Nach Messerattacken wird Ehepaar aus Dachau zu Gefängnisstrafen verurteilt

Ehestreit endet im Knast

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Sie brachten sich fast gegenseitig um. Im März vorigen Jahres eskalierte ein Streit zwischen einem Asylbewerberpaar aus Nigeria dermaßen, dass sie sich mit einem Messer attackierten.

Dachau – Gestern hat das Landgericht München II das Paar, das zwei kleine Kinder hat, zu jeweils drei Jahren Haft verurteilt: Der 35-jährige Schweißer wurde der gefährlichen Körperverletzung schuldig gesprochen, die 30-jährige Friseurin der gefährlichen Körperverletzung und des versuchten Totschlags.

Die Nigerianer waren auf der Suche nach einem „besseren Leben“ nach Deutschland gekommen und in einer Asylunterkunft in Dachau untergekommen. Dort stritten sie sich immer wieder heftig und wurden deshalb sogar in verschiedene Zimmer separiert. Am 7. März 2016 ging es darum, dass der Mann 700 von insgesamt 1004 Euro für die Familie für sich alleine beanspruchen wollte. Laut einer Sachverständigen leidet der 35-Jährige unter einem Alkoholproblem. Gegen 22 Uhr attackierte er seine Frau und riss ihr büschelweise Haare aus, bis ein Zeuge ihn außer Haus brachte.

Als er gegen Mitternacht zurückkam, ging es wieder los. Nach einem Gerangel holte die Frau ein Steakmesser aus ihrem Zimmer und stach in den Rücken des Mannes. Er hatte Glück, dass es nur vier Millimeter in die Haut eindrang und sich dann im Pulli verfing. Der Mann zog das Messer aus der Kleidung und ging auf seine Frau los. Er traf dreimal ihre Arme.

Die Verteidiger und sogar der Staatsanwalt hatten Bewährungsstrafen für die beiden Angeklagten gefordert. Dem folgte das Gericht jedoch nicht. Bei derartigen „hochgefährlichen“ Angriffen seien Bewährungsstrafen mit Vorsicht anzuwenden. Hier sei eine Vollzugsstrafe angemessen – also Gefängnis.

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