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Mint-Campus Dachau in Bergkirchen im Versuchs- und Laborraum: Lehrer Josef Fertl mit Schülern der 5. und 6. Klasse.

Mint-Campus: Förderverein ist entrüstet

Kritik am Mint-Campus verstummt

  • Thomas Zimmerly
    VonThomas Zimmerly
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Den Mint-Campus kritisch hinterfragen: Das wollte Kreisrat Harald Dirlenbach (SPD). Mit seinen Worten erzürnte er jedoch die Verantwortlichen des Mint-Campus-Fördervereins.

Dachau – Harald Dirlenbach hat mit einem Satz in der Haushaltsdebatte des Kreistags die Verantwortlichen des Mint-Campus Dachau (siehe Kasten) in helle Aufregung versetzt. Vierkirchens Bürgermeister (SPD) hatte über das Schülerforschungszentrum gesagt, dass der Landkreis überlegen solle, „das Projekt einzustampfen“ (wir haben berichtet). Wenn die freie Wirtschaft – in Zeiten großen Fachkräftemangels – sich dafür nicht interessiere, dann „muss das Projekt diskutiert werden dürfen“. Dabei dürfe man sich die Frage stellen: „Hat man das Ziel erreicht?“ Der Kreisrat traf seine Aussage im Zuge des von Landrat Stefan Löwl geforderten „kritischen Hinterfragens“ der Kreis-Aufgaben und deren Kosten.

Die beiden Vorsitzenden des Mint-Campus-Fördervereins, Ulrich Dachs und Peter Fink, weisen in einer Stellungnahme an die Dachauer Nachrichten darauf hin, dass Mitgliedsbetriebe der IHK, der Handwerkskammer sowie Statiker, IT-Fachleute und Ingenieure Gründungsmitglieder des Fördervereins seien. „Wie kommt Herr Dirlenbach deshalb zur Annahme, dass die Wirtschaft den Campus nicht annehmen würde? Unserem Bemühen, neue Fördermitglieder aus der Wirtschaft zu gewinnen, tut er damit sicherlich keinen Gefallen“, so die beiden Vorsitzenden.

Weiter weisen Dachs und Fink darauf hin, dass der Landkreiszuschuss zu einem großen Teil als Miete an den Landkreis zurückfließe und gerade mal die Kosten der Aufwandsentschädigung der Verwaltung decke. Dirlenbach als Mitglied des Trägervereins wisse das, so Dachs und Fink. 2018 hätten die Campus-Mitarbeiter ehrenamtlich 3600 Stunden geleistet. „Jetzt von ,einstampfen’ zu sprechen ist daher ein verbales Foul und eine Watschen für alle ehrenamtliche Helfer und die Projektleitung, die selbst 1600 Stunden eingebracht hat.“ Dirlenbach wiederum stellt klar, dass der Mint-Campus eine freiwillige Leistung des Landkreises sei, der das seit Sommer 2015 laufende Projekt nur angeschoben habe.

Und noch eines möchte der Kreisrat festhalten. Er habe sich den Mint-Campus lediglich als „plakatives Beispiel herausgegriffen“. Das Schülerforschungszentrum sei ein „hervorragendes Projekt“. Der Gedanke, Schülern frühzeitig ein derartiges Projekt anzubieten und dabei auch Mädchen dazu zu bringen, sich dafür zu interessieren, sei völlig richtig. Dann bricht der SPD-Mann eine Lanze für seine CDU-Kreistagskollegin und Mint-Campus-Projektleiterin Eva Rehm. „Sie zeigt ein brutales Engagement und ist zu 300 Prozent dabei“, so Harald Dirlenbach, „Eine bessere Leiterin findet man nicht.“

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