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Tablets sollen den Unterricht in den Dachauer Schulen bereichern.

Lernen mit einem Wisch

Digitalisierungsoffensive an Dachauer Grund- und Mittelschulen

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Tablet-Computer waren an Dachauer Grund- und Mittelschulen eher Ausnahme als Alltag. Doch das soll sich ändern. Die Stadt investiert in den kommenden drei Jahren massiv in die Digitalisierung ihrer Schulen.

Dachau – „Masterplan Bayern Digital II“ nennt sich das Förderprogramm, mit dem der Freistaat die Einrichtung sogenannte digitaler Klassenzimmer fördern will. Dazu gehört, unter anderem, die schulische IT-Infrastuktur auszubauen und entsprechende pädagogische Angebote bereitzustellen. Denn, so die Meinung der Ministerialen: „Schüler sollen lernen, sich in der digitalisierten Welt zurechtzufinden und mit dem vielfältigen Angebot an Informations- und Kommunikationstechnologien verantwortungsvoll, sinnvoll und reflektiert umzugehen.“

Wie viel von den insgesamt 3 Milliarden Euro, die der Freistaat für seinen Masterplan zu Verfügung stellt, am Ende in Dachau landen werden, steht noch nicht fest. Dennoch nahm der Familien- und Sozialausschuss des Stadtrats das Programm zum Anlass, in Vorleistung zu gehen und bereits im kommenden Jahr 220 000 Euro für die Digitalisierung der Dachauer Grund- und Mittelschulen in die Hand zu nehmen.

Wie berichtet, hatten sich die sechs Grund- und Mittelschulleiter der Großen Kreisstadt schon im Januar mit einem entsprechenden Konzept an das Rathaus gewandt. Dessen Kernforderungen: WLAN im ganzen Schulhaus, schnelles Internet, iPads, Activ-Panels sowie entsprechende Steckdosen. Markus Haberl, städtischer Amtsleiter für Schule, Kinderbetreuung und Jugend, hatte damals noch auf die enormen Kosten verwiesen und auf ein entsprechendes Förderprogramm des Freistaats gehofft.

Jede Schule bekommt 20 Tablets

Nun, angesichts der positiven Signale aus München, will die Stadt als Sachaufwandsträger jedoch ihren Beitrag zur Medienbildung der kleinen Dachauer leisten. Konkret soll in den kommenden drei Jahren die Netzwerkinfrastruktur für einen flächendeckenden WLAN-Betrieb an den Schulen sowie einen schnellen Internetzugang für das Unterrichtsnetzwerk bereitgestellt werden. Als Provider sieht die Stadt laut Oberbürgermeister Florian Hartmann die Dachauer City Com vor. Zudem werden sogenannte Access Points angeschafft, also Stationen, die den Nutzern Zugriff auf das Internet und das Netzwerk ermöglichen. Wie viele dieser jeweils zirka 500 Euro teuren Access Points nötig werden, ist laut Hartmann noch nicht klar; eine Fachfirma soll hierfür zunächst die Bausubstanz der Schulen und die Anordnung der Räume prüfen.

Entscheidender Teil der Digitalisierungsoffensive ist aber auch die Anschaffung der Geräte für die Schüler. Die Schulleiter hatten sich zwar explizit Tablets der Firma Apple gewünscht, Amtsleiter Haberl zufolge müsse die Stadt die Geräte aber „Anbieter-neutral“ ausschreiben. Für das Jahr 2019 jedenfalls sollen pro Schule zwei Koffer mit je zehn Tablet-Computern gekauft werden. Die zukünftige Pflege und Wartung dieser Geräte wird laut Hartmann „ein spannendes Thema. Mal schauen, was wir da vom Freistaat bekommen.“ Fest steht schon jetzt, dass ausschließlich die Lehrer Zugriff auf die Geräte haben.

Schließlich sollen die Schulen auch insgesamt 50 sogenannter Activ-Panels, also interaktive Flachbildschirme erhalten; Kostenpunkt pro Stück: 10 000 Euro. Der Sozialausschuss einigte sich darauf, die Anschaffung der teuren Panels auf drei Jahre zu verteilen, im Jahr 2019 sollen daher erst einmal 16 Stück gekauft werden.

Keimerl: „Wir sind nur für die Hardware zuständig. Lehrerfortbildungen gehen uns nix an“

Stadträtin Katja Grassl (CSU) nannte die Digitalisierung der Schulen „eine große Herausforderung“, zumal der Lehrkörper meist zwiegespalten sei: Der eine Teil sei jung und Technik-affin; der andere Teil tut sich laut Grassl „aber noch schwer bei dem Thema“. Genau diese Lehrer müssten durch entsprechenden Fortbildungen „mitgenommen“ werden.

Antje Zeisler, Konrektorin der Grundschule Augustenfeld, verwies aber ebenso wie OB Hartmann darauf, dass die Umsetzung der Digitalisierung Aufgabe der Schulen sei. SPD-Fraktionssprecherin Christa Keimerl formulierte es so: „Wir sind nur für die Hardware zuständig. Lehrerfortbildungen gehen uns nix an!“ Der Rest des Gremiums sah es genauso: Einstimmig wurde das von Stadt und Schulen ausgearbeitete Digitalisierungskonzept angenommen.

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