit nach vorne blicken“.

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