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Müller mit Leidenschaft: Ludwig Kraus erhielt das Bundesverdienstkreuz von Ministerin Michaela Kaniber (l.). Zur Feierstunde im Landwirtschaftsministerium wurde Ludwig Kraus von seiner Ehefrau Barbara begleitet.

Hohe Auszeichnung für den Dachauer Ludwig Kraus

Verdienstkreuz für Bayerns tüchtigsten Müller

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Aus Getreide bestmögliches Mehl machen, aus dem lockere, leichte und bekömmliche Brot- und Feingebäcke entstehen – „und natürlich unsere bayerische Brezn“: Dem hat sich Ludwig Kraus verschrieben. Der Dachauer Müller der Würmmühle erhielt nun das Bundesverdienstkreuz am Bande – für seinen erfolgreichen Einsatz für die Müller im Freistaat.

Dachau Nirgends in Deutschland gibt es so viele Mühlen wie in Bayern. Das ist maßgeblich dem Dachauer Ludwig Kraus zu verdanken. Der Müller der Würmmühle hat 27 Jahre lang als Vorsitzender des Bayerischen Müllerbunds für die Belange der Müller im Freistaat gekämpft – in schwierigen Zeiten. Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber hat dem 60-Jährigen nun das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen. In ihrer Laudatio bescheinigte sie dem Dachauer Fachkompetenz, Weitblick und großes persönliches Engagement. Kraus habe sich mit viel Herzblut für regionale Wertschöpfungsketten und für die Zusammenarbeit von Landwirten, Bäckern und Müllern engagiert. Besondere Verdienste habe sich Kraus bei der Konzeption des Leitfadens „Die umweltbewusste Mühle“ erworben, der laut Kaniber weit über die weiß-blauen Landesgrenzen hinaus Beachtung finde.

Ludwig Kraus betreibt die Würmmühle in dritter Generation. Die Magie des Hefeteiges faszinierte ihn – deshalb hatte er in den 70er Jahren bei seinem Vater eine Lehre zum Müller begonnen. Nach Müllerlehre sowie Techniker- und Meisterausbildung stieg er Schritt für Schritt in den heimischen Familienbetrieb Würmmühle ein. Früh engagierte er sich in den Berufsverbänden. Ab 1990 war er Mitglied im Vorstand des Bayerischen Müllerbunds. Von 1993 bis 2017 war er dessen Vorsitzender.

„Ich hab gedacht, ich haben damit einen ruhigen Job“, sagt Kraus und schmunzelt. Aber dann haben sich die einzelnen Landesverbände nach und nach aufgegeben und sind in den Bundesverband eingetreten. „Ich habe versucht, die Eigenständigkeit aufrecht zu erhalten“ – und er hat es geschafft. Mehr als das: Er baute den Bayerischen Müllerbund aus und machte ihn zu dem, was er heute ist. Das Ergebnis: die größte Mühlendichte Deutschlands.

Und abgesehen von diesem Ehrenamt führte Kraus all die Jahre seinen eigenen Betrieb – „was nur dank des Rückhalts meiner Familie, meiner Frau Barbara und meiner Töchter Stefanie und Christine“ möglich war. An den Ruhestand denkt Ludwig Kraus noch lange nicht. „Es gibt noch viele Herausforderungen!“ Zum Beispiel forscht Kraus derzeit an einem Walzenstuhlantrieb zur Energierückgewinnung. Und von der NASA habe er sich eine Wandfarbe schicken lassen, da dämmt ein Anstrich 20 Grad.“ Gestern an Fronleichnam – Kraus trug bei der Prozession in der Altstadt die Zunftfahne der Müller – hat er übrigens auch dem Stadtpfarrer diese Farbe für die Kirche ans Herz gelegt – „damit der Putz nicht immer so schnell runterkommt“.

Die Kirchenrenovierung hat aber nicht Priorität für Kraus. Ganz was anderes fragt er sich schon lange, meint Kraus spitzbübisch: „Was denken inzwischen wohl meine früheren Lehrer über mich?“ Damals, in der Schule in Dachau-Ost, gehörte er nämlich nicht zu den erfolgreichsten Schülern – was sich ja ganz schön gewandelt hat.

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