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Bürgermeister Kai Kühnel (links) gratulierte den Lielewskys zum großen Tag.

Magdalena und Heinz Mielewsky feiern ihre Diamantene Hochzeit

Am Ende waren sogar die Mütter überzeugt

„Nie aufgeben und kämpfen“: Das raten Magdalena und Heinz Mielewsky jedem Paar, das heutzutage den Bund der Ehe eingeht. Und von wem könnte man wohl einen besseren Ratschlag bekommen als von einem Paar, das seit nunmehr 60 Jahren glücklich verheiratet ist?

Dachau – Dass sich Magdalena und Heinz Mielewsky vor über 64 Jahren kennengelernt haben, war durchaus eine Besonderheit: Magdalena wurde im ehemaligen Jugoslawien geboren, Heinz stammt aus Ostpreußen und ist ein „echter Königsberger“, wie er schmunzelnd erzählt. 1948 zog er – nach einer Zwischenstation in Dänemark – nach Dachau, weil sein Bruder bereits dort arbeitete. Auch Magdalena verschlug es nach Dachau – sie kam allerdings aus ihrem Geburtsland und daher aus der entgegengesetzten Richtung. Somit war ihr Zusammentreffen in Dachau wohl dem Glück geschuldet, vielleicht war aber auch ein Quäntchen Schicksal dabei. Beide wohnten zunächst im Wohnlager Dachau-Ost.

Auch an ihre erste Begegnung erinnern sie sich noch: „Kennengelernt haben wir uns im Brunnerwirt auf einem Tanzabend. Ich war damals 16 und Heinz 20 Jahre alt“, erinnert sich Magdalena. „Er hat danach dann zum Glück nicht locker gelassen und kam immer wieder.“

Aufgrund der unterschiedlichen Herkunft des Paares hätten ihre Familien zu Beginn aber einige Vorbehalte gehabt: „So war das damals. Aber wir haben uns durchgesetzt – die ganzen 60 Jahre lang, und irgendwann hatten wir auch unsere Mütter überzeugt“, erzählt Magdalena.

Einen richtigen Heiratsantrag gab es nicht. „Da warte ich heute noch darauf“, sagt die Ehe-Jubilarin lachend – wobei Ehemann Heinz weiß, dass seine Liebste dies nicht wirklich ernst meint. Vielmehr erklärt sie den – vor allem jüngeren – Gästen an ihrem Jubeltag: „Das war damals eben einfach nicht so üblich. Wir haben es mehr oder weniger gemeinsam beschlossen.“

Geheiratet hat das Paar dann am 11. April 1958 – allerdings nicht in Dachau, sondern in einer kleinen Kapelle im Wallfahrtsort Birkenstein am Schliersee. Dort wurden sie von Pater Roth getraut, der mit ihnen für die Trauung zur Kapelle fuhr.

Beruflich gingen beide ihren eigenen Weg: „Ich habe 20 Jahre lang als MTU-Kontrolleur gearbeitet, bin aber eigentlich gelernter Blechschlosser. Meine Frau war als Schneiderin tätig“, erzählt Heinz, der in seiner Freizeit auch sportlich bei verschiedenen Vereinen aktiv war. Magdalena ergänzt: „Ich bin gelernte Damenschneiderin und habe eine Zeit lang selbstständig und anschließend in verschiedenen Läden gearbeitet.“

Heute können sich Heinz und Magdalena auf die Hilfe ihrer Familie verlassen: Das Paar hat einen verheirateten Sohn, Heinz, und eine 25-jährige Enkelin, Anja, die derzeit in Kanada studiert und auf deren Rückkehr sich die Großeltern bereits jetzt sehr freuen.

Aber auch die Schattenseiten des Lebens kennen sie: Magdalena bekam vor etwa 20 Jahren die Diagnose Multiple Sklerose und war kurz darauf an einen Rollstuhl gebunden. Aus diesem hat sie sich selbst aber durch viel Training wieder „herausgearbeitet“, wie sie selbst sagt. „Ich habe einfach nicht locker gelassen und überall in der Wohnung Trainingsgeräte verteilt. Inzwischen kann ich mich zuhause auch ohne den Rollstuhl fortbewegen. Das ist wichtig, denn die Gesundheit meines Mannes ist ja nun ebenfalls nicht mehr die Beste!“ Vor allem zu Beginn ihrer Krankheit habe der Gatte sich liebevoll um sie gekümmert, betont sie. Mit Recht sind sie stolz darauf, dass sie trotz ihrer gesundheitlichen Einschränkungen nach wie vor eigenständig leben und nur manchmal die Hilfe ihres Sohnes in Anspruch nehmen.

Anlässlich ihrer Diamanthochzeit plant das Paar noch etwas ganz Besonderes: „Wir wollen nach Birkenstein fahren und dort noch einmal in die kleine Kapelle gehen, wo wir uns vor 60 Jahren das Jawort gaben. Wir werden der lieben Mutter Gottes an diesem für uns so wichtigen Ort für unsere lange und glückliche Ehe danken. Denn selbstverständlich ist das ja nicht.“

Nathalie Neuendorf

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