1. Startseite
  2. Lokales
  3. Dachau
  4. Dachau

Gotteshaus verursacht Chaos: Extremer Ansturm auf Moschee - „kein Durchkommen mehr“

Erstellt:

Von: Stefanie Zipfer

Kommentare

null
Rund um die Dachauer Moschee will die Stadt mit Schildern und Fahrbahnmarkierungen das Park-Chaos in den Griff bekommen. © hab

Die Dachauer Moschee hat in den vergangenen Jahren enormen Zulauf erlebt. Speziell zu den Freitagsgebeten endet der Ansturm im Verkehrschaos. Die Stadt will nun einschreiten.

Etzenhausen – Wer es freitags gegen 12.30 Uhr eilig hat, sollte die Bergstraße sowie die Von-Herterich-Straße im Dachauer Stadtteil Etzenhausen meiden. Um diese Zeit treffen sich nämlich Muslime aus Stadt und Landkreis zum Freitagsgebet in der Moschee; da viele mit dem Auto kommen, gibt es laut Josef Hermann, dem Hauptamtsleiter der Stadt Dachau, „in dem Bereich kein Durchkommen mehr“.

Wegen Moschee in Dachau: Parkplatz-Not im bayerischen Dachau - Gespräche stehen an

Grundsätzlich ist das Verkehrsproblem rund um die Moschee an der Von-Herterich-Straße 2b nicht neu, wie Hermann zugibt: „Der Parkdruck dort war immer schon hoch.“ In den vergangenen Jahren aber habe sich das Thema zugespitzt, weshalb die Stadt nun reagieren musste: „Wir haben ein Parkverbot erlassen, das wir auch kontrollieren“, so Hermann. Zudem werde es ein Gespräch mit den Verantwortlichen im Türkisch-Islamischen Verein zu Dachau geben. Anschließend, so Hermann, werde man sehen, „ob noch weitere Maßnahmen nötig sind“.

Dachau (Bayern): Vorsitzender des Türkisch-Islamischen-Vereins kann Ärger nachvollziehen

Siddik Serin, Vorsitzender des Türkisch-Islamischen Vereins, kann den Ärger vieler Anwohner nachvollziehen. Regelmäßig bitte er die Moschee-Besucher – im persönlichen Gesprächen oder über Aushänge – um Rücksichtnahme beim Parken. Das Problem: Die Moschee und die umliegende Infrastruktur „waren vor 20 und auch noch vor zehn Jahren okay“. Mit der Flüchtlingskrise im Herbst 2015 aber stieg die Zahl der Muslime in Stadt und Landkreis an – und darum, so Serin, „geht uns der Platz aus“.

Sturm auf Dachauer Moschee: Muslime aus Syrien, Afghanistan, Bosnien und Albanien

Längst nämlich würden nicht nur Türken die kleine Moschee in Etzenhausen besuchen, sondern auch Muslime aus Syrien, Afghanistan, Bosnien, Albanien und Afrika. „Das ist spannend, damit haben wir kein Problem, wir stehen allen offen“, betont Serin. Nur: Freitags beispielsweise ist es in der Moschee so voll, dass neben dem eigentlichen Gebets- auch noch im Frauenraum und im Gesellschaftsraum die Gebetsteppiche ausgerollt werden müssen.

Hinzu kommt, so Serin: Der Türkisch-Islamische Verein und seine rund 170 Mitglieder betreiben die Moschee ja nicht nur für religiöse Zwecke: „Wir engagieren uns ja auch im sozialen Bereich!“ Dazu gehörten Familien- und interkulturelle Feste, Integrationstage sowie Deutschkurse. „Unter der Woche funktioniert das schon noch“, betont der Vorsitzende. Aber an Wochenenden sowie an Ramadan werde es in und um die Moschee dadurch zuweilen richtig eng.   

Moschee im bayerischen Dachau: Ansturm auf Gotteshaus hat Konsequenzen

Die einzige Lösung sehen Serin und seine Vereinskollegen daher in einem Umzug, „am liebsten in ein Gewerbegebiet, da würden wir niemanden stören“. Allein: Die Suche nach neuen Räumlichkeiten verlief bislang erfolglos. Serin: „Wir wissen um das Problem und wollen eine Lösung! Aber bislang haben wir in Dachau nichts Passendes gefunden.“ Ein Umzug ins Dachauer Hinterland, etwa nach Vierkirchen oder Weichs, hält Serin trotz der Immobilien-Knappheit der Großen Kreisstadt für wenig sinnvoll: Gerade Flüchtlinge seien aufs Rad oder öffentliche Verkehrsmittel angewiesen, weshalb eine zentrale Lage mit guter Anbindung wichtig sei.

Dachauer-OB Florian Hartmann sieht Problem, hat aber auch Verständnis für Anwohner

Oberbürgermeister Florian Hartmann, der erst im Sommer geheiratet hatte, dürfte Verständnis haben für das Anliegen der Muslime. Am Rande der jüngsten Stadtratssitzung hatte er erklärt, dass die kleine Etzenhauser Moschee an dieser Stelle längst nicht mehr zweckmäßig sei. Auch Hauptamtschef Hermann räumt ein, dass es in der Moschee „immer mehr Besucher werden, das haben wir auch schon festgestellt“.

Siddik Serin und seine Vereinskollegen setzen daher große Hoffnungen in das Gespräch mit der Stadt. Am schlimmsten nämlich wäre für Serin, „wenn wegen der ganzen Parkproblematik am Ende unser guter Ruf leidet“.

---

Das könnte Sie auch interessieren: Am Flughafen München machte der Zoll im Koffer einer 27 Jahre alten Chinesin eine ungeheure Entdeckung. Sie muss nun mit ernsten Konsequenzen rechnen.*

Albtraum in Bayern: Ein 24-Jähriger soll ein Mädchen in Garmisch-Partenkirchen sexuell belästigt haben. Er sitzt jetzt in Untersuchungshaft.

*Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Auch interessant

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,
wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.
Die Redaktion