Nach Überfall

Muss Schläger in die Psychiatrie?

Der Angriff auf eine Caritasmitarbeiterin kam völlig unvermittelt und aus dem Hinterhalt. Dafür muss sich ein 27-Jähriger jetzt vor Gericht verantworten.

Dachau –  Als eine Caritasmitarbeiterin Mitte Oktober 2017 gerade auf dem Nachhauseweg war, sprang sie ein Mann aus einem Gebüsch an und schlug sie brutal mit einer Glasflasche nieder. Er prügelte mit voller Gewalt auf ihr Gesicht ein und ließ erst von seinem Opfer ab, als ihn Passanten wegzogen. Dem schizophrenen Täter wird jetzt vor dem Münchner Landgericht der Prozess gemacht. Es wird geprüft, ob der Mann in die Psychiatrie eingewiesen werden soll.

Es ist wohl ein Horrorszenario, das man niemals erleben will: Man geht guter Dinge von der Arbeit nach Hause, läuft unbedarft einen Weg entlang und liegt Minuten später blutüberströmt auf der Straße, weil man plötzlich ohne weiteren Grund angegriffen wurde. So geschehen am 12. Oktober in Dachau. Als eine Caritasmitarbeiterin gerade auf dem Nachhauseweg war, lauerte ihr ein 27-jähriger Mann auf – ein Arbeitskollege von der Dachauer Caritaswerkstatt. Er soll sich hinter einem Busch versteckt und auf Angela M. (Name geändert) gewartet haben. Als sie gerade das Gebüsch passiert hat, springt der Mann heraus und schlägt mit großer Wucht eine Glasflasche auf den Kopf von M., so stark, dass diese zerbricht. Sein Opfer geht zu Boden, dann soll sich der an paranoider Schizophrenie leidende 27-Jährige auf seine Arbeitskollegin gestürzt und sie mit harten Schlägen ins Gesicht und Reißen an den Haaren malträtiert haben, bis ihn mehrere Passanten wegzogen. Sein Opfer erleidet eine rund zehn Zentimeter lange Platzwunde am Kopf, einen Kieferbruch und mehrere blutende Wunden im Gesicht, auch die Brille geht kaputt.

Einen Grund konnte der psychisch kranke Täter für seine Tat nicht nennen. Vorgeworfen wird dem Röhrmooser nun gefährliche Körperverletzung und Sachbeschädigung.

Da bei dem 27-Jährigen aber paranoide Schizophrenie, eine Autismus-Spektrums-Störung und eine leichte Intelligenzminderung diagnostiziert wurden, gilt er als schuldunfähig. Nach Einschätzung der Staatsanwaltschaft stellt der Mann eine Gefahr für die Allgemeinheit dar, es werden weitere rechtswidrige Taten erwartet. Deshalb wurde nun ein Sicherungsverfahren eingeleitet, das bei entsprechendem Urteil durch das Gericht zur Folge hätte, dass der psychisch kranke Täter in die Psychiatrie eingewiesen würde. Der Prozess dauert an.

JuliaTraut

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