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Stolz auf das AWO-Mehrgenerationenhaus: Bundestagsabgeordnete Katrin Staffler, Anja Mußmann-Walter und Karin Ulrich vom Mehrgenerationenhaus, Uschi Weber vom Landesnetzwerk bayerische Mehrgenerationenhäuser, Landrat Stefan Löwl, Ministerialrat Dr. Andreas Frank sowie Sparkassenvorstand Thomas Schmid (von links).

Mehrgenerationenhaus feiert Jubiläum

MGH wächst, gedeiht und hat Geldsorgen

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Das Dachauer Mehrgenerationenhaus der Arbeiterwohlfahrt hat sich zu einem Treffpunkt in der Stadt entwickelt. Jetzt feierte es bei einem Neujahrsempfang seinen elften Geburtstag.

Dachau – Das Mehrgenerationenhaus (MGH) hatte sich für dieses Schnapszahlfest entschlossen, weil es zum zehnjährigen Bestehen keine Feier gegeben hatte. Nachdem die Einrichtung erst im September 2018 in ihre neuen Räumlichkeiten am Sparkassenplatz gezogen ist, war keine Gelegenheit für ein Fest. Das wurde jetzt nachgeholt, die Idee dazu hatte Leiterin Karin Ulrich. „Vielleicht bringt uns die Schnapszahl ja Glück“, sagt sie.

Ulrich ist fast von Anfang an dabei und selbst ein Glücksfall für das Mehrgenerationenhaus. Denn für sie und für ihre Kollegin Anja Mußmann-Walter ist die Institution viel mehr als nur ein normaler Arbeitsplatz.

Das würdigten bei der Jubiläumsfeier auch die Ehrengäste. „Sie haben Ihr Hobby zum Beruf gemacht, Sie sind mit Herz dabei, es ist Ihre Berufung“, lobte zum Beispiel Landrat Stefan Löwl. Gerade in einer Zeit, in denen Familienzusammenhalt über die Generationen hinweg immer seltener werde, sei so ein Angebot immer wichtiger.

Dachaus Oberbürgermeister Florian Hartmann bedankte sich deshalb ebenfalls: „Sie können stolz auf das sein, was Sie leisten!“

Wie viel im AWO-Mehrgenerationenhaus tatsächlich geleistet wird, wurde bei der Jubiläumsfeier deutlich. Rund 160 Ehrenamtliche engagieren sich in der Einrichtung. „Ohne Sie würde gar nichts gehen“, betonte Ulrich. Deshalb war es den Verantwortlichen auch wichtig, den Helfern die Möglichkeit zu geben, das breite Angebot selbst vorzustellen.

Passend zum elften Geburtstag wurden elf Aktionen präsentiert – angefangen bei einem integrativen Malprojekt, das das allererste Projekt im Mehrgenerationenhaus war. Seitdem ist fast jedes Jahr ein neues Vorhaben dazu gekommen. Es gibt zum Beispiel ein Hausaufgabenprojekt für Kinder mit Migrationshintergrund aus der Grundschule Dachau-Ost, Schülerpaten für die Dachauer Grundschüler, ein Welcome-Projekt, bei dem Familien mit Neugeborenen Unterstützung bekommen, Familienpaten oder Workshops für Menschen, die sich gerne ehrenamtlich engagieren möchten. Senioren können sich beim PC-Café in die digitale Welt einführen lassen oder sich bei der Smartphone-Beratung Tipps zu ihrem Handy geben. Asylsuchende wiederum werden durch E-Learning-Angebote beim Deutschlernen unterstützt, und Eltern können sich beim Eltern-Talk über ihren Alltag und ihre Probleme austauschen. „Ich bin froh, diese Aufgabe gefunden zu haben, die Begegnung mit neuen Menschen ist eine Bereicherung“, waren Aussagen, die man von den Ehrenamtlichen immer wieder hörte.

Dass das Mehrgenerationenhaus einmal so groß werden würde, damit hätte auch Chefin Karin Ulrich anfangs nicht gerechnet. „Aber dann ist fast jedes Jahr ein Projekt hinzugekommen und wir sind immer weiter gewachsen“, sagt sie. „Langsam sind wir aber an der Kapazitätsgrenze angelangt.“ Damit im Mehrgenerationenhaus auch künftig bei vielen Projekten Alt und Jung zusammenkommen können, hat sie einen großen Geburtstagswunsch: „Die Finanzierung ist noch immer nicht verstetigt.“ Alle paar Jahre müssten neue Gelder beantragt werden. Zuletzt wurden sie bis zum Jahr 2020 genehmigt. Daher, so Ulrich, „wäre es schön, langfristig Sicherheit zu haben“.

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