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Nicht immer kommen Rettungsfahrzeuge so einfach durch den Verkehr.  Verkehrsteilnehmer blockieren oftmals die Rettungsgasse.

Höhere Strafen für Blockieren von Rettungsgassen

„Die meisten merken ihr Fehlverhalten erst über ihren Geldbeutel“

Die Strafen für Rettungsgassen-Blockierer könnten höher werden. Sven Langer vom Dachauer THW ist jedoch skeptisch.

Dachau – Immer wieder kommt es vor, dass Polizisten und Rettungskräfte bei ihrem Einsatz behindert werden, weil einzelne Autofahrer die Rettungsgasse blockieren. Das Behindern der Einsatzkräfte wurde bisher mit einer Geldstrafe von nur 20 Euro geahndet. Doch damit könnte bald Schluss sein, denn der Bundesrat stimmt heute über härtere Strafen für das Blockieren von Rettungsgassen ab. Die Bußen für Autofahrer sollen drastisch erhöht werden.

Wie könnten Blockierer von Rettungsgassen in Zukunft bestraft werden?

Laut dem Verkehrsausschuss der Länderkammer sollen Autofahrer, die die Rettungsgasse versperren, mit 240 Euro Bußgeld und einem Monat Fahrverbot sanktioniert werden. Bei einer Sachbeschädigung drohen im schlimmsten Fall sogar 320 Euro und der einmonatige Entzug der Fahrerlaubnis.

In den Augen von Wolfgang Reichelt, Pressesprecher der Freiwilligen Feuerwehr Dachau, ist die Verschärfung der Strafe durchaus geboten: „Die meisten Leute merken ihr Fehlverhalten erst über ihren Geldbeutel.“ Reichelt hofft, dass die höheren Strafen den gewünschten Effekt erzielen und die Einsatzkräfte die Unfallorte schneller erreichen können.

Warum bleibt Sven Langer vom THW skeptisch?

Das wünscht sich auch Heinz Angermeier, Hauptkommissar der Verkehrspolizei München. Für ihn kann die verschärfte Ahndung zur Bewusstseinsverantwortung der Autofahrer beitragen. „Es ist notwendig, die Lage zu verbessern und das Bewusstsein der Autofahrer zu wecken.“ Welche Maßnahmen dafür getroffen werden, liege aber beim Bundesrat. Der Öffentlichkeitsbeauftragte des THW Dachau, Sven Langer, ist skeptisch. Denn für ihn gestalte sich die Umsetzung schwierig: Wie wolle man die Verantwortlichen denn zur Kasse bitten?

Dennoch spricht sich Langer klar für höhere Bußen aus; härtere Strafen für Verweigerer von Rettungsgassen seien sinnvoll.  vm

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