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Symbolbild

Sie schlug auf ihn ein

Ex-Freund beleidigt und erpresst 13-Jährige: Verzweifelte Mutter rastet in Shisha-Bar aus

Eine Mutter (39) ist in einer Shisha-Bar ausgerastet und hat den Ex-Freund ihrer Tochter (13) geschlagen. Der junge Mann hatte zuvor die Tochter in den sozialen Netzwerken beleidigt.

Dachau  – „Die Hintergründe sind menschlich sicher verständlich“, räumte der Staatsanwalt vor dem Dachauer Amtsgericht ein. Doch es handele sich bei dem vorliegenden Fall um Selbstjustiz, „die in einem Rechtsstaat einfach nicht geht.“ Die 39-jährige Italienerin hatte am 30. September 2017 den Ex-Freund ihrer damals 13-jährigen Tochter in einer Dachauer Shisha-Bar mehrfach mit der flachen Hand auf den Kopf geschlagen.

Der Grund des Ausrasters: Der Ex-Freund hatte nach der Trennung von der Tochter gedroht, ein freizügiges Foto des Mädchens auf Instagram zu veröffentlichen und beleidigte seine Ex-Freundin anhaltend über das soziale Netzwerk in sogenannten Live-Videos. Dies hatte die Tochter dermaßen unter Druck gesetzt, dass sich deren Leistungen in der Schule drastisch verschlechterten. Die Angeklagte hatte mehrfach versucht, den jungen Mann von dessen Taten abzubringen und wollte in Kontakt mit dessen Mutter treten.

Als auf Instagram erneut ein Video auftauchte, auf dem die Tochter beleidigt wurde, erkannte die Mutter, wo das Video gedreht worden war: in einer Shisha-Bar. Sie fuhr sofort dorthin, um den Täter zur Rede zu stellen. Doch dann sei ihr die „Sicherung durchgebrannt“, und sie habe den damals noch Minderjährigen mehrmals mit der flachen Hand auf den Kopf geschlagen, wie sie zugab.

Der Ex-Freund, damals 16,  erstattete Anzeige bei der Polizei und das Amtsgericht erließ einen Strafbefehl gegen die Mutter, in dem es eine Geldstrafe in Höhe von 3600 Euro verhängte. Dagegen hatte die Verurteilte Einspruch eingelegt. Und nun kam es zur Hauptverhandlung.

Die Strafe sei zu hart, meinte der Anwalt der Mutter. Seine Mandantin könne als Friseurin und alleinerziehende Mutter das Geld nicht berappen. Der Ex-Freund der Tochter sei wie ein Ziehsohn für die Angeklagte gewesen, berichtete der Verteidiger. „Ich habe ihn gemocht“, beteuerte die Mutter. Daher habe sie davor gescheut, ihn wegen der Videos und der Beleidigungen in den sozialen Netzwerken anzuzeigen. Dass das der bessere Weg gewesen wäre, sei ihr selbstverständlich klar. „Ich war einfach eine verzweifelte Mama“, versuchte sie, ihre Lage vor Gericht zu erklären.

Richter Daniel Dorner kam schließlich in seinem Urteil der Angeklagten ein Stück weit entgegen und reduzierte die Strafe aus dem Strafbefehl auf 1800 Euro.

Lesen Sie auch: Vandalismus am neuen Justizzentrum: Polizei sucht diesen Mann. Oder: Weißer Hai vor Mallorca: Wie gefährlich ist er für Urlauber?

Von Stefanie Ritter

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