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Symbolbild: Pk mit Kultusminister Michael Piazolo

Diskussion im Schul- und Kreisausschuss

5. Landkreisgymnasium: Lokalpolitiker wollen gegen Entscheidung des Kultusministeriums protestieren

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Quer durch alle Parteien formiert sich der Protest im Dachauer Kreistag gegen die Entscheidung aus München, das fünfte Landkreisgymnasium in Röhrmoos und nicht wie vom Gremium beschlossen in Bergkirchen zu bauen. Eine größere Gruppe will in die Landeshauptstadt pilgern.

Landkreis – Gut möglich, dass vielleicht schon bald eine Anzahl Dachauer Lokalpolitiker aller Couleur zum Büro von Kultusminister Michael Piazolo (FW) pilgert. Und die Pilger werden nicht gut gelaunt über die Flure des Maximilianeums wandern. Sie wollen protestieren! Gegen die gemeinsame Entscheidung von Finanz- und Kultusministerium, das geplante fünfte Gymnasium im Landkreis Dachau in Röhrmoos zu platzieren und nicht wie vom Dachauer Kreistag aus strukturpolitischen Gründen erwünscht in Bergkirchen.

Im Schul- und Kreisausschuss gestern hallten laute Worte durch den Sitzungssaal: „Völlig unverständlich!“ „Frechheit!“ „Absolute Frechheit!“ In den Münchner Ministerien werde der Beschluss des Kreistages vom Oktober vergangenen Jahres „komplett ignoriert“, sagte Bergkirchens Bürgermeister Simon Landmann („Absolute Frechheit!“). „Da hätten wir nicht so lange diskutieren brauchen“, ergänzte CSU-Parteikollege Gerhard Hainzinger („Völlig unverständlich!“). Und das, obwohl „die Staatsregierung immer wieder darauf hinweist, dass sie den Willen der Bürger anerkennen wird“, fügte die Grüne Marese Hoffmann („Frechheit!“) hinzu.

In das allgemeine Bekenntnis zum Protest platzte Jürgen Seidl (FDP): „Es war von vorneherein klar, dass Bergkirchen keine Chance hat“, meinte er und verwies darauf, dass es München „knallhart um Zahlen geht“. Weiche Faktoren wie strukturpolitische Beschlüsse oder Chancengleichheit für die Schüler würden da nicht zählen. Landrat Stefan Löwl (CSU) wusste, worauf Seidl anspielte. Er gab zu, dass „nur Röhrmoos genehmigungsfähig ist, wenn es um Zuschüsse geht“. Nur dort wird laut Gutachten die Mindestschülerzahl von 675 erreicht. Für den Standort Bergkirchen werden es hingegen selbst im Jahr 2035 nur 629 Schüler sein.

Trotz der knallharten Zahlen: Die Münchner Diktion sei „noch nicht in Stein gemeißelt“, so der Landtagsabgeordnete Bernhard Seidenath (CSU), der bereits mit Piazolo, dem „entscheidenden Minister“, gesprochen hat. Löwl ließ wissen, dass auch Ministerpräsident Markus Söder von der Sache weiß. Und in Richtung Freie Wähler gerichtet, meinte der Landrat, sie mögen auch noch Söders Stellvertreter Hubert Aiwanger unterrichten. Dann wären die höchsten Entscheidungsträger im Freistaat im Bilde.

Fürs Erste geht ein Schreiben des Kreistags ans Büro von Piazolo, mit der Bitte um einen schnellen Termin. Diesen werde der Minister laut Seidenath gerne gewähren. Es wird wohl eine „größere Gruppe“ nach München fahren, so Seidenath. Und die, so die potenzielle Gruppenreisende Stephanie Burgmaier (CSU), werde die Dachauer Argumente „mit Nachdruck platzieren“.

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