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Hinter ihrem Tresen war Mathilde Liebl glücklich – mehr als ein halbes Jahrhundert.

Mathilde Liebl ist gestorben

Trauer um Mathilde Liebl

Dachau – Ihr Laden war eine Institution. Nun ist die Dachauerin Mathilde Liebl, die bis vor einigen Jahren den kleinen aber feinen Tante-Emma-Laden an der Hermann-Stockmann-Straße führte, mit 82 Jahren gestorben.

Mehr als 50 Jahre lang stand Mathilde Liebl sechs Tage die Woche hinter dem Tresen des kleinen Tante-Emma-Ladens. Erst mit 75 Jahren beendete die Dachauerin ihre Tätigkeit als Einzelhändlerin, danach genoss sie ihren wohlverdienten Ruhestand.  

Stress oder Hektik gab es bei ihr im Laden aber nie. Wer eine belegte Semmel bestellte, bekam sie frisch geschmiert. Wer zum Kuchen Sahne wollte, brachte sie frisch geschlagen mit nach Hause. Und wem sonntags einfiel, dass er vergessen hatte, Kaffeepulver zu kaufen, der musste nicht aus Not auf Tee umsteigen. Einmal Klingeln genügte, und Mathilde Liebl sperrte die Ladentüre auf – zu jeder Uhrzeit.

In den Jahren bis zu ihrem Tod genoss sie dann ihren wohlverdienten Ruhestand und die Zeit mit ihren Enkeln.

Ihre Arbeit hat die Dachauerin nie als Beruf gesehen. Der Laden, den sie 1958 mit ihrem Ehemann Josef von dessen Eltern übernahm, war ihr Leben.

Zu der Beerdigung kamen jetzt neben der Familie und vielen Freunden auch ehemalige Kunden, die Dachauerin hatte für jeden der Käufer stets ein offenes Ohr: „Jedes kleine Geheimnis war bei mir gut aufgehoben“, erzählte Mathilde Liebl vor knapp sieben Jahren den Dachauer Nachrichten, als sie zumachte. Viele der Stammkunden wollten sich jetzt bedanken – und erwiesen ihr die letzte Ehre.

ahu

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