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Der Volksfestaufbau ist in vollem Gange – in 23 Tagen wird geschunkelt, wo sich jetzt noch die Holzplanken stapeln. Die Fassade des großen Volksfestzeltes steht schon.

Mehr Sicherheit auf dem Dachauer Volksfest

Trachtenmesser verboten

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Die Volksfestbesucher müssen sich dieses Jahr wieder auf Kontrollen einstellen – auf bisschen strengere als vergangenes Jahr. Betroffen sind vor allem die Trachtler: Denn auch Trachtenmesser sind heuer verboten. Außerdem sollen die Zufahrten und der Kinderfestzug geschützt werden – vor dem Hintergrund von Terroranschlägen mit Auto oder Lkw.

Dachau– Messer waren im vergangenen Jahr auf dem Volksfest schon verboten. Heuer dürfen auch Trachtler ihre Hirschfänger nicht mehr mitbringen. Angesichts der zunehmenden Terrorangriffe „mit niedrigschwelligen Tatwaffen wie Messern, sieht sich die Stadt leider zu dieser Maßnahme gezwungen“, wie OB Florian Hartmann in einer Pressemitteilung erklärte. Zusätzlich sollen in diesem Jahr an den Zufahrten zum Volksfest Verengungen aufgestellt werden, erklärte die Polizei. Beim Kinderfestzug werde die Zufahrt zur Münchner Straße abgesperrt.

Vor gut einem Jahr raste ein Attentäter in einem Lkw in Nizza in eine Menschenmenge, kurz vor Weihnachten vergangenen Jahres wurde ein Lkw in die Besuchergruppe eines Christkindlmarktes in Berlin gelenkt, und auch in Stockholm und London wurde ein Fahrzeug als Waffe benutzt, um Menschen zu töten und zu verletzen. Vor diesem Hintergrund wollen Stadt und Polizei auch das Dachauer Volksfest besser schützen. „Das ist wichtig, gerade beim Kinderfestzug“, sagt Volkfestreferent Robert Gasteiger. Der Zug schlängelt sich von der Altstadt in die Münchner Straße, macht an der Kreuzung zur Bahnhofstraße eine Kehre und führt dann aufs Volksfest. „Die Strecke wird sowieso von Polizei und Feuerwehr abgesperrt“, erklärt Polizeihauptkommissar Björn Scheid. An der Kreuzung Münchner-/Bahnhofstraße werden „Fahrzeuge von Feuerwehr und Polizei aufgestellt, das dient der Verhinderung des Eindringens von Fahrzeugen“. Die Dr.-Engert-Straße werde zudem gesperrt, „da dürfen nur noch Berechtigte reinfahren.“ Die beiden Zufahrten zum Volksfest von der Ludwig-Thoma-Straße aus sollen verengt werden, so Scheid.

An diesen Zugängen kontrolliert der Sicherheitsdienst die Taschen, Rucksäcke und dergleichen „auf darin befindliche Waffen und waffenähnliche Gegenstände, wie Messer, Scheren, Pfefferspraydosen“, so der OB. Und in diesem Jahr werden auch Lederhosn kontrolliert: ob sich darin Hirschfänger befinden. Die zur bayerischen Tracht gehörenden Messer sind heuer auf dem Volksfest verboten – „konsequenterweise“, so Scheid. Denn wenn man Messer verbiete, sollte man keine Ausnahme dulden. Zum anderen seien die Hirschfänger ja frei zugänglich – „man könnte sie im Vorbeigehen rausziehen und damit jemanden verletzen“, erklärte der Polizeisprecher.

„Das Traurige ist, dass man darüber nachdenken muss, so etwas zu verbieten“, sagt Volksfestreferent Robert Gasteiger. Aber die Sicherheit gehe vor. Natürlich sei der Hirschfänger ein Bestandteil der Tracht. „Einerseits ist es traurig, dass man darauf verzichtet, denn so kann man nicht Brotzeit machen mit dem eigenen Besteck“, aber andererseits sei das Verbot natürlich nachvollziehbar. „Aufs Oktoberfest darf man es ja auch nicht mitnehmen“, so der Brauchtumsexperte. Die Hirschfänger hatte man früher stets dabei, um unterwegs seine Brotzeit zu essen – oder um notfalls einen Lederriemen am Pferdefuhrwerk durchschneiden zu können.

Die Stadt bedauere, dass dieses Verbot gerade für die Mitglieder der zahlreichen Vereine, die in Dachau und Umgebung mit viel Engagement und Hingabe Brauchtum und Tracht pflegen, eine Einschränkung bedeutet. „Im Vordergrund steht jedoch ein sicherer und unbeschwerter Besuch des Dachauer Volksfestes für alle“, so Hartmann. Weitere Details bezüglich der Sicherheit besprechen Polizei, Rettungskräfte und Stadt nächste Woche.

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