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Auf der Martin-Huber-Straße wäre in den Augen von Stadtrat und Bauamt eine Einbahnstraßenregelung möglich. Die Frage ist nur: Was passiert mit den Parkplätzen? 

Umweltausschuss

Mehr Sicherheit, weniger Parkplätze

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Die Stadträte im Umweltausschuss waren sich einig: Um den Verkehr, und dabei vor allem den Radverkehr, besser und sicherer durch das Stadtgebiet fließen zu lassen, muss es in Zukunft mehr Einbahnstraßen in Dachau geben. Uneinig war man sich jedoch in der Frage, ob diese Maßnahme zu Lasten von Parkplätzen gehen darf.

Dachau – Oberbürgermeister Florian Hartmann schaltete sich erst spät in die Diskussion ein. Das Für und Wider von Einbahnstraßen war da längst vorgetragen, es ging im Grunde nur noch darum, wie umfassend und teuer die von der CSU gewünschte Rundum-Untersuchung werden sollte, um herauszufinden, wo und wie in der Großen Kreisstadt weitere Einbahnstraßen möglich sind.

Hartmann jedenfalls bemerkte trocken, dass man Entscheidungen treffen müsse, wenn man schon an das „Thema rangeht“. Denn eins müsse klar sein: Mit Einbahnstraßen würde der Verkehrsraum „neu aufgeteilt“, sprich: Man müsse Stellplätze streichen. Hartmann: „Wenn man dazu nicht bereit ist, brauche ich keine Untersuchung.“

August Haas (CSU) hielt diesen Ansatz jedoch für einen „Denkfehler“. Wenn man eine Fahrspur für Autofahrer wegnehme, entstehe doch „mehr Platz, um die örtlichen Bedürfnisse zu befriedigen“. Parkplätze zu streichen, hielt er jedenfalls für keine gute Idee: „Wenn wir schon dem fließenden Verkehr was wegnehmen, müssen wir doch nicht auch noch den ruhenden Verkehr schädigen.“ In Richtung seiner Kollegen fragte Haas: „Sind wir denn nur noch ein Ausschuss zur Beseitigung von Parkplätzen?“

Die Verwaltung jedoch wollte es nicht so sehen wie Haas. Eine „global-galaktische Untersuchung“, wie die CSU-Fraktion es laut Bauamtsleiter Moritz Reinhold forderte, mache wenig Sinn, da große Teile der Innenstadt sich gar nicht eignen würden für Einbahnstraßen. Der sogenannte Ring um die Innenstadt – bestehend aus Schiller-, Ludwig-Dill-, Brucker Straße, Bgm.-Zauner-Ring, Mittermayer und Augsburger Straße sowie der nördliche Abschnitt der Ludwig-Thoma-Straße – würde bei einer entsprechenden Einbahnregelung große Umwege erfordern, „da keine geeigneten Ausweichstrecken vorhanden sind“. Auch von einer Einbahnregelung durch die Altstadt riet das Bauamt ab, da so die Erreichbarkeit für den Einzelhandel und die Zufahrt zum Schloss sowie die Altstadtgarage eingeschränkt würden. Die eingeschränkte Erreichbarkeit des Einzelhandels war auch das Argument, warum die Ludwig-Thoma- und die Münchner Straße gar nicht erst untersucht werden sollten. Ins Auge fassen könne man dagegen die Martin-Huber-Straße, wo man – laut Bauamt – das „Fahrbahnparken“ aufgeben und stattdessen links und rechts der Fahrbahn noch zwei gegenläufige Radstreifen einrichten könnte.

CSU-Sprecher Peter Strauch bedankte sich – ironisch – beim Bauamt dafür, dass sich „einer viel Mühe gegeben hat zu sagen, was alles nicht geht“. Er forderte seine Kollegen jedoch dazu auf, den „Mut zusammenzunehmen und ein vernünftiges, großes Konzept“ machen zu lassen. Erst dann könne man sehen, was möglich wäre beziehungsweise welche Folgen dies für den betreffenden Bereich habe. Dann, so Strauch, „können wir immer noch entscheiden: Wollen wir das?“

So wie die CSU-Fraktion wollte es die Mehrheit des Gremiums jedoch nicht. Thomas Kreß (Grüne) freute sich zwar, dass nun auch die CSU in „Richtung mehr Platz für Radfahrer denkt“. Eine teure, groß angelegte Studie war ihm dann aber zu unkonkret. Auch Volker C. Koch (SPD) ging die CSU Idee zu sehr „ins Nebulöse“.

Am Ende stand daher der Beschluss, dass die Verwaltung eine Vorprüfung für mögliche neue Einbahnstraße vornehmen soll und die Stadtratsfraktionen zudem noch eigene Straßenvorschläge einbringen. Am Ende würde dann eine Auswahl getroffen.

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