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Timm darf wieder zu den Delfinen: Seine Mutter Loredana Schnur (rechts) ist all den Spendern zutiefst dankbar. Zu den Spendern zählen auch die Franz- und Rosa-Eben-Stiftung, für die Ernst Burgmair (l.) einen Scheck an DN-Redaktionsleiterin Nikola Obermeier (Mitte) und Redakteurin Stefanie Zipfer für die Kette der helfenden Hände überreichte. 

Unsere Leser ermöglichen behindertem Kind Delfintherapie

Wiedersehen mit Bonnie

Unsere Geschichte über den schwer behinderten Buben Timm Schnur, der eine teure Therapie braucht, hat hohe Wellen geschlagen. Die Spendenbereitschaft und das Mitgefühl der Leser war enorm! Die Familie freut sich nun auf ihre Reise nach Curaçao.

Von Stefanie Zipfer

Dachau – Loredana Schnur kann ihr Glück noch gar nicht fassen. Ihr siebenjähriger, schwer behinderter Sohn Timm darf sich im kommenden Sommer in Curaçao tatsächlich einer Delfintherapie unterziehen! Hunderte Leser folgten dem Spendenaufruf der Heimatzeitung, um der Familie die teure Reise in das karibische Therapiezentrum zu ermöglichen.

Doch fast noch mehr als das Geld freut sich Schnur über das Mitgefühl der Leser. Wie berichtet, hatte die Familie vor zwei Monaten ein anonymes Schreiben bekommen, in dem Timm beschimpft und die Familie als Schmarotzer dargestellt worden war. „Durch den Artikel in den Dachauer Nachrichten haben mich viele Leute angesprochen und angerufen und mir gesagt, dass wir eine tolle Familie sind!“ Dieser Zuspruch, so Schnur, „hat uns unglaublich gut getan“.

Besonders bemerkenswert findet Schnur, dass sogar wildfremde Menschen auf sie zugekommen seien, um ihr Bedauern über das anonyme Schreiben auszudrücken. Und auch Timm habe neue Bekanntschaften gewonnen. Eines Tages, erinnert sich Schnur, habe eine Oma mit ihrem Enkel an der Hand an der Tür geklingelt: Der Enkel wolle „Timm anschauen“, so die Frau.

Am eindrücklichsten in diesem Zusammenhang war laut Schnur aber noch ein anderer Besuch: Ein Fremder sei plötzlich vor ihrer Tür gestanden und habe erzählt, dass er die Last, die die Betreuung eines behinderten Menschen mit sich bringe, gut verstehen könne: Seine Mutter habe – wie Timm – eine Gehirnblutung gehabt. Der Mann versprach Loredana Schnur, für sie zu beten und überreichte ihr ein Tütchen Schokobons. Erst im Haus stellte Schnur dann erstaunt fest: Mitten unter den Süßigkeiten befanden sich 500 Euro!

Loredana Schnur und ihr Mann erleben daher gerade ein Wechselbad der Gefühle: Überraschung, Vorfreude und – vor allem – tiefe Dankbarkeit! „Ich hätte ja nicht mal gedacht, dass wir in die Zeitung kommen. Geschweige denn, dass so viele Menschen für uns spenden“, sagt die 45-Jährige gerührt. Sie und ihr Mann würden nun die Weihnachtstage damit verbringen, die Reise nach Curaçao im August zu organisieren. „Das ist unser schönstes Weihnachtsgeschenk!“

Timm selbst kann es schon kaum mehr erwarten. Der geistig schwer behinderte Junge hatte bereits im vergangenen Sommer zwei Wochen in dem Delfintherapiezentrum verbracht und laut seinen Eltern dabei große Fortschritte gemacht. Zu den wenigen Worten, die er seitdem sprechen kann, gehört übrigens auch „Bonnie“, der Name seines Lieblings-Delfins dort. Als er nun erfahren habe, dass er wieder zu seiner geliebten „Bonnie“ fahren dürfe, „hat er gequietscht vor Freude“, so seine Mutter.

Zu den vielen Spendern für Timms Delfintherapie zählten auch die Großspenden von Trauerhilfe Denk in Höhe von 2500 Euro, von Ernst Burgmair, Vorsitzender der Franz-und-Rosa-Eben-Stiftung, in Höhe von 4000 Euro – sowie die unzähligen Einzelspenden von den Lesern der Dachauer Nachrichten in Höhe von 7000 Euro.

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