Vietnamese tötete Ehefrau

Mord mit Messern und Fleischklopfer - Prozess beginnt

Mit Messern und einem Fleischklopfer soll ein Dachauer im Januar 2016 seine Frau getötet haben. Ab Donnerstag muss sich der Vietnamese wegen Mordes vor Gericht verantworten. Ihm droht lebenslang.

Dachau –In einem Mehrfamilienhaus nahe des John-F.-Kennedy-Platzes in Dachau ereignete sich im Januar 2016 eine grausame Bluttat (wir haben berichtet). Ein 50-jähriger Mann soll seine 43-jährige Ehefrau erstochen haben.

Der Vietnamese sei immer wieder gewalttätig geworden, sagte damals eine Nachbarin und Freundin des Opfers. „Er war Alkoholiker und spielsüchtig.“ Mehrmals habe die 43-Jährige deshalb im Frauenhaus Unterschlupf gesucht. Auch das Jugendamt wusste von den Problemen in der Familie, die beiden gemeinsamen Kinder lebten zum Tatzeitpunkt bereits im Kinderheim.

Das Opfer arbeitete als Reinigkungskraft. Danach besuchte es seine beiden Söhne, die heute elf und 14 Jahre alt sind. „Manchmal hat sie den ganzen Tag im Kinderheim verbracht“, sagt ihre Freundin. Im Januar 2016 dann fasste die 43-Jährige den Entschluss, sich von ihrem Mann zu trennen. „Es kam zum Streit. Der Angeklagte geriet aufgrund seines Eifersuchtswahns und eines übersteigerten Besitzdenkens in Rage“, meint der Pressesprecher der Staatsanwaltschaft München II, Ken Heidenreich. In der gemeinsamen Wohnung habe er sie zunächst gegen den Küchentisch geschubst, so die Anklage. Er habe dann ein Fleischermesser genommen und damit auf ihren Kopf gezielt. Weil die Frau versucht habe sich zu wehren, habe er ihr die Hand fast vollständig abgetrennt. „Da er das Fleischermesser allerdings nicht als geeignete Tatwaffe erachtete, um seiner Frau das Leben zu nehmen, griff er blind in die Küchenschublade und bediente sich eines weiteren Küchenutensils“, so Heidenreich, „er führte seine brutalen Handlungen mit einem Fleischkopfer fort.“ Mehrere Male habe der 50-Jährige ausgeholt, um seiner Frau auch dieses Küchengerät auf den Kopf zu schlagen. Doch damit nicht genug. Laut Anklageschrift griff der Angeklagte zu einem weiteren Küchenmesser, das auf der Arbeitsplatte lag. Das 35 Zentimeter lange, spitz zulaufende Messer habe der Vietnamese seiner Frau sieben Mal mit Wucht in den Brust- sowie Bauchbereich gestoßen. Dazu habe er ihr, wie beabsichtigt, das Messer auch noch ins Herz gestoßen.

„Die Dachauerin verstarb noch am Tatort an ihren inneren und äußeren Verletzungen“, so Heidenreich. Der Angeklagte habe dann einen Notruf abgesetzt. „Während des Gespräches trat er immer wieder gegen den leblosen Körper seiner Frau und beschimpfte sie.“ Der Dachauer wurde noch am Tatort von der Polizei festgenommen und sitzt seitdem in Untersuchungshaft.

Am kommenden Donnerstag, 16. Februar, beginnt nun die Verhandlung am Landgericht München. Insgesamt sind vier Sitzungstage angesetzt. Dem Arbeitslosen wird Mord vorgeworfen. Ihm droht eine lebenslange Freiheitsstrafe.

Regina Peter

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