Expertenrunde soll Vorstand beraten

Mitglieder des TSV Dachau 1865 reagieren auf wachsende Herausforderungen

Der TSV Dachau 1865 stellt sich breiter auf, um die steigenden Herausforderungen auch hinsichtlich der (Teil-)Aussiedlung zu bewältigen.

So beschloss die Mitgliederversammlung am Dienstagabend unter anderem, dem Vereinsvorstand eine Expertenrunde zur Seite zu stellen. Der sogenannte Sportstättenentwicklungsausschuss (SEA) soll aus maximal elf Mitgliedern bestehen und den Vorstand in allen Fragen des Aussiedlungsprozesses beraten. Der SEA soll aus Mitgliedern des Vorstands selbst sowie des Vereinsbeirats, aber auch kooptierten, externen Vertretern etwa der Stadt, einer Bank oder des BLSV bestehen.

Außerdem übersteige der Aufwand, den Großverein zu führen, inzwischen die Möglichkeiten „eines ehrenamtlichen Vorstands und zwei Teilzeitkräften in der Geschäftsstelle“, sagte TSV-Vorsitzender Wolfgang Moll. Deshalb stehe man vor der Anstellung einer hauptberuflichen Kraft für die Geschäftsstelle, womöglich schon ab Herbst.

Die Mitglieder beschlossen auf Antrag, ihrem Vorsitzenden einen deutlich größeren finanziellen Spielraum an die Hand zu geben, als das in der Vereinssatzung vorgesehen ist. Denn laut Satzung kann der Vereinschef bisher nur Entscheidungen innerhalb eines finanziellen Rahmens von 25 000 Euro treffen. Deshalb folgten die Mitglieder der Empfehlung von Vorstand und Vereinsbeirat, diesen Rahmen wegen der anstehenden großen Aufgaben drastisch zu erweitern. So wurde dem TSV-Vorsitzenden Wolfgang Moll in Sachen Aussiedlung an die Theodor-Heuss-Straße ein Spielraum in Höhe von 2 Millionen Euro gegeben, betreffend Planungen und Grundstückserwerb. Weitere 2 Millionen darf er für verschiedene Dinge ausgeben, etwa die Standortertüchtigung an der Alten Römerstraße, insbesondere die Errichtung eines Kunstrasenplatzes. Aber auch Sanierungsmaßnahmen an Tennisplätzen und -halle in Dachau-Ost oder an der Jahnhallendecke fallen darunter.

Dabei geht es weniger darum, dass der TSV 1865 diese Summen auch tatsächlich ausgeben muss. Schließlich gibt es für die Sanierungsmaßnahmen oder den Kunstrasenplatz hohe Zuschüsse. Die Verträge schließt aber der TSV ab, und er muss womöglich auch einiges zwischenfinanzieren.

Der TSV-Vorstand bekam den gewünschten „Vertrauenvorschuss“ von den Mitgliedern in Form des einstimmigen Vorratsbeschlusses. Die Alternativen dazu wären entweder gewesen, künftig „alle sechs, acht Wochen eine Mitgliederversammlung einzuberufen“, nämlich immer dann, wenn wichtige Entscheidungen anstünden, wie es Jürgen Seidl formulierte. Der Anwalt und Vereinsbeirat war federführend bei der Ausformulierung der Ermächtigungen gewesen. Auch eine Satzungsänderung wäre denkbar gewesen, „doch das wäre ein Blankoscheck für den Vorstand, den niemand haben will“, betonte Wolfgang Moll.

Ein wenig Diskussionen gab es lediglich um die Abwicklung des Standorts an der Jahnstraße. Doch auch hier einigte man sich schließlich darauf, dass die TSV-Spitze die Vollmacht für alle Verhandlungen bekommt. Im Übrigen muss der Vorstand den Mitgliedern einen jährlichen Rechenschaftsbericht in Sachen Aussiedlung vorlegen. „Aber diese Transparenz wollen wir ja ohnehin“, sagte Wolfgang Moll. Er war am Ende froh, „dass wir den nächsten Schritt gemacht haben und es weiter vorwärts geht“.

Die rund 90 Zuhörer – darunter Bürgermeister Kai Kühnel und BLSV-Kreisvorsitzender Günter Dietz – erfuhren auf der Mitgliederversammlung außerdem „von sportlichen Erfolgen trotz maroder Sportstätten und restriktiver Finanzpolitik“ (Moll), und dass der Verein derzeit noch 626 000 Euro Schulden hat und 2018 mit einem leichten Minus von knapp 40 000 Euro abgeschlossen hat (Schatzmeister Christian Boer). Am Ende der rund zweistündigen Versammlung stimmten die TSV-Mitglieder noch der Erhöhung von Spartenbeiträgen in den Abteilungen Basketball, Handball, Dart und Baseball zu.

TSV-Chef Moll blickte in seinem Schlusswort ausgesprochen zuversichtlich in die Zukunft, nachdem Stadt und Verein jetzt einen gemeinsamen Weg in Sachen Aussiedlung gefunden hätten. Ohne die Unterstützung der Stadt könne kein Sportverein existieren, betonten auch gleich mehrere Wortführer des Vereins. Bürgermeister Kühnel bestätigte den großen Konsens, der jetzt zwischen 1865 und den städtischen Vertretern bestehe. Und Moll seinen Mitgliedern frohgemut: „Mit meinen Engagement könnt Ihr weiterhin rechnen!“ Neuwahlen stehen erst nächstes Jahr wieder an. dn

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