Träumt von einer Orchesterstelle: Michael Hernek, Landessieger im Fach Solo-Tuba bei „Jugend musiziert“.
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Träumt von einer Orchesterstelle: Michael Hernek, Landessieger im Fach Solo-Tuba bei „Jugend musiziert“.

Großer Erfolg für heimischen Musiker

Michael Hernek von der Knabenkapelle ist Tuba-Landessieger

  • Claudia Schuri
    vonClaudia Schuri
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Es war Begeisterung auf den ersten Blick: Als Michael Hernek vor ein paar Jahren mit seinem Vater Rainer Hernek, Chef der Ludwig-Thoma-Musikanten, bei einem Instrumentenbauer war, entdeckte er sofort die Tuba, die in der Ecke stand. Für den Buben stand fest: Dieses Instrument will ich spielen. Die beiden nahmen eine Kinder-Tuba zum Ausprobieren mit nach Hause.

Großeisenbach/Dachau – „Als ich ein paar Töne gespielt habe, war für mich klar, dass ich Tuba lernen will“, sagt Michael Hernek, der in Großeisenbach in der Gemeinde Fahrenzhausen lebt. „Ich mag den dunklen Sound der Tuba.“ Heute ist er 16 Jahre alt, spielt seit fünf Jahren Tuba – und wurde gerade Landessieger in seiner Altersklasse im Fach Solo-Tuba beim Wettbewerb „Jugend musiziert“.

Ein Wettbewerb, der dieses Jahr etwas anders abgelaufen ist als sonst. Wegen der Corona-Pandemie mussten die Teilnehmer nicht live vorspielen, sondern ein Video einreichen. „Ich war schon ein bisschen nervös“, erzählt der 16-Jährige. Denn einfacher wurde der Wettbewerb damit nicht: „Die Jury kann sich einzelne Passagen mehrmals anhören“, sagt Michael Hernek.

Begleitet von Pianistin Maria Lohri-Tymozhynska trug er drei sehr anspruchsvolle Stücke vor. Sie mussten direkt hintereinander gespielt werden, Videoschnitte waren nicht erlaubt. Rund 20 Minuten war das Video letztlich lang. Mehrere Monate hatte sich Michael Hernek darauf vorbereitet, täglich übt er zwischen fünf und sieben Stunden. Die Grundlagen an der Tuba und am E-Bass hatte er bei Florian Kretschmer gelernt, inzwischen wird er von Oswald Windrich, der bei den bekannten Egerländer Musikanten spielt, ausgebildet. Zurzeit ist jedoch meist nur Unterricht per Skype möglich.

Auch die Proben der Dachauer Knabenkapelle, wo Michael Hernek mitspielt, müssen digital ablaufen. „Ich freue mich aber schon darauf, wenn wir wieder normal proben und auf Auftritten und Konzerten spielen dürfen“, sagt er. „Das ist einfach etwas anderes.“ Als es noch möglich war, war er außerdem gelegentlich bei Proben der Ludwig-Thoma-Musikanten dabei.

Was sein Lieblingsstück ist? Da muss Michael Hernek erst einmal nachdenken. „Eigentlich habe ich gar keine Lieblingsnummer, ich mag sehr vieles“, sagt er. „Auf jeden Fall bin ich ein großer Fan der Egerländer Musik.“ Der 16-Jährige hat große Ziele. Dieses Jahr macht er an der Realschule Eching den Realschulabschluss, danach wird er auf die FOS Unterschleißheim gehen. „Ich möchte Tuba studieren“, erzählt er. Er träumt von einer Orchesterstelle oder einem Platz bei den Musikkorps der Bundeswehr.

Jetzt konzentriert er sich aber erst noch einmal auf „Jugend musiziert“. Als Landessieger hat er sich für den Bundeswettbewerb qualifiziert. Ein bisschen schade findet er es schon, dass wieder keine Präsenzveranstaltung möglich ist. „Der Wettbewerb wäre in Bremen gewesen, ich wäre schon gerne hingefahren“, sagt er. Doch auch so ist der Wettbewerb für ihn ein ganz besonderes Erlebnis und das mit dem Video hat ja schon einmal super funktioniert. „Ich versuche, noch mal eine Schippe drauf zu legen“, erzählt er. Bis Ende April muss das Video fertig sein, die Bewertung der Jury erfährt Michael Hernek dann im Mai.

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