Markus Erhorn kämpft für ein Jugendkulturzentrum
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Markus Erhorn kämpft für ein Jugendkulturzentrum

Markus Erhorn hat einen Traum

Dachau fehlt ein Jugendkulturzentrum, findet Markus Erhorn - und engagiert sich für seine Idee.

Markus Erhorn war noch nie jemand, der sich raushält. Niemand, der meckert und jammert, ohne was zu tun. Nein. Markus Erhorn mischt sich ein. Wenn er findet, dass was verändert werden muss. In Dachau zum Beispiel. Da, findet er, muss ein Jugendkulturzentrum her.

Seit Jahren findet er das schon. Seit 2005. Trotzdem gibt es so ein Zentrum nicht. Immer noch nicht. Obwohl so viele Leute dabei wären: Engagierte junge Leute, und Leute, die was mit engagierten jungen Leuten zu tun haben.

Sie alle haben sich zu einer Initiative zusammen gerauft: „Initiative Jugendkulturzentrum“ heißt sie. Mit Betonung auf „Initiative“. Wie schön, wenn das Ganze mal „Realisierung Jugendkulturzentrum“ heißen dürfte, oder, noch viel besser, einfach „Unser Jugendkulturzentrum“. Markus Erhorn träumt davon, dass solch ein Schild eines Tages irgendwo auf dem MD-Gelände prangen wird. Die ehemalige Papierfabrik, die wäre was für das Juku.

Markus Erhorn und seine Mitinitiateure haben sich die Hallen schon einmal angeschaut, und die „wären einfach perfekt“. Er beginnt zu strahlen, zu träumen: Von stabilen Mauern. Hohen Wänden. Von der Nähe zum Stadtbahnhof. Von der Nähe zur Stadtmitte. Seine blauen Augen leuchten. „Man denkt eben positiv.“ Bis es soweit ist, wird noch viel Zeit vergehen, das ist ihm schon klar. Die Zukunft des MD-Geländes ist eben ungewiss.

Er selber wird dort dann eh nichts mehr zu suchen haben: Schließlich ist er jetzt schon 21. Warum es aber auch woanders nicht geklappt hat, das weiß Markus Erhorn auch nicht so genau. Eigentlich hat ja keiner was dagegen: Die Stadträte stehen dahinter, der Kreisjugendring auch, und alle Jugendverbände sowieso. Angebote gab’s auch schon, aber immer ist es an etwas anderem gescheitert: An der zu hohen Miete, an Brandschutzgründen, oder an sonst irgendwelchen Hürden, die unüberwindbar sind.

Solch ein Kulturzentrum soll eben schon was anderes sein. Was anderes als die Jugendzentren, die es schon hier und da gibt. Die Zentren werden von Pädagogen geleitet, das Juku soll selbstständig sein. „Gerade für junge Menschen ist es doch wichtig, dass sie eigene Ideen einbringen und eigene Entscheidungen treffen“, sagt Markus Erhorn. Die vom Freiraum, die treffen schon ihre eigenen Entscheidungen. „Die haben schon einiges von unserem Konzept verwirklicht“, sagt Markus Erhorn. „Anderes aber wieder nicht.“

 Denn gewisse Ansprüche hat die Initiative schon. Auf ihrer Wunschliste steht: Ein Saal, ein Saalnebenraum, ein Gruppenraum, ein Bandübungsraum, ein Funktionsraum, ein Atelierraum, ein Raum für Kunstausstellungen, ein Verwaltungsraum, ein Lagerraum, ein Werkstattraum, ein Multimediaraum, ein Küchenraum, ein Garderobenbereich, ein Café, eine Hausmeisterwohnung – und eine Toilette.

Klar, auf die Wunschliste muss natürlich mehr – runterhandeln kann man sich dann immer noch lassen. Aber Platz für Geburtstagsfeiern, Bandproben, Konzerte und Kunstausstellungen, und vielleicht noch für ein Jugendcafé wären schon nicht schlecht, sagt Markus Erhorn. Gut, der Kampf geht eben weiter. „Jetzt muss mal was passieren“, sagt Markus Erhorn. Im Herbst trifft sich die Juku-Initiative trotzdem mal mit den Leuten vom Freiraum. Einfach mal zusammensetzen.

Vielleicht klappt es ja so, das Einmischen.

Nina Praun

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