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Was befindet sich noch in Postfach 1103? Maria Kaltner würde es gerne wissen.  

Dachauerin hat Ärger wegen ihres Schließfaches

Trara, die Post ist nicht mehr da!

Wer im Postgebäude am Bahnhof an den Schalter tritt, sollte eines bedenken: Er befindet sich in der Postbank und nicht mehr bei der Deutschen Post. Ein Unterschied, der Maria Kaltner viel Verdruss einbrachte.

Dachau In einem alten Volkslied heißt es: Trara, die Post ist da! Die Dachauerin Maria Kaltner (55) könnte auch ein Lied über die Post singen. Nur hieße es da: Trara, die Post ist nicht mehr da! Denn die Heilpraktikerin mit eigener Praxis hat ein Riesenproblem. Sie kommt nach der Kündigung ihres Postschließfachs samt Abgabe der Schlüssel nicht mehr an das Fach heran, indem sie noch Restpost vermutet. 

Kaltner befürchtet Laborbefunde und ihren Steuerbescheid im Schließfach

Der Knackpunkt: Im guten alten Postgebäude am Dachauer Bahnhof, in dem sich das Fach befindet, ist nurmehr die Postbank untergebracht, nicht die Post. Ein scheinbar kleiner Unterschied mit großen Folgen.

Maria Kaltner hatte bis Ende Februar ihr Postfach gekündigt, erschien einige Tage später noch einmal am Schalter. Es könnten sich ja noch restliche Briefe im Fach befinden; die Heilpraktikerin vermutet darin Laborbefunde von Patienten und befürchtet ihren Steuerbescheid darin. 

Desinteresse in der Postbank-Filiale

Doch die Dame am Schalter zeigte sich desinteressiert. Sie gab Kaltner quasi zu verstehen, dass sie nicht die Christel von der Post, sondern von der Postbank sei. Und als solche sei sie nicht zuständig. 

„Als ich den Vorgesetzten sprechen wollte, sagte die Dame zu mir: Den interessiert das auch nicht“, so Maria Kaltner. Lediglich ein Kärtchen mit einer Servicenummer bekam die Kundin in die Hand gedrückt.

Als die 55-Jährige zu Hause zum Telefon griff, musste sie sich noch mehr ärgern. Die Dame, die sie endlich an die Strippe bekam, meinte, sie könne auch nicht helfen. „Sie hat zu mir gesagt: Ich kann auch nicht in ihr Postfach schauen“, ärgert sich Kundin Kaltner. Doch wie kann sie jetzt noch einen Blick in ihr Fach werfen? „Ich bin ratlos“, sagt die Dachauerin.

Des Rätsels Lösung teilt Postbank-Pressesprecher Erwin Nier mit: „Ich halte es für sehr unwahrscheinlich, dass sich in dem Fach noch Post befindet“. Nach Wirksamkeit der Kündigung werde in das Fach nichts mehr hineingelegt und die Post an die Privatadresse zugestellt. 

Die einzige Lösung: Briefträger abfangen

Post und Postbank seien getrennte Unternehmen, so der Sprecher weiter. Die Dame am Schalter dürfe nicht an das Fach heran. Befüllt würden die kleinen Tresore ausschließlich vom Briefdienst der Post. Wenn aber doch noch ein Brief reingerutscht ist?

Dann solle die Kundin den Briefträger am Schließfach abfangen. Befüllt werde ab 6 Uhr in der Früh, so Erwin Nier von der Postbank. Das will Maria Kaltner nun tun und an das alte Volkslied „Trara, die Post ist da!“ denken. In der dritten Strophe heißt es: Geduld, Geduld, gleich packt er aus, dann kriegt ein jeder in dem Haus die Briefe und die Päckchen, die Schachteln und die Säckchen...

Von Thomas Zimmerly

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